NACKTHEIT ZWISCHEN MORAL UND HEUCHELEIEin unbefangenes Verhältnis zur Nacktheit ist nicht alles, doch wirkliche Moral funktioniert ohne dies vermutlich nie. "In den meisten traditionellen Symbolsystemen steht Nacktheit für Unschuld, Freiheit, Verletzlichkeit, Wahrheit und oft auch Göttlichkeit. Obwohl Nacktheit auch Sinnbild für fleischliche Lust, Scham oder Verderbtheit sein kann, wird der unbekleidete Körper weit häufiger als Symbol der Reinheit angesehen. Daher rühren Entkleidungsrituale von Novizen und Priestern. Aus dem gleichen Grund haben manche Asketen auf Kleidung verzichtet. Bei modernen Hexenversammlungen symbolisiert die Nacktheit die Hinwendung zu übernatürlichen Kräften." ("Symbole und ihre Bedeutung", Jack Tesidder, London/München, 2000) Trotz dieser eigentlich eher positiven Wertung (siehe auch unter Taufe!) ist die Nacktheit im allgemeinen Bewußtsein eher negativ "befrachtet". Eine irrationale Angst vor der Nacktheit wird mit Moral begründet. Das Gefährliche an der Nacktheit scheint ja zu sein, daß sie als Vorstufe für sexuelle Abenteuer gesehen wird, daß sie also etwas Enthemmendes und Aufreizendes an sich hat, das schließlich auf unsere ganze Moral restlos zerstörerisch wirkt. Doch dann hören wir auch wieder (oft von denselben Leuten, die Nacktheit in der Öffentlichkeit als unmoralisch verteufeln), daß es doch langweilig wäre, wenn alle nackt herumliefen (offenbar besteht diese Angst doch nur, weil dann alles zu sehr moralisch zuginge?). Man muß sich das einmal deutlich machen: Da übersehen also Leute, die sich moralisch vorkommen, weil sie gegen die Nacktheit sind, unter Umständen eine Chance zu wirklicher Moral, die gerade bei einem sinnvollen Umgang mit der Nacktheit möglich wäre! Und wir wissen ja, dass dies durchaus möglich ist! Bei uns in Mitteleuropa haben wir ja genügend Erfahrung damit: an vielen Stränden, in der Sauna usw. – und es „passiert“ normalerweise gar nichts, jedenfalls keinesfalls mehr als woanders. Angelsachsen kommen dagegen mit dieser unproblematischen Nacktheit nicht zurecht, für die sind unsere Sitten nicht recht vorstellbar. Es fragt sich, was sonst noch für die einen normal und für anderen unvorstellbar ist... Und es ist wohl tatsächlich so: Der Schein, daß die Nacktheit unbedingt mit Unmoral, was auch immer darunter zu verstehen ist, zusammenhängt oder gar auf sie hinausläuft, trügt! Wie bei so vielem, das mit der Sexualität zusammenhängt, gibt es auch bei der Nacktheit das Problem der Ambivalenz. Es hängt von der Gewohnheit, von der jeweiligen Kultur und von der Bildung eines Menschen und von der Situation ab, ob sie Kennzeichen von Paradies und Befreiung, von Moral und von „Reinheit“ oder von Verworfenheit oder Zerstörung ist. Allerdings: Die Vermeidung von Nacktheit hat noch nie zu wirklicher Moral geführt.Überlegen wir einmal: Wie viele Menschen kennen wir eigentlich - uns eingeschlossen - bei denen der Wunsch nach sexuellen Erfahrungen und Abenteuern und schließlich die oft genug folgenden Enttäuschungen und das berühmte Reinfallen oder auch Vergewaltigungen in irgendeiner Weise im Zusammenhang mit bewußter und überlegt geplanter Nacktheit etwa an einem öffentlichen Nacktstrand stehen, ganz gleichgültig, ob ihnen diese sexuellen Erlebnisse Spaß gemacht haben oder nicht? Und auch bei Überprüfung unserer ganzen Kulturproduktion (etwa in Mozarts Don Giovanni oder in Goethes Faust-Gretchen-Geschichte): Spielt da wirklich die Freude an unschuldiger Nacktheit irgendeine verhängnisvolle Rolle, daß es irgendwie lohnt, sich darüber zu entrüsten? Die verderbliche Rolle der Nacktheit für unsere Moral ist einfach ein Phantom! Eine enge
