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PFERDEFLÜSTERER. Nicht nur Tierfreunden ist die Geschichte vom Pferdeflüsterer bekannt, irgendwie haben wohl schon die meisten Menschen davon gehört, wie früher die eingefangenen Wildpferde ("Mustangs") auf brutalste Weise "gezähmt" oder eher "gefügig" gemacht wurden, indem sozusagen ihre Seelen gebrochen wurden. Und wie ein kleiner Junge auf die Idee kam, dass das auch alles anders laufen könnte. Da diese Geschichte ziemlich eins zu eins auf unsere Ethik-Pädagogik umsetzbar ist, gebe ich sie hier einmal wieder. Es ist das alte Problem, das schon Dostojewski beschrieb in seiner Diskussion zwischen dem Großinquisitor und Jesus, ob der Mensch zu einem Gutsein in Freiheit fähig ist oder ob er die Knute braucht. Der Auszug ist (mit freundlicher Genehmigung von Verfasser und Verlag) dem Buch Omnisophie von Gunter Dueck entnommen (S. 89 ff): Am Ende dieser Einleitung hören Sie ein besonderes Beispiel einer Idee, die in einem kleinen Jungen entstand. Er war sieben Jahre alt. Er empfing die Idee des guten Pferdes. Ich selbst kenne Pferde von unserem Bauernhof. Ich war bis zu Tränen erschüttert, als Monty Roberts vor dem IBM Topmanagement über sein Leben erzählte, sein Leben mit Pferden. Sein Vater betrieb beruflich das Einbrechen von eingefangenen, wilden Mustangs („breaking horses“). Die Pferde werden dazu ein paar Wochen „behandelt“. Sie werden zuerst in eine Schleuse getrieben, damit man nahe genug an sie herankommt, um ihnen ein Halfter anzulegen. An dem Halfter wird ein Seil befestigt und jedes Pferd wird an einen starken Pfosten gebunden. Dann wird ein schwerer Sack an einem Seil befestigt und dieser auf die Rücken der Pferde und um ihre Hinterbeine geworfen bzw. geschlagen, was die Tiere in furchtbare Panik versetzt. Verletzungen müssen in Kauf genommen werden. Dieser Vorgang heißt „sacking out“, er dauert mehrere Tage und dient dazu, den Willen der Pferde und ihren Widerstandsgeist zu brechen. Danach lässt man die Pferde auf drei Beinen stehen, um ihren Willen zu schwächen. :Ulan bindet dazu jeweils ein Bein hoch (üblicherweise beginnt man hinten rechts und macht das mit allen vier Beinen der Reihe nach). Sie werden weiter mit dem Sack bearbeitet. Auf drei Beinen geben Pferde schneller auf. Schließlich wird der Sattel fixiert und das Verfahren mit wechselnd hochgebundenem Bein startet neu. Sackbehandlung bis zur seelischen Aufgabe. Es dauert bis hierher 8-10 Tage. Druckstellen, kahl-abgeschürfte Stellen und mehr oder weniger schwere Beinverletzungen können oft nicht verhindert werden. Wenn die Pferde „soweit“ sind, werden sie losgebunden und mit einer Hackamore versehen. (Das ist eine Trense ohne Gebiss, sie liegt wie ein Hebel auf der Nase und ist ziemlich schmerzhaft, weil sie ganz sanft gebraucht werden muss, was wirklich schwer ist. Wenn man zu stark an den Zügeln zieht, gibt es einen extremen Druck auf die hochempfindliche Pferdenase.) Dann werden die Pferde noch eine Woche mit langen Zügeln bewegt, damit sie an „Gas und Bremse“ gewöhnt werden. Schließlich werden sie zum ersten Mal geritten, mit querverbundenen Beinen, damit sie nicht buckeln können. Wenn sie sich wehren, werden sie getreten oder gepeitscht. Wenn sie noch nicht so weit sind, dass man sie reiten kann, stehen sie so lange mit hochgebundenen Beinen da, bis sie zahm sind. Das Ganze dauert mindestens drei Wochen. Monty Roberts wurde 1935 geboren und verstand schon mit sieben Jahren alles von Pferden, bis auf das „breaking“. Sein Vater zeigte ihm 1942 zwei junge Pferde. Die würden Montys Gesellenstücke werden. Monty war erschrocken, erbat sich eine Woche Bedenkzeit. Auf das unwirsche Warum? seines Vaters gab er an, die Pferde erst kennen lernen zu wollen. Der Vater schüttelte den Kopf. „If you don't hurt them, they'll hurt you.