Ein
MATRIARCHAT (von lat.-griech.: Herrschaft der Mütter), in dem die Frauen nicht nur in Herrschaft, in Besitz- und Erbregelungen und in Kult und Religion eine hervorragende Stellung hatten, sondern bisweilen sogar in einer Art selbstbewusster Promiskuität immer wieder neu ihre Partner auswählten und in dem angeblich alle Menschen glücklich und zufrieden waren, soll es nach Auffassung einer vom Marxismus des 19. Jahrhunderts beeinflussten Geschichtswissenschaft vor dem Patriarchat gegeben haben. Ob es eine solche selbstbewußte Promiskuität der Frauen allerdings je gegeben hat, ob sie vielleicht gar Wunschdenken der Männer oder auch eine Notlösung der Frauen ist, weil die Männer so wenig Partner sind, wird erst gar nicht diskutiert. Und verdrängt werden auch die Fragen, ob eine angeblich selbstbewusste Promiskuität der Frauen die Menschheit wirklich glücklich macht, wenn sie wirklich möglich sein sollte, ob sie den Menschen angemessen ist, ob sie seinen Veranlagungen entspricht und ob daher ein Matriarchat überhaupt menschlich ist.

Wirklichem christlichen Glauben, in dem es um die Harmonie von Mann und Frau geht, entspricht jedenfalls ein Matriarchat genauso wenig wie ein (pervertiertes) Patriarchat.

Hingewiesen sei hier auf die URL: https://nachrichtenbrief.wordpress.com/category/religion/

Ich zitiere daraus:

Wie kaum ein anderer hat der Gegenspieler Jesu, Paulus die Grundlagen dieser heidnischen Pest der Gefühllosigkeit durchschaut. Er klagt die widernatürliche orgastisch impotente Sexualität an (Röm 1,24-27), die untrennbar mit der Bosheit der Menschen verknüpft ist (Röm 1,28-32). Gleichzeitig prangert er die Selbstgerechtigkeit des Kleinen Mannes an (Röm 2,1-5) und ist jedem missionarischen Eifer abhold (Röm 2,14f und 2,21-24). Das ist die Predigt aller Propheten in der Emotionellen Wüste bis zum heutigen Tag, wo die Katholische Kirche gegen den sittlichen Verfall der entmenschten Moderne kämpft.

Genauso wie in Griechenland mit seinen „orgiastischen“ Mysterienspielen konnte sich das zu Recht unterdrückte Matriarchale in Israel nur in einer Art Subkultur halten. In Saharasia verweist James DeMeo ausdrücklich auf die matriarchalen Restbestände bei den Hebräern, die von der moralisierenden Priesterschaft und der Obrigkeit hart verfolgt werden mußten, um sie unter Kontrolle zu halten. DeMeos Beispiele sind das Vorgehen Jehus gegen Isebel, ihre Familie und alle Baalsverehrer (2 Kön 9 und 10), der Aufstand gegen Königin Atalja (2 Kön 11) und König Joschijas patriarchales Aus- und Aufräumen (2 Chr 34) (On the Origin and Diffusion of Patrism: The Saharasia Connection, University of Kansas, 1986, S. 313).

Feministische Autorinnen sehen in den Hinweisen auf die „Heilige Hochzeit“ und Tempelprostitution Anzeichen für einen matriarchalen Fruchtbarkeitskult. DeMeo weist diese häufige Fehlinterpretation als unbegründet zurück, denn gerade die sakrale Prostitution ist die schonungsloseste Ausbeutung von Frauen. Tempelprostitution korreliert, DeMeo zufolge, mit patriarchalem Staat, männlicher Priesterkaste und Gottkönigtum (ebd., S. 214) – das für viele feministische Matriarchatsforscherinnen ebenfalls „matriarchal“ ist. Man siehe hingegen die biblische Warnung vor dem König (1 Sam 8,11-17). Die Juden waren ein Volk, das sich „von alters her immer wieder gegen die Könige aufgelehnt hat“ (Esra 4,19) – gegen die Despoten Saharasias. Weitere Korrelationen mit der Tempelprostitution: Witwenmord, vorherbestimmtes Heiraten und tabuisierte Vaginalblutung, so daß die „Schmutzarbeit“ der Defloration von Priestern oder Fremden ausgeführt werden mußte.