Verknüpfung zwischen (Un-)Moral und Nacktheit ergibt sich auch noch
nicht einmal aus unserem christlichen
Glauben. In ihm geht es
zwar um die Verwirklichung höchster Liebe in
der Einheit von Leib und Seele und
damit auch um wirkliche Moral, doch ist das Christentum - wenigstens
vom Ansatz her - so realistisch, nicht anzunehmen, daß dies mit
Kleidungsvorschriften zu erreichen sei. Im der ursprünglichen Botschaft
Jesu gibt es jedenfalls solche
Vorschriften nicht. Ja, es ist eher das Gegenteil der Fall: Zur Idee
einer heilen Welt, des Paradieses oder des Reiches Gottes, gehört nach
der Vorstellung der Bibel (siehe Adam und Eva)
sogar
ausdrücklich auch eine (natürlich unschuldige) Nacktheit - und
zwar gerade nicht in der Intimität eines privaten Zimmers (wenn es so
etwas auch mit Sicherheit schon zu der Zeit gab, als die
Adam-und-Eva-Erzählung verfaßt wurde), sondern eines (öffentlichen?)
Gartens! Und wenn solche Nacktheit heute noch oder wieder möglich wäre,
so wäre das ein akzeptables Indiz, daß wirklich diejenigen Ängste und Zwänge
(und auch sinnlose Furcht) verschwunden sind,
die der Verwirklichung des Paradieses immer noch bis jetzt so
nachhaltig entgegenstehen. Das Konzept einer sinnvollen Sexualerziehung, zu der auch eine unverklemmte Beziehung zur Nacktheit gehört, siehe bei dem Stichwort - auch mit einer Grafik! Unser Instinkt für die "hohe Sexualmoral" (also die der echten Monogamie) ist verloren gegangen.Und eine andere Sache ist zu bedenken: Wenn die in unserem christlichen Glauben vorausgesetzte Monogamie tatsächlich eine Veranlagung von der Natur her ist, dann muß es auch eine "Veranlagung zu dieser Veranlagung" geben, damit sie überhaupt gelebt werden kann. Genauso wie die Veranlagung zur Monogamie muß diese "Veranlagung zur Veranlagung" nun bei der Menschwerdung entstanden sein, also zu der Zeit, als aus unseren tierischen Vorfahren im mit Sicherheit damals auch schon warmen Afrika der Mensch entstand. Die Kleidung bei dieser gleichzeitigen Entwicklung - eben und gerade auch zur Monogamie - war – „keine“. Es ist also naheliegend anzunehmen, daß auch heute die Monogamie nur dann und dort funktionieren kann, wo auch die Nacktheit zumindest problemlos möglich ist, wo diese Nacktheit selbstverständlich sein kann. Dazu ein Gleichnis: Stellen wir uns einmal vor, ein König auf einer fernen Insel kann weder selbst weder Radfahren noch hat es selbst je gesehen - er hat nur davon gehört. Doch es scheint ihm sehr praktisch, wie man sich da selbst und dazu noch kleinere Lasten energiesparend und umweltfreundlich auf zwei Rädern fortbewegt, also möchte er es seinen Untertanen beibringen. Allerdings kennen weder er noch die Leute ein Fahrrad und so ist auch jegliche „Radfahrschulung“ erst einmal Theorie. Unser König möchte nun natürlich, daß "seine Fahrschüler" auf dem Weg bleiben und sich nicht zu Tode stürzen. Da er nun von den fürs Radfahren typischen Instinkten im Hinblick auf die Balance keine Ahnung hat, glaubt er doch tatsächlich, daß es besser ist, wenn er die Lenkräder mit den Lenkern starr an den Rahmen befestigen läßt, denn dann fahren die Räder doch am einfachsten immer geradeaus und bleiben auf der vorgegebenen (geraden) Straße, auf der er seine Untertanen leiten möchte. Doch das Ergebnis: So klappt das Balancehalten beim Radfahren und damit überhaupt das Radfahren schon gar nicht und schließlich glaubt unser König sogar, daß eben in seinem Land