“ Monty strich um die Pferde herum, bis sie die Furcht verloren. Nach Tagen versuchte er, ihnen eine Satteldecke aufzulegen. Sie ließen es sich gefallen. Wie ein Blitz schoss er begeistert von seiner Erfahrung ins Haus, rief den Vater heraus und zeigte es ihm. Sein Vater war erst sprachlos. Dann sagte er: „What am I raising?“ („Was habe ich da groß gezogen?“). Er nahm eine Eisenkette, packte den Sohn und schlug ihn zum Blutklumpen. Monty kam wegen eines äußerst schweren Pferdeunfalls in ein Krankenhaus. Er fühlte, wie Einbrechen war. Sein Vater machte keinen Unterschied zu Pferden. Sein Vater blieb von nun an eine blutende Stelle in seiner Seele. Sobald er später konnte, perfektionierte er eine neue Methode, Pferde zu zähmen. Die Methode erforderte nur eine halbe Stunde, um ein Pferd im Guten zu zähmen. Vielleicht haben Sie es im Fernsehen gesehen, es gab einige Zeit lang viele Berichte darüber. Ein Pferd wird in ein Wellblechrondell mit über 10 Metern Durchmesser hereingelassen, der Trainer (Monty oder Sie) steht in der Mitte und wartet im Wesentlichen ab, was das Pferd tut. Er schwingt eine lange Leine wie zärtlich an das Pferd heran. Das Pferd zittert vor Panik und rennt wie wild im Kreis um den sich langsam mitdrehenden Trainer herum, wird langsamer. Der Trainer in der Mitte redet begütigend und ruhig zum Pferd. Nach etwa 15 bis 20 Minuten bleibt das Pferd erschöpft stehen und blickt den Trainer an. Es schaut und schaut. Und dann kommt die Stelle, wo mir beim Filmanschauen ganz weich wurde: Das Pferd bekommt plötzlich so einen ganz anderen Ausdruck im Gesicht - und trottet auf den Trainer zu! Es war unsäglich ergreifend für mich (und ich neige zu so etwas bestimmt nicht!). Der Trainer umarmt das Pferd, redet ihm gut zu, sie schließen Freundschaft. Nach zehn Minuten wirft der Trainer dem Pferd eine Decke über. Es bockt vor Panik, rennt wieder im Kreis. Diesmal wird es schneller wieder langsamer, kommt aufs Neue nach innen, um sich umarmen und streicheln zu lassen. Nach etwa 35 Minuten steigt der Trainer auf das Pferd und streichelt es dabei. Das ist alles. Ziemlich jeder, der Pferde streicheln mag, kann nach ein paar Wochen Übung wilde Pferde einreiten. Monty Roberts zeigte uns dazu einen Film mit einer „Erststudentin“, die mehr zitterte als das Pferd. Es dauerte ein paar Minuten länger als bei ihm selbst. Monty Roberts hat seine Methode allen gezeigt. Er reiste herum und zähmte im Halbstundentakt Tausende von Pferden. Sein Vater betrieb sein Geschäft traditionell weiter. Er glaubte nicht. Niemand glaubte. Monty Roberts galt als Wunderdoktor, dem die Pferde zufällig gehorchten, als Kuriosität. Er predigte praktisch Jahrzehnte lang ohne Erfolg, etwa so: „Der Mensch ist eine Kampfmaschine!“ (Fight animal) „Das Pferd ist ein ängstliches Fluchttier!“ (Flight animal) „Pferde sind gute Tiere, sie haben nur Angst vor uns, nichts weiter.“ 1942 schlug ihn sein Vater mit Ketten. 1988 lud ihn eine neugierig gewordene Königin von England zu einer Vorführung ein, die 1989 stattfand. Elisabeth II. sah und glaubte. Sie besorgte Monty Roberts einen Ghost Writer und forderte ein Buch. Das wurde zum Schluss in ungläubig kleiner Auflage gedruckt. The Man Who Listens to Horses wurde ein Weltbestseller und dann kam noch eine Hollywoodschleife mit Film und Buch (nicht von Monty Roberts) Der Pferdeflüsterer dazu, die im Grunde den Punkt nicht mehr treffen bzw. ihn verlieren. Irgendwann hört dann in der wirklichen Welt wohl bald die Pferdequälerei auf. Wer weiß? Der Punkt ist, dass alle Menschen eine falsche Idee vom Pferd hatten bzw. heute noch haben. Und zwar eine furchtbar falsche. So ein Vater eines kleinen Monty müsste doch abgrundtief getroffen sein, alles um ihn herum bis dahin missverstanden zu haben! Er hätte flüstern sollen: „Das ist DIE Idee!