MENSCHENBILD. Bevor wir einen Dialog mit anderen beginnen, sollten wir uns nach dem Menschenbild des anderen und uns selbst fragen. In Lehrerkreisen wird schon mal auf die Empfehlung eines türkischen Vaters an einen Kollegen hingewiesen, wie er mit seinem Sohn umzugehen habe: "Das Fleisch gehört Ihnen, die Knochen gehören uns!" Und das bedeutet, dass der Kollege den Sohn durchaus verprügeln darf, ja muss, damit aus ihm "etwas Anständiges" wird, dabei darf er jedoch die Knochen nicht zerbrechen, das ist eben das Menschenbild dieses türkischen Vaters... Oder denken wir an die Beschneidung der Mädchen und Frauen in vielen orientalischen Ländern - dort ist das Menschenbild einfach so, dass man sich gar nicht vorstellen kann, dass aus Mädchen ohne Beschneidung etwas anderes werden kann als eine Prostituierte...

Das Verprügeln und Beschneiden hat zwar nicht unbedingt etwas mit Religion zu tun, doch die Frage nach dem Menschenbild gilt auch und gerade für den Dialog mit anderen Religionen.

Und da gibt es nun einmal ein vorchristliches oder auch vorjüdisches Menschenbild und ein christliches (siehe christlicher Glaube) oder auch vorjüdisches (siehe jüdischer Glaube) Menschenbild!

-    Vorchristliches oder auch vorjüdisches Menschenbild: Der Mensch ist von Grund aus schlecht oder im Reich des Teufels und muss durch die Religion zum Guten geführt werden, notfalls mit „Unterdrückung“.

-    Christliches oder auch jüdisches Menschenbild: Der Mensch ist von Natur aus gut und moralisch und bedarf allerdings einer geeigneten Hinführung zu alledem. Eigentlich sollte das klar sein, denn von alleine oder nur beim Anblick kriechender Menschen lernt der Mensch vermutlich noch nicht einmal das Laufen.

Einen Dialog zu diesem Thema finden wir in Dostojewskis „Großinquisitor“ zwischen Jesus und dem Großinquisitor zum Thema Freiheit: Der Großinquisitor vertritt das im Grunde heidnische Menschenbild, dass der Mensch also die Knute braucht – und Jesus vertritt natürlich das christliche.  

Der Beweis, welches das richtige ist, liegt natürlich auch hier nur in der Praxis!

Bevor der Lebensmitteldiscounter Albrecht mit seinen Discountläden angefangen hat, hatte er sich natürlich ein "Konsumentenbild" gemacht. Doch darüber hatte er gewiss nicht mit den späteren Konkurrenten diskutiert, sondern er hat ein Konzept entwickelt, das genau auf dieses von ihm als richtig eingeschätzte Konsumentenbild passte. Und der Geschäftserfolg gab ihm recht!

Und genau dasselbe gilt für das Menschenbild in unseren Religionen. Leider sieht es so aus, dass wir hier weitgehend von einem heidnischen Menschenbild ausgehen und uns daher auch gar nicht die Mühe machen, über ein christliches Menschenbild nachdenken und daher auch nicht zu entsprechenden Alternativen in unserer Erziehung gelangen, etwa wie hier unter Kindererziehung vorgestellt.

Das Menschenbild dieser Website ist ein materialistisches, siehe unter Kybernetik!

 (Wörterbuch von basisreligion und basisdrama)