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Das MORALMODELL
eines
Menschen ist von
grundlegender Bedeutung, nach
welchen Maßstäben er seine Moral gestaltet. Und das gilt
insbesondere für die Sexualität, ob er also erst einmal oder
immer wieder bei dem Falschen (also etwa einem für ihn untauglichen Alphamännchen) landet, ob er also reinfällt und
mehr oder weniger böse Traumata erlebt
oder ob er den Partner
findet, mit dem er eine schöne Liebe und Partnerschaft leben kann. Doch wenn wir genauer hinsehen, gibt es doch zumindest zwei Moralmodelle, die von völlig unterschiedlichen Prämissen (also Gedankenkonstruktionen) ausgehen: 1. Das Moralmodell nach dem heiligen Augustinus: "Der Mensch ist böse von Jugend an.“Und die
Erziehung danach ist
also die
heute übliche, also muss der junge Mensch vor allen
schädlichen Einflüssen bewahrt werden, er darf am besten mit
schlechten Ansichten gar nicht in Berührung kommen und ihm
dürfen nur gute Gedankengänge erzählt werden. Nacktheit
- um Himmels willen, die schon gar nicht! Im Übrigen:
Wenn wir doch Geschöpfe Gottes sind, wie kann Gott etwas Böses
schaffen? Natürlich - es gibt immer tolle Ausreden der Theologen, ja,
das ist ja gerade auch die Tätigkeit der Theologen, Ausreden zu
konstruieren für die Unglaublichkeiten, die einfach gegen jede Vernunft
sind? Wäre es nicht einfacher zu sagen: Der Mensch ist tatsächlich gut
erschaffen - doch die, die ihm dann die Moral beibringen, nach der er
konkret leben kann, die taugen nichts. Aber natürlich - das sind ja
dieselben, die auch begründen, warum Gott hier doch einen Fehler
gemacht hat... Dieses
Moralmodell geht davon
aus, dass
der Mensch tatsächlich gut geschaffen ist und auch aus sich heraus das
Gute will, dass er allerdings dazu die
entsprechenden Informationen bekommt,
denn er braucht ja den nötigen
Über- und Durchblick. Das Gute muss schließlich
auch aktiviert werden. Der Mensch ist zwar moralbegabt, wie er ja auch
sprachbegabt ist, doch eine konkrete Sprache beziehungsweise Moral muss
er natürlich erlernen, denn er muss ja damit mit seiner Umwelt
klar kommen. Denn was hilft ihm eine Sprache oder eben eine Moral, die
anders ist, als die seiner Mitmenschen? Und: Wenn die
Monogamie ja die dem Menschen
gemäße Lebensweise ist, dann kann es ja wohl nicht sein, dass sie nur
mit Qualen gelebt werden kann, nein, sie muss in allen ihren Stadien,
also auch in der Phase der Vorbereitung, doch eigentlich schon Freude
machen - oder etwa nicht? Denn das ist ja gerade das Kennzeichen
schlechthin, dass es Freude macht, wenn der Mensch genau das macht, was
auf ihn zugeschnitten ist.
Und wie die christliche Moral gerade auch in der Vorbereitungsphase
schon Freude machen kann, siehe unter Nacktheit und "weibliche
Sexualität"! Nicht zuletzt war der Täufling in der frühen Kirche bei der Taufe ja nackt, was ein Indiz dafür sein dürfe, dass "die Christen damals" ein anderes Moralmodell hatten als wir heute. Leider ist es
heutzutage nur
leider
so, dass mit viel Aufwand und Einsatz dem jungen Menschen ein
Moralmodell beigebracht wird, das ihm letztlich die ganze christliche Moral
und insbesondere die Sexualmoral als
weltfremden Zwang erscheinen lässt und sie ihm daher verleidet (siehe Gewissen) und
dass damit nur genau das Gegenteil erreicht wird von dem,
was beabsichtigt ist. Das Problem ist, dass wir immer noch vom augustinischen Moralmodell ausgehen, doch in das funkt dann das Kant´sche Moralmodell rein, weil es einfach das Realistischere ist! Schauen Sie sich einmal an, was dabei dann herauskommt, wenn die
Naturveranlagung des Menschen auf eine "hohe Moral" in eine Scheinmoral abgedrängt wird - die
dann für diese "hohe Moral" regelrecht kontraproduktiv ist:
Dazu eine Modellbetrachtung: Dazu eine Modellbetrachtung: Wir können ruhig davon ausgehen, dass vor allem auch der junge Mensch - und dabei gerade auch das Mädchen - ein hochmoralisches Wesen ist und auch keinesfalls vor anderen als unmoralisch da stehen will. Gerade sehr fürsorgliche Eltern haben dann auch noch eine fürchterliche Angst, dass ihre geliebte Tochter für irgendeinen Idioten ein Sexobjekt werden könnte, und so wollen sie genau das verhindern. Eigentlich sind das ja tolle Ausgangspositionen, aus denen sich eine gute Moral für die jungen Menschen machen ließe – ja, „eigentlich“! Also versuchen nun die Eltern einer Tochter nun, bei der Erziehung alles das zu beeinflussen, was sie zum Sexobjekt machen könnte – so gut sie können. Daher also eine Erziehung gegen die Nacktheit und zur Scham. Schließlich sieht es ja auch so aus, als ob Sexobjekt und Nacktheit irgendwie zusammen gehören, werben nicht gerade auch Prostituierte, die nun wirklich Sexobjekte sind und dies auch sein wollen, mit mehr oder weniger raffiniert-freizügiger Kleidung? Ja, und vor so etwas, was auch nur annähernd nach Prostitution und also auch Sexobjekt aussieht, wollen wir unsere Töchter doch bewahren. (Anmerkung dazu: "Raffiniert-freizügig" ist allerdings nicht dasselbe wie "nackt"!) Sehen wir also unsere fürsorgliche Erziehung so, dass wir gerade Mädchen dazu bringen, eine Mauer um sich herum aufzubauen – gegen die "schlechte Welt" außen. Sage niemand, dass dem nicht so ist. Sind denn irgendwann die jungen Menschen nicht in einer Hab-acht-Stellung, dass sie vehement gegen jede Entblößung sind, ja dass sie auch noch über alles das, was mit dieser Mauer zusammenhängt, schließlich auch gar nicht mehr frei reden können? Und es ist völlig klar für sie, dass ein schlechter Mensch diese Mauer bei ihnen natürlich nicht will und dass es sogar ein Indiz für seine Schlechtigkeit ist, dass er diese Mauer einreißen möchte. Das Einreißen funktioniert ihrer Meinung nach natürlich in der Weise, dass der typische schlechte Mensch diese Mauer infrage stellt, also dass er „darüber“ redet oder reden will. Und so eine Mauer hat nicht zuletzt auch viele Steine, es gibt eben viele Einstiege... Schließlich bezieht sich diese Mauer selbst auf die eigenen Eltern, bei Mädchen gerade auch auf den Vater. Hat man nicht gehört, dass gerade auch Väter hier „etwas“ von ihren Töchtern wollen? Oder auch sonst in der Pädagogik? Jedenfalls hat diese Mauervorstellung dazu geführt, dass selbst gutwillige Pädagogen sich gar nicht mehr trauen, solche Themen anzusprechen, weil dies die jungen Menschen misstrauisch macht und unter Misstrauen lässt sich nun einmal schlecht vernünftig reden. Das Problem ist nun, dass jede Mauer nach außen auch eine Mauer nach innen ist, irgendwann wird diese Mauer auch so eine Art Gefängnis. Der junge Mensch mauert sich also sozusagen selbst ein, diesmal in "seiner Moral" oder vielmehr in der Moral der Gesellschaft, in der er lebt! Doch funktioniert diese Einmauerei nicht auf Dauer! Denn gerade auch ein junges Mädchen ist nun einmal ein lebendiges und dabei gerade auch ein geschlechtliches Wesen und also solches nun einmal auch auf der Partnersuche. Bei vielen Kulturen (und früher auch bei uns) funktioniert die Partnersuche nun so, dass man (also vor allem die Eltern) irgendwann die Klappe dieses "Gefängnisses" aufmacht und gleichzeitig einen Partner offeriert, von dem man meint, er könnte passen – und damit ist dann das Partnersuchproblem gelöst. Das meint man wenigstens. Dass es gerade in den Kulturen, in denen die Ehen auf diese Weise gestiftet werden, auch immer eine ausgesprochene Prostitutionskultur gibt, die gesellschaftlich ziemlich akzeptiert wird, und dass diese Prostitutionskultur mit den Partnerschaftsstrukturen in dieser Kultur ganz allgemein zusammen hängt, wird natürlich verdrängt. Klar, was nicht sein darf, das wird auch gar nicht erst gesehen! Und in einer freien Gesellschaft, wie läuft das da mit der Partnersuche? Dem Mädchen wachsen in der Pubertät nun nicht nur die Brüste und die Schamhaare, sondern auch der Drang, aus diesem Gefängnis herauszukommen. Es will mit Männern in Kontakt kommen, will Männer kennen lernen, will