“ Ich habe mit hohen Managern mehrerer Firmen, die Monty Roberts gesehen hatten, über ihn diskutiert. Die meisten sagen: „Interessant. Ich sehe natürlich die Analogie zwischen Pferden und Mitarbeitern. Deshalb mussten wir den Film bestimmt ansehen. Er zeigt, dass man ab und zu nett zu Mitarbeitern sein sollte, das hilft sehr. Sicher. Ich selbst bin oft nett zu ihnen, aber für manche Kollegen war es wichtig, den Film zu sehen, obwohl die so etwas gar nicht auf sich beziehen.“ Die meisten, mit denen ich sprach, sehen die Moral der Geschichte darin, dass mehr Zuckerbrot auf Kosten der Peitsche angebracht wäre. Die Botschaft aber ist: Pferde sind gut. Oder zumindest: Pferde sind wie natürliche Menschen! (Sie haben ja möglicherweise weder eine Idee von sich oder eine Vorstellung von einem System?!) Im Guten, also wie freie Pferde, die sich gut fühlen, lassen sie sich nach 30 Minuten gerne reiten, im Bösen nur als zerbrochene Wesen nach vier Wochen. Die Botschaft ist: Menschen sind gut, auch wenn sie Freie sind. Im Guten arbeiten sie gerne Tag und Nacht. Im Bösen nur als zerbrochene Burn-out-Wesen unter Dauerstress, Druck und drohenden Bonuszahlplänen, die die Trauben hoch hängen. Der Streit, ob der Mensch wirklich durch das erbsündige freudsche Es im Körper so böse ist und deshalb systematisch durch „sacking out“ gebrochen werden muss, ist so alt wie die Kultur. Kindern wird der Wille gebrochen, heute nicht mehr so ausdrücklich wie früher. Bei Pferden ist es nun nach Jahrtausenden des Irrtumsformal bewiesen: Das Böse im Pferd ist vorher nicht da. Es entsteht allenfalls durch das Brechen der Seele, die sich in den Untergrund verabschiedet hat. Dann arbeitet das neuentstandene Wesen wie ein Pferd, ohne noch eines zu sein. Das Böse ist im Kern im System des „breaking horses“, im Über-Ich, im ES der traditionellen Pferdekultur. Die Kultur des „breaking horses“, das System also ist das Böse. Das Böse ist nicht im Pferd. Monty Roberts bewies es. Ihm wurde jahrzehntelang nicht geglaubt. Ohne die Queen glaubte man ihm heute noch nicht. Beweis hin oder her. Im Buch Warum wir arbeiten von Michael Maccoby findet sich diese feine historische Anmerkung: „Der Begriff Manager stammt von dem italienischen Wort maneggiare, in die Hand nehmen, handhaben, anfassen, umgehen mit, gebrauchen, Pferde zureiten, Pferde dressieren - also die Kraft von Tieren bändigen und lenken.“ Menschen werden also wie Tiere gebändigt und gelenkt. Wer das kann, ist Manager. Haben wir also vielleicht eine genauso katastrophal falsche Idee vom Menschen wie von Pferden? Die Platoniker predigen seit über zweitausend Jahren das Zum-Erblühen-Bringen des Menschen. Unsere Kulturen aber brechen den Willen insbesondere des natürlichen Menschen, der meist als einziger überhaupt einen Willen hat, so lange, bis der Mensch widerstandslos das Erforderliche lernt und hart wie ein Esel arbeitet. Vielleicht aber lassen wir uns doch einmal etwas vom Pferd vormachen und nähern uns langsam und meinetwegen systematisch der Idee des Guten im Menschen? Auf der anderen Seite, leider: Das reine Gute der Philosophen aber scheitert natürlich ebenso, wenn es ohne System schutzlos nur aus dem Licht besteht. Terroranschläge erschüttern heute die Welt. Ausländerhass lenkt ratlose Menschen von der eigenen Lage ab. Ein paar eingewanderte Raubtiere veränderten in Australien die gesamte Tierwelt. „Es kann der Beste nicht in Frieden leben, wenn es dem Nachbarn nicht gefällt.