Es ist aufzuzeigen, daß uns die konsequent antipatriarchalen „Befreier hin zur alten Freiheit“ nur noch fester in die patriarchale Unfreiheit hineingeritten haben und hineinreiten werden. Jeder Form von neurotischer (und deshalb reaktionärer) Rebellion und verzerrter matriarchaler Opposition gegen das Patriarchat muß Einhalt geboten werden. Es ist wie im Bild von „der Frau im Faß“ (Sach 5,5-11), das das unterdrückte Matriarchat als „Auflehnung gegen Gott“ symbolisiert. Im Mythos wurde der Vertreter des Matriarchats in die Hölle verbannt, aus der heraus „Luzifer“ (der dem germanischen Träger des Feuers, Loki, entspricht) Gott die „Götterdämmerung“ bringt (die patriarchalen Asen stürzt) und dabei die Welt zerstört. Selbst in der neutestamentlichen „Götterdämmerung“ wird Christus ausdrücklich mit dem luziferischen Morgenstern gleichgesetzt (Offb 22,16).

Die einzige Hoffnung liegt in einem Konservatismus, der sich jeder Extreme enthält – der bei Verstand bleibt, d.h. der jedem im Sinne Reichs und Goethes irgendwo Recht gibt, gleichzeitig aber gegenüber der Emotionellen Pest unverrückbar auf ein paar wenigen Essentials beharrt, der also nicht dialektisch wie die kommunistischen Satansjünger, sondern funktionell denkt.


Zwei ausführliche Lexikonartikel über das Stichwort Matriarchat aus feministischer Sicht finden Sie unter:

http://www.stefan-enste.de/VHSKannibalen.htm

Und es soll hier auch ein Hinweis auf eine der bedeutendsten Matriarchatforscherinnen Gerda Weiler sein:

http://www.gerda-weiler-stiftung.de/Lebenslauf.htm

 

Schauen Sie einmal in diese Stichworte und in sonstige entsprechende Literatur und überprüfen Sie, inwieweit das Ideal der Partnerschaft und der Liebe zwischen Mann und Frau, das doch sicher in uns brennt, überhaupt Thema ist! Vergleichen Sie auch das Verhältnis Mann - Frau in anderen heutigen Religionen, und gerade in solchen, die dem Polytheismus (siehe Vielgötterei: z. B. Hinduismus und Shintoismus) näher stehen, also Ideologien, die dem Ideal der Matriarchatsverfechter angeblich näher stehen. Ob Liebe und Partnerschaft dort wirklich idealer sind? Ich kann das - offen gesagt - nicht erkennen. Ansätze und Konzepte für erfüllende Liebe und Partnerschaft gibt es offensichtlich nur im viel geschmähten - allerdings positiven - Patriarchat!

Und bedenken wir, dass zumindest bei intelligenten Frauen es auch immer einen Belohnungseffekt hat, wenn sie Männern das sexuelle Vergnügen gewähren. Die Belohnung kann nun darin bestehen, dass sie als Gegenleistung Geld oder Versorgung erhalten, doch auch Schutz, Liebe, Partnerschaft, Harmonie, Geborgenheit - und nicht nur für sich selbst, sondern auch für die aus der Verbindung entstandenen Kinder. Der Idealfall ist natürlich, wenn sie alles zusammen erhalten. Und dass es einmal eine Zeit gegeben haben soll, wo den Frauen das alles egal war, wo es ihnen hauptsächlich um Sex ging mit wem auch immer, ist kaum vorstellbar.  Denn irgendwie hätte eine solche Einstellung ja etwas mit totaler Dummheit zu tun, zumal es ja auch Männer gibt, die solche Gegenleistungen an Frauen, vor allem an solche, die sie wirklich lieben, sehr gerne geben, dass Frauen also durchaus die Wahl hätten.

Ich meine, diese Matriarchatsvorstellungen von Gesellschaften, in denen sich die Fraunach Lust und Laune mit Männern einlassen, sind typische negativ-patriarchalische Vorstellungen, die es so jedenfalls nie in der Praxis gab.

Etwas völlig anderes ist das Erlebnis typisch weiblicher Sexualität, das Mädchen und Frauen durchaus spontan und unverbindlich Männern gewähren können. Das hat ja auch etwas mit echter Intelligenz und Menschenkennntis zu tun. Siehe das Buch "Offener Brief eines alten Religionslehrers an junge Mädchen zum Thema ,Die weibliche Sexualität und die Bibel'".

Bei der Auseinandersetzung mit der feministischen Matriarchatsforschung drängt sich der Eindruck auf, daß hier - analog zur Bedeutung der Philosophie für die Männer - Frauen nach der Zerstörung fundamentaler weiblicher Hoffnungen und Sehnsüchte einen neuen Sinn - jetzt mehr oder weniger ohne Männer - suchen.

(Wörterbuch von basisreligion und basisdrama)