und zu seiner Zeit die Menschen überhaupt das Gefühl fürs Radfahren nicht haben - und sie eben jetzt immer irgendwelche Stützen haben, die sie festhalten oder an die sie sich klammern können. Dieser Vergleich scheint doch recht plausibel: Haben nicht auch bei uns die Menschen durch die kulturbedingte Übertreibung einer Moral (unbeweglicher Lenker!) nur zu oft das Gespür für wirkliche Moral und schließlich auch für deren Vorteile und Brisanz verloren? Und daher brauchen sie jede Menge Stützen: Gesetze, Religionen mit den typischen Drohungen von Strafen und Versprechungen von Belohnungen - notfalls sogar nach dem Tod - und immer neue Einengungen. Und doch funktioniert alles nicht - das Einfachste wäre, den Menschen zur rechten Freiheit zu führen und ihn notfalls sogar dazu zu zwingen, seine natürlichen Instinkte zu aktivieren! Natürlich müßte er auch lernen, wie man damit umgeht, so wie ein Kind und überhaupt jeder Mensch, der es nicht kann, das Radfahren lernen muß! Aber das wäre ja ein Problem von einer Einheit von Theorie und Praxis... Wer hat schon Interesse an einer (Wieder-)Verwirklichung dieses Instinkts? Doch an einer solchen Aktivierung der natürlichen Instinkte und damit auch der Freiheit oder zumindest der Verminderung von Ängsten und Zwängen hat natürlich niemand von all denen, die zu den Establishments unserer Gesellschaften gehören, ein wirkliches Interesse. Damit ist dann auch eine entsprechende alternative Erziehung junger Menschen, in der auch die Nacktheit akzeptiert ist, illusorisch, denn die Erziehung liegt ja nun einmal stets in den Händen der jeweiligen Establishments. Allerdings müssen die Gründe für diese Unterlassung nicht unbedingt Böswilligkeit und Machtgier sein, sondern es kommen auch persönlich bedingte Verdrängungen und Ängste in Frage. Denn auch für die Angehörigen der Establishments dürfte es einfach unvorstellbar sein, daß sie selbst etwas Wesentliches im Leben verpaßt haben und daß sich da auch etwas ganz allgemein ändern könnte. Und so zwingt die alte Generation der jungen immer wieder etwas Nutzloses aber Angstmachendes auf und die männliche Welt gaukelt der weiblichen eine ehrenvolle und schützende Moral vor, die leider am Ende den Betroffenen doch nichts hilft und nur zu oft auf das Gegenteil von Moral hinausläuft. Bemerkenswert ist, daß bei antiken griechischen Statuen die Mädchen (die Koren) stets bekleidet, die Jünglinge (die Kuroi) dagegen nackt dargestellt wurden. Wir sehen heute den Grund dafür im Zusammenhang mit der katastrophalen Stellung der Frau ganz allgemein im alten Griechenland. Während wenigstens von der Idee her der Mann zur Freiheit, zur Emanzipation, zum Selbstebewußtsein und zur Würde eines vollen Menschseins geboren war und er sich die Nacktheit daher leisten konnte, sprach man diese Eigenschaften der Frau damals von vornherein ab. Die Frau war eben - einige der damaligen Göttinnen vielleicht ausgenommen - nicht vollwertig und am besten Eigentum (eines Mannes oder vieler Männer), sie war eben das ihm gehörige „Gefäß“, in das der Mann seinen Samen „goß“, damit in diesem Gefäß dann sein Samen „heranreifte“ und ihm dann ein Ebenbild geboren wurde (zum Hintergrund dieses Denkens siehe unter Jungfrauengeburt). Die (ständig notwendige) Bekleidetheit der Frau im Gegensatz zu der (möglichen) Unbekleidetheit des Mannes drückt auch ein Besitzverhältnis aus (siehe Besitzdenken). Noch heute haben wir uns im Grunde da nicht so recht emanzipiert. Im Gegenteil! Während im alten Griechenland wenigstens noch dem Mann die