Erfahrungen machen. Klar, die Erfahrungen sind ganz besonders wichtig! Hat frau nicht davon gehört, was für idiotische Männer es gibt oder dies möglicherweise auch selbst in der eigenen Familie beobachtet, wie der Vater doch gar nicht ein sonderlich guter Ehemann ist (sie hat das von der Mutter mitbekommen)? Und es hat auch mitbekommen, dass man das vorher nicht oder kaum erkennen kann, als was sich einer mal entpuppt. Was also liegt da näher, also vor der Ehe zu erkunden, wer nun ein guter Mann ist und wer nicht? Ja und das kann man doch nur oder auch am besten durch eine Ehe auf Probe herausfinden, oder eben auch durch „probieren“, durch zeitweiliges Zusammenleben.... So weit so gut und auch eigentlich sehr vernünftig! Das Problem ist nur, dass Geschlechtsverkehr eine nicht mehr ganz harmlose und unverbindliche Erprobung ist, man und gerade auch ein Mädchen ist hinterher nicht mehr der- oder dasselbe wie vorher. Dagegen sind gerade die Möglichkeiten einer harmlosen und eher unverbindlichen Erprobung versperrt, ja da ist geradezu eine absolute Blockade, Nacktheit gilt als ekelig und unmoralisch, von Spaß daran darf schon gar keine Rede sein, das war ja der Tenor der ganzen Erziehung bisher. Bleibt hier nicht nur der Geschlechtsverkehr übrig, denn der kann ja notfalls auch unter der Bettdecke oder im Dunkeln passieren? Und es sagen ja auch alle, dass der sein muss – ja „alle“, nicht zuletzt hatten diese „alle“ doch auch dieselben Erfahrungen mit der Scheu vor der Nacktheit und den Geschlechtsverkehrerfahrungen? Und für diese „Erfahrungen“ wird dann derjenige genommen, der sich anbietet und dem es gelingt, die Dornröschenhecke zu durchbrechen oder eben die besagte Mauer. Und selbst wenn die Erfahrungen mit demjenigen nun schlecht waren, so wird das dann als der Preis dafür angesehen, dass das Leben weiter geht, dass man einen Partner findet... Dabei wäre doch die Nacktheit gerade für Mädchen doch sehr gut geeignet, genauer zu erkennen, wen sie vor sich haben, einen Windbeutel oder einen Beschützer, dem sie sich anvertrauen können. Denn beim Nacktsein fallen durchaus auch die Hüllen, die wir um unseren Charakter gelegt haben. Doch eine natürliche Beziehung zur Nacktheit wurde ja in der Erziehung erfolgreich abgewürgt – und natürlich hat der junge Mensch da auch mitgemacht und diese Einstellung übernommen, er ist ja ein hochmoralisches Wesen! So also läuft das mir der Erziehung zur Scham und gegen die Nacktheit in einer freien Gesellschaft, wie wir sie heute haben! Mit einer hohen Moral (also eine Moral der echten Monogamie) hat das Ergebnis jedenfalls nichts mehr zu tun, für die ist eine Erziehung zur Sexualscham geradezu völlig kontraproduktiv. Und wenn heute viele Eltern gar nichts mehr sagen und alles laufen lassen, so heißt das nicht, dass sie keine Sorgen haben, sondern bei ihnen hat sich nun einmal der Eindruck festgesetzt, dass diese Sorgen sowieso nichts bringen, und so haben sie eben nur aufgegeben. Und wie soll es anders laufen? Kann es denn überhaupt anders laufen? Stimmt das denn nicht mit dem Zusammenhang von Nacktheit und Sexualobjekt? Dazu kann man nur sagen: Ja und nein. Ganz klar, Nacktheit bei gleichzeitiger Dummheit oder auch Unwissenheit ist schon gefährlich. Doch gerade auch Unwissenheit ist ja nicht eine Naturgegebenheit – an der können Eltern und andere Pädagogen doch etwas machen! Und mit einem sinnvollen Wissen und Pfiffigkeit ist Nacktheit gleich etwas völlig anderes! Ich erinnere mich an eine Begebenheit, die ich mit 7 ½ Jahren erlebt habe, also 1949. Und zwar waren wir mit meiner Mutter und mit meiner zweieinhalb Jahre jüngeren Schwester in Sylt, denn die hatte irgendeine Krankheit, die in dem Seeklima kuriert werden konnte, und in Westerland gab es ein Heim, wo wir wohnen konnten. Außerdem lebten dort gerade meine Großeltern, die nach der Flucht mit dem Handwagen aus Ostpreußen über das Frische Haff und dann weiter per Schiff über die Ostsee