“ Die Herrscher der Ideenlüfte verwechseln regelmäßig das Gute mit dem Nur-Guten. Sie predigen: Wenn jeder das Gute anstrebte, wäre die Welt gut.“ Sie wollen das Gute zum Adel erheben, verlangen aber meist viel radikaler als möglich den problemfreien Fall des Nur-Guten. wenn alles nichts als gut wäre, wäre alles gut. Wenn es aber nur ein bisschen Böses gibt? Die Hoffnung auf eine nur-gute Welt ist die Sünde der Idealisten. Letztlich gibt es eben auch das Böse. (Ich schreibe sehr viel im Buch Supramanie, wie das Böse notwendig entsteht, unter dem Stichwort Topimierung.) Nach meiner Überzeugung also muss es das Böse geben. Um daher das Gute hoch zu halten, muss das Böse niedergehalten werden. Das muss eben mit System geschehen, so leid es den meinetwegen nur-guten Philosophen tut, die dem Nur-Guten zu Liebe sogar manchmal das schiere Gift trinken. Es oder ES? Das Gute oder die Sünde? Idee oder System? Linke Gehirnhälfte, rechte Gehirnhälfte? Ein natürlicher Mensch in einem freien Körper? Warum weigert sich ein System, eine neue Idee zu sehen? (Eine runde Erde, die „Abstammung des Menschen vom Affen“, das „Gute“ im Pferd?) Haben Systeme keine Wahrnehmungsfähigkeit für Ideen? Ist es für sie keine Mitteilungsform? Muss man dem System vielleicht systemgerechter kommen? So etwa? „Wir werden alle herkömmlichen Pferdezähmer ruinieren. Wir können mit einer neuen Methode Pferde in Minuten lammfromm biegen. Schneller als Brezelbacken. Allein durch Tierarztkostensenkung liegen wir 20 % billiger. Wir gewinnen den Weltmarkt. Die neue MR-Methode ist patentiert. Niemand hat eine Chance gegen uns.“ - „Wie funktioniert die Methode?“ - „Geheim. Patentiert. Sie treiben Ihr Pferd da hinein und zahlen nach einer halben Stunde am Ausgang. Es ist ein Vollservice. Sie müssen sich um nichts kümmern. Reiten Sie einfach nach Hause.“ - „Aha, gut. Wie viel kostet es?“ - „Ist doch egal. Da ist die Kasse.“ Und auf der ganz anderen Seite: Warum weigern sich die Gralshüter der Ideen, die anderen Ideen wahrzunehmen oder die Notwendigkeit von der Integration verschiedener widerstrebender Ideen in Systeme? Gäbe es für alle Menschen genug zu essen, wenn wir alle Fakire der Spitzenklasse wären? Muss nicht auch jemand Nägel mit Köpfen machen? Wenn ein System regiert, hilft eine neue Idee nicht. Im System ist das System das Wichtige, nicht die Idee. Für manche Menschen, wie für Monty Roberts, ist die Idee das Wichtige. Sie opfern auf der Stelle das System und erschaffen ein neues, um die neue Idee herum. Manche andere Menschen haben grandiose Ideen und meinen, sie hätten damit alle anderen Ideen fundamentalistisch besiegt oder die Notwendigkeit von Systemen durchbrochen. Ist die Idee oben? Ist das System oben? Die Moralerziehung unserer Kinder ist in mehr oder weniger allen Kulturen immer noch genauso wie die Pferdezähmung in der Vor-Pferdeflüsterer-Zeit. Der Verfasser des Buchs "Omnisophie" geht bei einem Vergleich mit Menschen nur darauf ein, wie Menschen für die Arbeitswelt "gebrochen" und "gezähmt" werden. In diesem Bereich kenne ich mich allerdings nicht so aus, vor allem habe ich auch keine schlüssigen Alternativen... Doch es gibt einen Bereich, wo es wirklich Freiheit geben könnte, wo es bei uns keine wirtschaftlichen Zwänge gibt, wo sich immer wieder alles neu mischen könnte, wo freie Entscheidungen der (jungen) Menschen möglich wären - und das ist der Bereich der zwischenmenschlichen Beziehungen! Wir