Nacktheit zugestanden und in die Erziehung eingebaut wurde, wird sie heute sogar noch da tabuisiert! Die Angst vor der Nacktheit gehört zum Unterdrückungsinstrumentarium männerrechtlicher Systeme. Und so produziert das eine Establishment das nächste, alte Spießer produzieren neue Spießer, ein typischer Teufelskreis! Wer jedoch wirklich selbstbewußt ist und sich auskennt, kann sich auch Nacktheit leisten etwa nach dem Motto: "Wer bin ich eigentlich, ich weiß, daß ich mich an wirklich moralische Regeln halte und wieso soll ich mich eigentlich wegen irgendwelcher angewachsener Körperteile schämen? Wer so etwas von mir verlangt, der will mir gewiß nichts Gutes, der will, daß ich nicht wirklich zu mir selbst stehe, daß ich Komplexe habe, daß ich Ängste entwickle, die doch nichts helfen, der will auch mich wahrscheinlich genau zu derselben oberflächlichen und untauglichen Moral führen, die er vermutlich selbst lebt...". Solche Einstellung kann dann vielleicht sogar so weit führen, daß wir uns schließlich nicht schämen, weil wir nackt sind, sondern daß wir uns schämen, weil wir nicht nackt sein können, obwohl dies in bestimmten Situationen durchaus sinnvoll wäre... Ganz paradox wird dann die Angst vor der Nacktheit, wenn wir von angeblich christlicher Morallehre her einen Menschen heiraten sollen, wir uns also mit jemandem lebenslang auf Gedeih und Verderb verbinden sollen, den wir offiziell vorher noch nicht einmal nackt gesehen haben dürfen. Das kann ja gar nicht funktionieren! Und so hat der wegen seiner grundsätzlich prinzipientreuen Einstellung schließlich hingerichtete streng katholische englische Humanist (also jemand, dem die Achtung und die Würde der Menschen ein besonderes Anliegen war) Thomas Morus sich in seinem Buch "Utopia" (siehe Utopie) schon vor 460 Jahren hierüber sehr verwundert und sich schließlich auch über die Angst vor dieser Nacktheit sogar lustig gemacht (siehe Mittelalter). Von einem offiziellen erlaubten Spaß an der Nacktheit konnte offensichtlich damals wie heute erst recht keine Rede sein. Warum sollte eine Rückkehr zum Paradies nicht möglich sein? Allerdings wohl nur für die Kinder, denn "ihrer ist das Himmelreich": Positive Einstellung des Christentums. Doch scheint es etwas früher solchen Spaß wenigstens in unserer mitteleuropäischen Gegend gegeben zu haben. Denn ein römischer Schriftsteller (Tacitus? Ich habe die Stelle nicht finden können...) berichtete vor zweitausend Jahren erstaunt über die jungen Germanen: "Et lavant in fluviis" ("sie baden in Flüssen"). Was ihm auffiel, war nicht nur ihre Abgehärtetheit gegenüber dem für die Römer kalten Flußwasser, sondern auch die moralische Unkompliziertheit, denn die jungen Leute taten dies nackt - und durchaus gemischtgeschlechtlich! Die jungen alten Germanen waren eben moralisch, sie hatten es nicht - wie die eher verkommenen Römer - nötig, ihre Moral (oder besser ihre Unmoral) immer durch irgendwelche Feigenblätter beweisen zu müssen. Und soviel ich informiert bin, wurden die jungen Christen in der frühen Kirche durchaus nackt getauft (siehe Taufe), der Grund für die Nacktheit der Täuflinge kann eigentlich nur der Protest gegen die falsche Moral der heidnischen Umwelt gewesen sein. Wie kommen wir nun wieder dorthin? Schließlich gehört solche Unbefangenheit ja zum Paradies, das wir uns wieder zurückerobern wollen. Was ist zu machen? 