dort Zuflucht gefunden hatten, und auch noch ein Onkel, der gerade aus russischer Kriegsgefangenschaft zurückgekehrt war. Wenn wir dann also alle gemeinsam am Strand saßen, natürlich schön „züchtig bekleidet“, die Großmutter sogar in schwarzem Rock und dazu passender dezent gemusterter Bluse, da kamen ein paarmal zwei Mädchen, die kaum älter sein mochten als ich, in unsere Nähe. Und nur ein paar Meter entfernt von unserer „Burg“ zogen sie sich splitternackt aus, legten ihre Sachen sorgfältig gefaltet auf den Sand, sprangen ins flache Wasser, planschten ein wenig herum, trockneten sich ab, zogen sich wieder an und gingen dann wieder. Näheres weiß ich dazu natürlich nicht, auch hatte ich sie nicht gefragt, es war einfach so. Doch heute nehme ich an, dass entweder ihre Eltern bei einem ersten Strandbesuch mitgegangen waren und ihnen uns als eine typische Familie gezeigt hatten, in deren Nähe sie sich auch komplett ausziehen konnten, weil wir ihnen nicht nur nichts tun sondern sogar automatisch auf sie aufpassen würden, oder die Eltern hatten ihnen von vornherein den Tipp gegeben, sich bei ihrer Strandwanderung eine Familie wie uns auszusuchen, in deren Nähe sie auch mal im Wasser planschen könnten. Und wir sahen ja wohl auch nach einer solchen braven Familie aus.
Sage
bitte jetzt keiner, dass „so etwas“ damals möglich wa Ja, warum also eine Erziehung nicht gleich richtig, warum denn nicht ohne diesen fragwürdigen Umweg über die Erziehung zur Scham? Gehen wir doch einmal davon aus, dass gerade Kinder erst recht hochmoralische Wesen sind – und versuchen wir, mit ihnen zusammen zu arbeiten statt ihnen etwas zu unterstellen und gegen sie zu arbeiten!
Warum
nicht
erst einmal alles laufen lassen, so wie die Kinder es wollen,
und irgendwann, wenn es einmal passt (und ein solches Passen kann man
ja auch arrangieren!), gleich vernünftige Gespräche anfangen? Und warum
sollte es mit einem sinnvollen Moralmodell im Hinterkopf nicht
funktionieren, dass Jung und Alt sehr gut miteinander leben können und
dass schließlich die Abnabelung der jungen Menschen durchaus harmonisch
und in beiderseitigem Einvernehmen geschehen kann? Genau dieses andere Moralmodell ist ja darauf angelegt, dass der Mensch zur Freiheit erzogen wird! Praktisch und auch naheliegend wäre es natürlich, wenn die Scham in der Familie kein Problem wäre und wenn alle auch mal an einem entsprechenden Strand waren, wo das üblich ist.
Siehe hierzu unter
Vater-Tochter-Gespräch!
Hier also die Alternative:
![]() *** Ob etwas christlich aussieht oder nicht, ist jetzt einmal nicht so wichtig: Nur das
Modell, das funktioniert, kann doch das typisch christliche sein -
das andere ist doch wohl eher oder auch nur jugendgefährdend!
Und
wenn
wir
dann auch noch sagen, dass ist das von Gott gewollte - und
nur das müssten wir daher als fromme Menschen in die Praxis umsetzen,
selbst wenn es nicht funktioniert, und wir dürften keine Kreativität
entwickeln, ein Moralmodell zu suchen und zu praktizieren, das
funktioniert - dann ist das sozusagen eine Frechheit (oder eben eine
Versündigung) gegen Gott! Wirklich, wir sind dann nicht besser als die
Pharisäer von zweitausend Jahren! Leider kam es
allerdings im Laufe
der
Geschichte zu den Umdeutungen, die wir zur Genüge kennen, denken wir
nur, wie aus dem "heiligen Geist", also aus einer "göttlich
inspirierten Vernunft, die nötig ist, um das wirklich Moralische zu
tun" ein "Heiliger Geist", also eine "Gottheit" wurde, an die man
glauben muss und die verehrungspflichtig ist - und
alles
blieb beim
Alten... Und da steht dir Kirche Jesu Christi heute. Anmerkung: Und wenn dann noch von Seiten von Kirchenleuten sexueller Missbrauch geschieht, so können wir das durchaus in einem größeren Zusammenhang sehen: Die Kirche wollte ja gar keine wirkliche Moral - und dieser Missbrauch ist sozusagen eine mehr oder weniger akzeptierte Folge dieses Nichtwollens!
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