PARTNERSCHAFT zwischen Mann und Frau ist ein leider auch heute noch selten verwirklichtes Ideal. Sie ist nur bei wirklicher Emanzipation möglich. 

Gehen wir doch einmal, dieses Stichwort vom Mißlingen her an!

Wenn mir vom Zerbrechen von Partnerschaften berichtet wird oder sogar vom Reinfallen, dann schwingt auch zumeist zumindest im Unterton mit, daß man sich selbst keiner Schuld bewußt ist und daß man den anderen einfach nicht versteht und daß man das alles zunächst habe gar nicht sehen können.  

Ich frage dann immer zurück: "Oder hat man einfach nicht genau genug hingesehen?" 

Zur Problematik dieses "Genau-genug-Hinsehens" kam ich einmal bei der Korrespondenz mit einer jungen Surferin ("Friederike") auf einen neuen Aspekt: 

Und zwar schrieb mir Friederike, daß sie nach der Lektüre meiner Website mir schon zustimmt, wie krankhaft und verabscheuenswürdig Menschen sind, denen es mehr oder weniger nur um Abenteuer geht, doch andererseits sehne sie sich als Mädchen schon danach, von einem Mann begehrt und erobert zu werden.

Meine Antwort war die Frage, ob genau dieses Begehrt- und Erobertwerden (von dem die meisten Mädchen träumen) wohl wirklich der Idee von einer Partnerschaft entspricht oder ob das nicht schließlich sogar eher etwas mit Geschlechterkampf zu tun hat.

Weist diese Suche nach einem Traummann nicht vielmehr auf eine Art der Beziehung hin, die durchaus eher etwas mit Besitzdenken und also auch Sklaverei zu tun hat als mit wirklicher Partnerschaft? Und wenn es dann auf dieser Basis zu einer engeren Beziehung kommt, dann mag es zunächst nach Partnerschaft aussehen, doch nach einer mehr oder weniger langen Zeit "wäscht sich die Tünche ab" und übrig bleibt das wahre Herr-Sklave-Verhältnis, das es eigentlich von Anfang an schon immer war, und wir sind mitten im Geschlechterkampf. 

Bei einer wirklichen Partnerschaft stand diese Art der Beziehung, also die der "Partnerschaft", von Anfang an im Zentrum des Interesses: Man suchte jemanden, der für einen Partner ist, mit dem man zusammen arbeiten kann, mit dem man die Dinge dieser Welt unter dem Gesichtspunkt der Ästhetik (also außerhalb der intimen Beziehungen gleich welcher Art!) gemeinsam machen möchte, die man nun einmal gerne macht - und zwar ohne den anderen dazu erziehen zu wollen! Man hatte einfach beobachtet, daß der andere oder die andere das alles, was für einen selbst wichtig ist, auch gerne machte, oder daß er (bzw. sie) zumindest so darauf ansprang und das alles begeistert erweiterte, so daß man erkennen konnte, daß hier eine wirkliche - wenn auch für ihn selbst vielleicht unbekannte - Seite seiner Seele aufgebrochen war. Typisch ist hier das Verhältnis zur unbefangenen und unschuldigen Nacktheit: Ist z.B. die wirklich möglich - oder werde ich hier die "un-wohlen" Gefühle nicht los, weil ich mich davor scheue? 

Ja, auch eine vergleichbare Beziehung zur Arbeit gehört zur Partnerschaft!

Beispiel: Der Freund besucht seine Freundin am Wochenende und hat sich Arbeit mitgebracht, klar, irgndetwas muss noch erledigt werden. Doch die Freundin hat dafür kein Verständnis und stört ihn immer wieder und will, dass er sich mit ihr beschäftigt. Wie schön und praktisch wäre es, wenn auch sie eine Arbeit hätte, vielleicht sogar an der anderen "Hälfte des Tisches"? Doch so etwas muß man gewohnt sein... Ob es da nicht sinnvoll gewesen wäre, wenn man früher seine Schularbeiten am selben Tisch gemacht hätte, an dem auch der Vater gearbeitet hatte? Was hätte man da nicht alles lernen können, Rücksichtnahme, Konzentration, Zeiteinteilung.. Natürlich geht solche Gemeinsamkeit nicht immer, doch vielleicht manchmal?

Kinder haben noch am ehesten dieses Konzept "Partnerschaft" im Kopf, wenn sie Kontakt aufnehmen (es geht ihnen natürlich nicht um eine Partnerschaft, sie sind einfach "normal" in ihrem Umgang mit anderen!). Sie sind daher sozusagen schon von Natur "Ansprechpartner" für eine entsprechende Kindererziehung.

Ich erinnere mich an ein 11-jähriges Mädchen ohne Vater, das ich bei einer Bekannten traf und das von mir gehört hatte. Das Mädchen kam gleich darauf, ob es nicht einmal meine Dias sehen könnte und bei einer Fahrt mitkommen könnte. (Daß die Sache nicht klappte, lag weder an dem Kind noch an mir, sondern an einer unfähigen Tante, die das ganze System nicht verstand und alles kaputt machte - die Einzelheiten sind in dem Reisebericht "Osterfahrt per Auto und Zelt mit zwei Chinesen bis nach Portugal" beschrieben.) Oder da waren auch die kleinen Mädchen bei der Fahrt mit Frankfurter Kindern in den Bayrischen Wald und nach Österreich: Da war nichts von dem im Grunde unintelligenten Begehrt-werden-Wollen usw. zu spüren, sondern es ging in beiden Fällen um das Die-Welt-erobern-Wollen und dabei Sich-einem-Menschen-Anvertrauen, um einen Partner zu haben, um mehr aus dem eigenen Leben zu machen. Es bedarf jetzt nur noch der geeigneten Menschenkenntnis, damit das auch gelingt, und die kann man ja lernen.