1. Vollendete Tatsachen unbedingt vermeiden, denn sie verderben den Spaß an unschuldiger Nacktheit und bringen sogar noch den typischen schädlichen Stress, weil er von Schuld-Gefühlen verursacht wurde. Daß ein unbefangenes Verhältnis zum eigenen Körper zur Gewohnheit wird, ist einfach eine Bedingung, ohne die nichts geht. 2. Es reicht nicht aus, nur in der Theorie unverklemmt zu sein, man muß diese Unverklemmtheit auch praktizieren (siehe Theorie und Praxis)! Scham- und Ekelgefühle, die uns an unkomplizierter Nacktheit hindern, sind erfahrungsgemäß nicht nur keine Hindernisse, irgendwann doch das Falsche zu tun und reinzufallen, sie kehren sich sogar irgendwann ins Gegenteil um: Gerade das, wovor man sich ekelte und schämte, wird bei passender Gelegenheit besonders interessant und faszinierend (siehe unten Punkt 11 und natürliche Mechanismen). Daher alle Gelegenheiten, die sich zu unverklemmter Nacktheit bieten, wahrnehmen! Man kann ja schon einmal probieren, im eigenen Bett nackt zu schlafen? Viele Menschen machen das ohnehin grundsätzlich. 3. Die Gewöhnung an die Nacktheit im Zusammensein mit anderen Menschen darf auf keinen Fall erst beginnen, wenn schon eine Verliebtheit für einen bestimmten im Spiel ist. Denn dann ist einer typischen Überrumplung, in der dann doch wieder alles passiert, kaum noch Widerstand zu leisten. 4. Um Mißverständnisse zu vermeiden, weil unser Verhalten falsch gedeutet wird (siehe konkludentes Handeln), sollten wir durch Gespräche mit anderen Menschen uns unbedingt darum bemühen, daß der Sinn problematischer Tabus, wie das der Nacktheit, schon einmal grundsätzlich hinterfragt wird. Nacktheit steht für selbstbewußte Menschen nicht im Zusammenhang mit Unmoral und Verkommenheit, sondern ist eine Frage von Ästhetik und Menschenkenntnis, doch das muß auch klar werden. Man muß schon reden können, und wenn man das nicht kann, sollte man auch die Nacktheit bleiben lassen! 5. Wir sollten daran denken, daß Menschen des anderen Geschlechts, nach denen wir uns als Gefährten fürs ganze Leben sehnen, ja auch irgendwo herkommen müssen. Wir müssen also etwas dafür tun, daß es solche Menschen immer mehr gibt, so daß wir schließlich eine wirkliche Auswahl haben! Mädchen sollten daher also durchaus die Initiative ergreifen und diejenigen mit ihrem unbefangenen Umgang belohnen, etwa auch mit dem Kuscheln, auf die sie sich von deren eigener Einstellung her so verlassen können, daß sie ihnen gegenüber keine Ängste zu haben brauchen. Es freut sich jeder vernünftige Junge oder Mann, wenn ein Mädchen ihm zu verstehen gibt, daß es sich bei ihm sicher fühlt und daß es sogar in seiner Gegenwart nackt einschlafen kann. Denn das würde gemeinsame Unternehmungen, die etwa durchaus der Idee der Adam-und-Eva-Erzählung entsprechen, und damit das gegenseitige bessere Kennenlernen ungemein erleichtert. Siehe auch Female Choice, Enthaltsamkeit und Tantrismus. 6. Wenn wir nicht damit anfangen, uns und unsere Umwelt zu verändern, wer soll es denn sonst tun? Die typischen Angehörigen verkrusteter Establishments haben doch gar kein Interesse an einer Änderung, von ihnen ist also auch nichts zu erwarten. Die warten doch nur, daß man genauso wird wie sie! Anweisungen von oben wird es also mit Sicherheit nicht geben - also Mut beim Selbstanpacken! Stressfreie Nacktheit (oder solche mit
positiven Streß) gibt es nicht ohne wirkliche Emanzipation, ohne wirkliches Selbstbewusstsein und ohne gelungene
wirkliche Moral bei sich selbst und bei der
Gemeinschaft, in der man lebt. Ja, wir können sogar sagen, daß sie ein
Symptom von alledem ist wie der Rauch, der aus dem Schornstein einer
(Dampf- )Lokomotive kommt, Kennzeichen ist, daß die Maschine arbeitet.