sind entrüstet, wenn wir hier erfahren, wie Mädchen in anderen Kulturen durch Beschneidung verstümmelt werden (und nicht nur im Islam, es gibt auch christliche Völker, die so etwas machen!), um sie zu zähmen (genau darum geht es doch!), weil man meint, sonst könnten sie nicht wirklich moralisch sein, wobei von der Erziehung zu einer Partnerschaft und zu einer leibseelischen Einheit von Mann keine Rede sein kann. Doch lassen wir uns einmal durch den Kopf gehen, wie wir bei uns sie zur Moral bringen wollen, selbst wenn das inzwischen nichts mehr hilft. Zunächst beschränken wir uns ja einmal darauf, ihnen in ihrer Kindheit eine Art heile Welt vorzugaukeln, die sie erleben sollen, um sie angeblich so fit zu machen, die spätere Welt zu bestehen. Ein direkter Zusammenhang ist dabei nicht zu erkennen. Ansonsten bringen wir den jungen Menschen aber nach wie vor Ängste und Zwänge bei, wenn es um Glauben und Sexualität geht. Und mit einem ganzen Register von Maßnahmen werden natürliche Einstellungen der Kinder gebrochen:
Und da das alles für eine Moral doch nichts hilft, zucken wir die Schultern und sagen, das sei eben die Natur, dass man gegen die Triebe junger Menschen nichts machen könnte, und verteilen Kondome, um wenigstens unerwünschte Babys und Geschlechtskrankheiten zu verhindern. Machen wir es uns hier nicht zu einfach? Liegt diese unkontrollierbare Natürlichkeit des Menschen (gegen die man angeblich nichts machen kann) vielleicht doch nur daran, weil wir etwas falsch machen? Die Philosophen behaupten ja nun sowieso, dass der Mensch von Natur aus gut ist, und dass wir also bei der Erziehung Fehler machen. Und schließlich sagen ja auch die Theologen, dass der Mensch Gottes Ebenbild ist, dass er also eigentlich gut ist. Sagen wir bloß nicht, dass alles heute anders ist, und dass es eine solche Erziehung ja gar nicht mehr gibt! Und sie gibt es wohl, nur eben nicht mit der Holzhammermethode, sondern vielleicht etwas feiner, siehe etwa unter sexueller Selbstbestimmung und Legebatteriehennensyndrom! Auf alle Fälle ist es zumindest so, wie wenn Menschen in ihrer Kindheit eine Sprache erlernen: Niemand bimst mit ihnen Vokabeln und Grammatik und dennoch übernehmen sie die Sprache perfekt. Bei einer Sprache ist das ja sinnvoll, doch bei einer Ethik führt das dazu, dass die jungen Menschen schließlich genau in die Scheinmoral und damit auch in die Teufelskreise hineingezogen werden, die das Wesen einer Gesellschaft ausmachen... Wie würde das also der Pferdeflüsterer machen? Ich zitiere hier einmal aus einer Mail, die ich von zwei Schwestern, Anna-Christina (17) und Nicole (13) bekam, zu meiner vorliegenden Website: hi, Lese immer noch in deiner
Seite und jedes Mal wenn ich lese kann ich einfach gar nicht mehr aufhören. Man
saugt es so in sich auf. Davon hat auch meine Großcousine erzählt. Ich bin
wirklich begeistert, jetzt muss ich es bloß noch verdauen. Und Nicole (Anmerkung: die 13-jährige Schwester) meint, sie müsste es erstmal
erleben, bevor sie etwas schreiben könnte. Naja. Was ist es denn, was die Mädels so fasziniert - und wie sie mir schreiben, war eine 15-jährige Cousine genauso fasziniert -, was ich das geschrieben habe - und dass sie am liebsten mit mir auch so eine Fahrt mitmachen würden, denn der Kontakt hat sich ja angebahnt, also ich in Süd-Ost-Asien war mit einem anderen Mädchen und über Internetcafés von dieser Tour berichtet habe? Nicht zuletzt haben die Mädchen sogar am Flughafen auf mich gewartet! Liebe oder Verliebtheit und irgendeine sexuelle Attraktivität meinerseits kann es ja wohl nicht sein, sie kannten mich ja gar nicht persönlich und außerdem