Hinter dem Begriff PARTNERTAUSCH verbirgt sich - anders als beim Seitensprung und beim Partnerwechsel (s. Stichwort Glück) - ein gegenseitig akzeptiertes Fremdgehen, also der von beiden (Ehe-)Partnern vollzogene Geschlechtsverkehr mit jeweils anderen Partnern. Ob ein solcher Partnertausch die Ursache für ein Zerbrechen der Liebe zwischen zwei Menschen in Einheit von Leib und Seele ist, oder ob er nur ein letztes Anzeichen dafür ist, daß diese Liebe schon längst zerbrochen ist, ist letztlich nicht so wichtig: Tatsache ist immer, daß etwas mit der Liebe nicht (mehr) stimmt. Es entspricht nämlich unseren natürlichen Mechanismen, daß wir bei wirklicher Liebe zu einem Menschen gar nicht auf die Idee eines Geschlechtsverkehrs mit einem anderen Menschen kommen. Da mit dem Partnertausch ein Zerbrechen der Einheit von Leib und Seele verbunden ist (falls dies nicht schon vorher geschehen ist) und da diese Einheit zum Wesen wirklichen christlichen Glaubens gehört, ist Partnertausch Sünde.

Völlig anders eingestuft werden muß ein Partnertausch zwischen Menschen, die noch keinerlei vollendete Tatsachen hinter sich haben und die bewußte Enthaltsamkeit praktizieren, also etwa à la Gespräch 9 oder Gespräch 16. Einerseits ist das gar kein wirklicher Partnertausch, sondern lediglich ein "Sichumsehen", "was es sonst noch gibt", und andererseits naschen solche Menschen tatsächlich nur von den Früchten, die ihnen entsprechend den Folgerungen aus einer realistischen Interpretation der Adam-und-Eva-Erzählung zustehen. Allerdings sollten sie sich auch vor einem solchen Partnertausch unbedingt überlegen, inwieweit der getauschte Partner als Gefährte infrage kommen könnte, um sich nicht nach Beendigung selbst einer solchen relativ harmlosen Beziehung nachsagen lassen zu müssen, daß sie leichtfertig und ziellos seien. Es sollte ja immerhin möglich sein, daß bei einem berauschendem Manselbstsein und vielleicht sogar einem glückbringendem Orgasmus-Erlebnis die neue Beziehung in einer sinnvollen Reihenfolge in eine harmonische Partnerschaft übergehen kann und man sich nicht schließlich doch noch gegenseitig unnötigerweise enttäuschen muß.

(Wörterbuch von basisreligion und basisdrama)