Es ist also müßig, Nacktheit von Menschen zu verlangen, die in Ängsten und Zwängen,
in Besitzdenken und in Sklavenmoral verhaftet sind. Die würden
das nie so recht begreifen und für die wird eigene Nacktheit immer
ungemütlicher Stress sein. Doch besteht die
Gefahr, daß die ihre Unfreiheit dann eben anders kompensieren, und
möglicherweise gemeingefährlich. Die Nacktheit darf auf keinen Fall an erster Stelle stehen, sie kann und darf nur wie der Rauch aus einem Schornstein sein, der ja auch ein Zeichen ist, dass woanders ein Feuer brennt, das auch irgendeine Dampfmaschine antreibt. Daher ist auch Nacktheit allein gar nichts (siehe auch unter Ambivalenz) - ich meine, bei wirklicher Emanzipation (die ist das "Feuer") kommt die Nacktheit von alleine. Und da ist schon ein Unterschied zwischen "leicht bekleidet" und komplett nackt. Das eine ist etwa nach dem Motto "wollte mal und konnte nicht", und das kann viel eher etwas mit "Anmache" usw. zu tun haben, ganz anders als die komplette Nacktheit. Die ist etwas völlig anderes, die braucht eine völlig andere Einstellung. Natürlich laufen auch emanzipierte und selbstbewußte Menschen nicht ständig oder sonstwie unmotiviert nackt herum. Einerseits ist es in unseren Breitengraden dafür nun wirklich im allgemeinen zu kalt und dann ist es ja auch bisher nicht üblich, daß man zu den unterschiedlichsten Anlässen stets in gleicher Aufmachung erscheint. An den Badestrand gehen wir eben auch bisher schon anders als ins Theater oder zur Arbeit oder zum Sport. ...und da sind doch nur Vorteile Doch derjenige mit überwundenen Ängsten vor der Nacktheit weiß wenigstens, wann sie im Grunde normal wäre und praktiziert sie da auch. Vermutlich ergeben sich für denjenigen, der nicht in jedem Fall auf irgendwelche Feigenblätter angewiesen ist, damit sein Selbstbewusstsein im Lot ist, erhebliche weitere Vorteile:
Und die Nachteile der Nacktheit? Wo sollen denn welche sein, sie ist doch eine Sache, die zur Natur des Menschen gehört... Doch vielleicht bin ich auch „betriebsblind“, dass ich wirklich gravierende Nachteile einfach nicht wahrhaben will. Daher bitte ich alle die, die welche wissen, diese mir zuzumailen ( Die e-Mail-Adresse siehe unter Kontakt.). Ich werde sie komplett an dieser Stelle einfügen. (Doch bitte: Vernünftige Gründe, nicht nur solche nach dem Motto: „Das war noch nie so...“) Wenn junge Menschen mit den Auffassungen hier Probleme bei ihren Kameraden bekommen, dann doch nur, weil es einfach ungewohnt ist, wenn Menschen von heute diese Thesen vertreten. Aber keine Angst: Hinter möglicher Kritik steckt vermutlich nur Neid, dass jemand etwas kann, was man selbst nicht kann! Doch ist Nacktheit nicht gerade für die Unschuld etwas höchst Gefährliches, begeben wir uns damit nicht unnötig in Gefahr, und heißt es nicht: "Wer die Gefahr sucht, kommt darin um!" Es gibt wohl genügend Gegenbeweise, daß dieser Spruch nicht auf die Nacktheit zutrifft, zumal wenn man mit Bedacht mit ihr umgeht, es stimmt ja einfach nicht, dass Nacktheit grundsätzlich stimulierend (verführerisch) wirkt. Was wirklich problematisch ist, ist die Naivität und Konzeptlosigkeit junger Menschen, wenn es um grundsätzliche ethische Einstellungen in sexuellen Dingen geht. Und nur deswegen kommt es dann zu den „Einbrüchen“, um die sich die Vertraulichen Gespräche drehen und da vor allem die GESPRÄCHE 2: „Erstes Interview mit einem Jungfrauenknacker“ und 35: „Zweites Interview mit einem Jungfrauenknacker“. Vernünftige Männer die sich vergegenwärtigen, was da läuft und in welchen Verdacht sie leicht kommen, werden es auch schaffen, sich bewusst anders zu verhalten. Und wo ist der Ort, das alles den (jungen) Menschen nahe zu bringen? Der Biologieunterricht der Schule mit seiner Sexualkunde und Sexualerziehung mag zwar etwas mit der Sexualität zu tun haben, doch ist er schließlich nicht für eine Sexualmoral zuständig, um die es hier geht. Hier dreht es sich doch um Ethik, und dafür kommt eigentlich nur der Religionsunterricht infrage! Hinweis: Im Berliner