bin ich nun wirklich für sie zu alt, aus der Ferne sowieso! Es muss also etwas anderes sein! Es scheint den Mädchen, die beim Treffen auf dem Flugplatz auf mich einen äußerst seriösen Eindruck machten, also keinesfalls um Sex oder etwas in dieser Richtung zu gehen! Und gerade das ist es ja auch nicht, was ich in meiner Website vertrete und auf was sie regelrecht scharf zu sein scheinen! Rationaler Umgang mit mythischen Geschichten (die ansonsten als Herrschaftswissen - durchaus auch gegen Frauen - eingesetzt werden) und Befreiung von der Leibfeindlichkeit und sinnvolle Menschenkenntnis, das ist das, was die jungen Leute suchen! Um was es ja mir geht, ist eine Befreiung von Stolpersteinen oder gar Barrieren (von den sinnlosen "Opfern des Verstandes", siehe sacrificium intellectus, um zu einer Harmonie von Denken und Leben zu gelangen und auch zwischen den Geschlechtern (und auch zwischen Alt und Jung) ohne Ängste und Zwänge. Es geht dabei auch um eine Befreiung von sinnlosen Ängsten und Zwängen und von irrationalem Wissen, was ja auch alles mit der Religion zusammenhängt. (Achtung: Ich bin dabei natürlich keinesfalls gegen den tatsächlichen Sinn der Bibel, siehe etwa religionshistorische Methode, und gegen den wirklichen Jesus, siehe etwa kriminologischer Ansatz!) Stattdessen geht es dann auch darum, wie sie vernünftige Partnerschaften anfangen können, jedenfalls sagten mir das die Mädchen bei unserem Treffen - also alles ganz seriös und verständlich und in voller Übereinstimmung mit wirklich christlichem Glauben! Das alles ist ja auch in der Mail angesprochen! Noch wissen sie nicht, wie sie das alles den anderen beibringen können, denn zu ihren Idealen gehört natürlich auch die Weitergabe ihrer Ideale andere, doch sie sind überzeugt, auch die anderen wollten das eigentlich auch! (Ich erinnere mich, als ich mit einem 11-jährigen Mädchen über Nacktheit sprach und wie Sex eigentlich anfängt. Und das Mädchen meinte, dass im Grunde eigentlich alle ihrer Kameradinnen scharf darauf seien, aber alle sagten genau das Gegenteil!) Ich sehe hier meine These bestätigt, dass der heutige Sittenverfall daher rührt, dass genau diese harmlosen Teilziele tabuisiert und verpönt werden, öffentliche Nacktheit und gar Spaß an der Nacktheit gelten nun einmal als pervers. Aber überall wird gesagt, dass vorehelicher Verkehr normal sei, da sei also nichts Perverses dran - und das erfahren sie dann auch im Sexualkunde-Schulunterricht (siehe auch Sexualerziehung): "Die Sexualität erwacht und man lernt einen Jungen kennen und irgendwann braucht man eben Kondome gegen Kinderkriegen und gegen die Geschlechtskrankheiten. Und wer da nicht mitmacht, der ist eben nicht ganz gesund." Irgendwelche seelischen Problem, die auf sie zukommen könnten, werden verschwiegen, allenfalls sind die ja ein Zeichen von Unreife und haben nichts mit falschen Entscheidungen im sexuellen Bereich zu tun, nein rein gar nichts. Also fangen die jungen Leute dann damit an - und wir haben sie dort, wo wir sie wollen... Und in meiner Website ist nun einmal dieses ganze Lügengeflecht zerhauen - und irgendwo entspricht das dem Grundverlangen der Mädels und sie fassen Vertrauen zu mir als Verfasser und öffnen sich mir und wollen sogar eine Fahrt mit mir machen! Endlich einmal jemand, der sagt und vielleicht auch organisiert, was Mädels wirklich wollen! Bin ich also so eine Art Pferdeflüsterer? Und wäre das alles also so einfach? Doch klar, das Sinnvolle ist immer einfach und macht auch noch den Beteiligten Spaß dazu! Klar, wenn etwas menschengemäß ist, wie es die Philosophen und Theologen doch immer behaupten, dann müsste