ONANIE. Mit Onanie bezeichnet man immer noch fälschlicherweise Selbstbefriedigung. Dabei meint Onanie etwas anderes: Bei der biblischen Begebenheit, auf die sich dieses Wort bezieht, dreht es sich nämlich um einen Coitus Interruptus.

Hier der Zusammenhang: Bei den alten Juden was es üblich, daß eine Witwe ohne männliche(n) Nachkommen ihres Mannes sozusagen wertlos war und ihr Leben vertan hatte. Doch es gab eine Möglichkeit, dies zu ändern: Denn wenn sie mit einem Bruder ihres Mannes oder gar mit dem Vater eine Ehe einging und vor allem verkehrte, dann galt das erste männliche Kind als Sohn ihres Mannes. Also versuchte Tamar, die Witwe des Er, irgendwie an den Samen der Familie ihres verstorbenen Mannes zu kommen. Doch sooft sie mit dem Bruder ihres Mannes, Onan, verkehrte, sooft ließ er auch seinen Samen auf die Erde fallen und verderben (er praktizierte also den Coitus Interruptus), so daß sie nicht schwanger werden konnte. Das also steckt hinter der Sünde des Onan, nach dem die "Onanie" benannt wurde!

Wie Tamar es dennoch schaffte, an den Samen der Familie ihres Mannes zu kommen, und sogar an den des Vaters, ist eine hübsche Geschichte. Schauen Sie einmal in die Bibel, wo alles bis in die Einzelheiten beschrieben ist: 1. Buch Mose (Genesis) 38, 14ff!

Daß bei der ganzen Angelegenheit laufend gegen die moralischen Grundsätze der Bibel verstoßen wird, nach denen außerehelicher Geschlechtsverkehr untersagt ist, soll nicht stören, denn einerseits mußten sich die ethischen Grundsätze der Bibel ja erst einmal bilden und andererseits schreibt Gott auch auf krummen Zeilen gerade: Gewiß nicht von ungefähr erwähnt Matthäus die Tamar, als der den Stammbaum Jesu (siehe Jesus) aufzählt und lobt damit die Pfiffigkeit einer Frau, mit den Ungerechtigkeiten des Lebens fertig zu werden.

(Wörterbuch von basisreligion und basisdrama)