Berliner mYm-Verlag gibt es eine neue Buchreihe „Ein, zwei, frei! Das
NacktAktivBuch“ von Anita und Wolfgang Gramer: Nacktheit. Symbol für
Unschuld und Wahrhaftigkeit. Verletzlichkeit und Verzweiflung. Für
Anfang und Ende. Für Würde und Verantwortung. Mut und
Durchsetzungsstärke. Für Sinnlichkeit, Geilheit, Lebensfreude. Wenn das
kein gesellschaftlicher Nenner ist - na ja, abgesehen von der
"Geilheit", mir reicht die Sinnlichkeit! Eine Buchbesprechung finden
Sie hier:
http://www.pfeilinfo.de/special_info/nacktiv/nacktiv.html. Junge Menschen und Nacktheit Immer wieder höre ich, dass es doch ganz offensichtlich ein "natürliches Schamgefühl" gebe, dass junge Menschen einfach nicht mehr wollten, selbst nicht die Kinder von tyischen FKK´lern. Dazu von basisreligion: Ob die Kinder von
FKK´lern ein Schamgefühl entwickeln, weil das doch in der "Natur des
Menschen" liegt? Warum aber entwickeln das etwa die Mädchen nicht bei
den Naturvölkern in den warmen Ländern? Die sind (bzw. waren früher,
heute sind auch die von unserer Zivilisation angekränkelt) bis zur
Heirat komplett nackt - und ohne dieses Schamgefühl? Hier kann
man nur spekulieren. Ich meine, dass der Mensch nun einmal unbedingt
ein moralisches Wesen ist (siehe Immanuel Kants Ausspruch: "Der
bestirnte Himmel über mir und das moralische Gesetz in mir"), er
braucht also eine Moral, auch und gerade eine Sexualmoral. Und wenn ihm keine geboten
wird (etwa durch Vormachen oder durch Gespräche), dann nimmt er eben
die, die sich anbietet, selbst wenn es sich später herausstellt, dass
die nichts taugt. Wenn einer nichts zu essen hat und es liegen Steine
da, dann nimmt er eben Steine statt Brot (ein Ausspruch Jesu). Das
heißt also auch, wenn er eine richtige
oder
auch wirkliche Moral hat, wird er die untaugliche nicht
mehr brauchen und über Bord werfen und über die lachen, die diese Scham
brauchen... Siehe die Sache mit dem Rauch und dem Schornstein (s. o.,
erste Aufzählung, Punkt 6) und das Gespräch
Vater-Tochter. Ich habe das jedenfalls in meiner Pädagogik
ausprobiert - und es hat funktioniert, und wie! Und: Freude an der Nacktheit ist etwas völlig anderes als Wille zum Sex! Das eine hat (s.o.) eher etwas mit Lebensfreude, mit Selbstbewusstsein zu tun, das andere kann durchaus wenigstens beim ersten Mal eher etwas mit der Einstellung zu tun haben: "Sowieso ist alles egal und ich hasse diese ganze bekloppte Moral sowieso..." Und die
Konsequenzen für die Praxis heute? Siehe unter Stichwort "Kindergarten" den Essay
"Das Rätsel der heiligen Drei Könige und der
`Nacktkindergartenskandal´ von Duisburg". Und in anderen Kulturen Nacktheit als Protest in der arabischen Welt: Der Link zu dem Blog von Aliaa Magda Elmahdy: http://arebelsdiary.blogspot.com/?zx=d66d98e6cba031d3 oder http://arebelsdiary.blogspot.com/
Ich habe einmal per Google-Übersetzer einige Kommentare aus dem Arabischen übersetzt. Natürlich: Eine vernünftige Übersetzung ist das nicht, doch sie gibt zumindest einen groben Eindruck, wie gegen Aliaa Magda Elmahdy argumentiert wird: Kairo Da
Sie ein Licht für jede Seite Koment sind Erlauben Sie mir, Ihnen zu
sagen, Sie sind Homosexuell und Distinguished Old Kommentatoren hier,
in deine Meinung
und
in
der
Alten
Zykm...