Und genau darum, um das Erkennen von sich selbst und des anderen geht es in der Website basisreligion, zu der dieses Stichwort gehört. 

Dazu noch ein Internet-Schriftwechsel mit einer jungen Frau (Name geändert):

Evita: Ich habe mir das Zitat durchgelesen, das Sie mir geschickt haben (Anmerkung: gemeint ist dieses Stichwort "Partnerschaft"). Und ich muss sagen, ich verstehe was Sie meinen, aber ich möchte zu bedenken geben, dass aus etwas ganz Normalem eine Perversion entstehen kann, denn die Übergänge sind dabei fließend. Die Partnerschaftswünsche dieser jungen Frau in allen Ehren, aber ich kann damit nicht konform gehen. Ich kenne zwar "DIE PARTNERSCHAFT" nicht, und ich weiß auch nicht, was "DIE FRAUEN/MÄDCHEN" wollen...! Aber ich kann meine Ansichten und Wünsche preisgeben.
 
Im Bezug auf die Liebe verstehe ich das Wort Partnerschaft gerne so:
Ein Mensch....
.....der mich so mag wie ich bin
.....mit dem ich über alles reden kann, ohne das unsere Meinungen unbedingt die gleichen sein müssen
.....dem ich Vertrauen kann
.....mit dem ich tollen Sex habe
.....der meine Potentiale fördert
.....mir treu ist
.....mich respektvoll behandelt! (Reihenfolge beliebig veränderbar *g*)
 
Das gepaart mit einem guten Wesen, einer Spur Intelligenz und etwas Verständnis... voilà mein "Traummann"!
Partnerschaft bedeutet allerdings, dass ich bereit bin, das gleiche was ich verlange, ebenso zu leisten!
Aber natürlich ist es sehr schwer, so jemanden zu finden, vielleicht bin ich deshalb auch Single. Weil ich den Hochmut besitze, mich nicht mit weniger zufrieden geben zu wollen. Es ist meine Definition von Luxus, warten zu können, bis ich die Person finde, die dem gerne zitierten "Deckel" ähnelt!
 
Wenn es um das Leben an sich geht, ist meine Definition von Partnerschaft nur unwesentlich anders (als Sex möchte ich nicht unbedingt mit jedem haben) und auch hier geht es nur, wenn beide bereit sind, diese Attribute zu erfüllen.
 
 
Und hier die Antwort: Hallo, liebe Evita:
ich habe so den Eindruck, wir müssen etwas Wasser den Rhein oder welchen Bach auch immer runter laufen lassen... Vor allem habe ich über alles das, was hier zur Sprache kommt, eigentlich schon geschrieben...
 
Doch so viel: Eigentlich muß das einer Frau doch auch lästig sein, immer sich verstecken zu müssen bzw. manche Körperteile, doch irgendwo kommt das ja auf dasselbe heraus. Wie sollen einen andere denn für gut finden, wenn man sich selbst nicht für gut findet. Du schreibst von einer idealen Partnerschaft: Ob die Weiche dafür erst einmal in Richtung Versteckspiel sein kann? Ob man damit nicht immer irgendwann auf einem falschen Gleis landet? Natürlich gibt es immer die berühmten Ausnahmen, doch kann ich solches Versteckspiel jedenfalls nicht als Konzept empfehlen.
 
Und was ich so bekloppt halte, fast alle Leute kommen aus diesem Versteckspiel ihr Leben lang nicht heraus. Daher ein Schritt nach dem anderen, wenigstens im Herzen sollte ja der Wunsch sein, sich so geben zu können, wie man ist - oder eben "schade, dass die meisten Menschen so bekloppt sind, daß man das nicht tun kann!" Und nicht der verwirrende Augenkontakt sollte das erste Traumziel sein sondern, ob man sich bei jemandem ohne Versteckspiel geben kann.
Das jedenfalls habe ich meiner Adoptivtochter versucht beizubringen, wenn ich mit ihr "frei irgendwo" war. Dieses Manselbstsein muß für sie so wichtig sein, daß sie alle Männer erst einmal daran mißt. Und dann hat sie auch eine Ahnung von Partnerschaft. Sonst sind das alles ziemliche Traumblasen...
Tschüs
M.
(Wörterbuch von basisreligion und basisdrama)

Und jetzt noch das entsprechende Internet-Stichwort aus medizinischer Sicht. Dabei ist zu bedenken, daß dahinter nicht unbedingt dieselbe ethische Einstellung steht wie hinter dem Konzept basisreligion.

A Med-World
Aktiengesellschaft zur
Darstellung von Medizin
und Gesundheit im
Internet.

http://www.m-ww.de/sexualitaet_fortpflanzung/lexikon/ehe_partnerschaft_familie.html