Sie
Ptnadoa
Freiheit,
und
offensichtlich
niemand
in
Ihrem Leben
auf
dem
Verständnis
des Wortes
de
respektiert
...Freiheit
ist nicht
die
Auflösung und
Abbau
und
Prostitution
...Dies
ist nur
Tiere
tun
...
Mein
Sohn
sogar
Tiere
Dermis
Lord
(Verzeihen Sie mir
das
Wort
unseres
Herrn
Asthmla
AlhanHatdaigk
ein
wenig), um entweder
ihre
Körper
mit
Federn bedeckt
oder
Fell
so
zu
erstellen, wie
nicht
zu Fuß gehen
unter
die Schaffung
nackt
und
verstecken
ihre
Genitalien,
um nicht das Aussehen des
anderen
zu schaden
...
Und
die
Schöpfung des Menschen, sondern
gab
ihm die
Schmach
von
Vernunft
und Moral
schneller
sich
der Mensch
Bmbus
respektable
oder
sogar
anständige
...
Tftkir,
dass Ihr Bild
de
bloßen
Ausdruck
von Freiheit
und
Bürgerrechte
und
der Urbanisierung
ist?
Ich
denke, dass
der
Ausdruck
von
Unterentwicklung
in
den
hellsten
und
Abhi
ein
Bild von dir
selbst
die
gemeinsten
und
niedrigsten Betrag für die
Tier
...
Die
Mnzerk
ekelhaft
und spannend für
Übelkeit
und
Ekel
...
Was
ist das Ziel
der
Entwicklung eines solchen
frivolen,
was auf der
Website
wird von
Kindern
und Jugendlichen und
jungen
Leuten besucht?Die Wahrheit
selbst
Achtmk
Avatar
Wahrheit
nicht
zu
beleidigen
die
schützende
Schmutz
und
Verfall
Mnzerk
...Schande
über die
Old
Marbokic. Ja, bei uns wäre ein solcher Protest wohl auch angebracht! Nacktheit gilt als unmoralisch, obwohl sie durchaus ein harmloser Spaß sein kann, doch werden junge Menschen selbst im schulischen Unterricht direkt zum freizügigen Geschlechtsverkehr animiert, der sehr oft mit erheblichen Traumata verbunden ist! (Wörterbuch von basisreligion und basisdrama) Und noch etwas in eigener Sache: Mißverständnisse wird man zwar bei so einem heißen Thema nie ganz ausräumen können, doch einige persönliche Erklärungen können gewiß nichts schaden. Zunächst einmal: Auf die Idee der Harmlosigkeit der Nacktheit haben mich durchaus Kinder gebracht, siehe meinen Reisebericht „Bayern 1969/70“. Eine weitere Entdeckung war die der Offenheit von Kindern gegenüber der ganzen Thematik, siehe das Konzept von basisreligion über Kindererziehung. Von sehr positiven Erfahrungen berichten die Reiseberichte nach Frankreich und Spanien mit einer oder mit zwei jungen Damen: Spanien 1999 und Spanien 2000. Schließlich entspricht meinem Ansatz auch die Adam-und-Eva-Geschichte: Probleme mit der Nacktheit haben zunächst einmal alle die, bei denen die Sexualität nicht im Einklang mit der Einheit von Leib und Seele, also mit „Ordnung und Partnerschaft“, gelebt wird! Doch gerade dazu eine Entwarnung: Sie brauchen sich nicht gleich komisch oder gar unmoralisch vorzukommen, wenn sie jetzt keinen Appetit bekommen, FKK-Anhänger zu werden, schließlich ist das auch alles eine Frage der Gewohnheit genauso wie der Geschmack an irgendwelchen exotischen Speisen oder eben die Abscheu davor. Doch Sie sollen angeregt werden, über Zusammenhänge von wirklicher Moral und Scheinmoral nachzudenken, wenn Sie etwa beurteilen sollen, was Moral ist, und dann vor allem nicht Ihre Energie sinnlos für irgendwelche Sittsamkeitserziehung vergeuden, wenn Sie Ihre Kinder zu wirklicher Moral erziehen wollen! |