das auch Spaß machen, ja, der Spaß müsste sogar ein regelrechtes Indiz dafür sein, dass der richtige Nerv getroffen ist. (Der alte griechische Philosoph Plato redete ja auch von "Ideen", die jeder Mensch von Natur aus in sich hätte - und die eben nur getroffen werden müssten.) Vermutlich gibt es bei der Umsetzung allerdings Probleme - und genau dieselben mit den andern ach so tollen Pädagogen entsprechend denen des Pferdeflüsterers! Das wäre ja noch schöner, wenn ein 7jähriger Junge Recht hätte - oder eben ein mickriger rausgeworfener Berufsschulreligionslehrer! Ach ja, die Mädchen kamen auch noch auf das Thema, ob Kumpelhaftigkeit zwischen Jungen und Mädels möglich sei, und ihre Mutter hätte das verneint. Ich meinte daraufhin, dass ich das anders sähe und dass das Problem wohl eher sei, wie Erwachsene, die selbst nicht klar mit so etwas kämen, junge Menschen dazu anleiten könnten. Ich hätte jedenfalls keine Probleme mit der Kumpelhaftigkeit - und das sei eine ganz tolle Sache! (Anmerkung: Ich weiß, dass manche Leser etwas genervt sind, weil ich immer mit der Sexualität ankomme... Einerseits möchte ich darauf hinweisen, dass es mir ja auch um das Problem der Zerstörung von Rationalität geht und dann habe ich den Eindruck, dass viele Leser einfach überrascht sind, wenn in einem anderen Bereich als erwartet eine Thema aus der Sexualität auftaucht. Und sie starren förmlich nur noch darauf und sind genervt. Kann diese Genervtheit nun nicht auch daran liegen, weil diese Thematik, die sie ja genau hier nicht erwartet haben, bei näherem Hinsehen gerade hierher gehört, weil hier Lösungsansätze sein könnten? Warum sollen Entscheidungen im intimsten zwischenmenschlichen Bereich denn eigentlich nicht mathematisierbar sein? Vielleicht wollen wir aber gar keine Lösungen?) Ich bin nur gespannt, wo meine Queen Elizabeth II. auftaucht! Und ich bin sicher, sie taucht auf! Kommentar von Anna-Christina (s.o.), die ich angefragt hatte, das Stichwort zu beurteilen:
Und in dem Text haben ich und Nicole uns wiedergefunden,
ja schon seltsam hab ich finde das Stichwort total ok. Also noch was dazuschreiben, glaub ich braucht man
nicht. Die beiden Mädchen haben mich also zu einem Projekt im August 2006 motiviert und sie würden sich freuen, wenn noch andere junge Leute dabei wären! Näheres unter Projekt "Alte Braunsberger Lehrer für junge Menschen"!
Die angehende Sozialpädagogin Cornelia hält die Darstellung von basisreligion hier für übertrieben. Und der Kommentar dazu von Anna-Christina (Juni 2006)
Cornelia:
"Der männliche "Leitwolf" - oder
besser: das Alpha-Tier - gilt normalerweise als der Chef eines Wolfsrudels.
Er vertritt das Rudel nach außen, indem er
beispielsweise das Vorrecht der Reviermarkierung besitzt. Doch neuere
Untersuchungen zum Sozialverhalten eines Wolfsrudels bestätigen die alte
Vermutung, dass eigentlich das weibliche Alpha-Tier die "heimliche Chefin"
ist - zumindest, was die Belange innerhalb des Rudels betrifft. Denn sie
wählt aus, welchem Rüden in der Fortpflanzungszeit ihre Gunst zufällt -
dies muss nicht immer automatisch das Alpha-Tier sein!
In dieser Phase zumindest ist sie das dominante Tier
des Rudels. Wenn ihr in dieser Situation eine Geschlechtsgenossin in die
Quere kommt und selbst "Ansprüche" in der Damenwahl geltend macht,
wird es oftmals brutal. So erklärt sich, dass auch Weibchen ein
eigenwilliges Streben nach Dominanz entwickeln
können.................zwischen zwei Weibchen kommt es schneller zum Kampf
auf Leben und Tod....................usw. usw. Ich sehe das alles nicht so
klar wie Du Michael, es ist alles viel komplexer und kann nicht nur mit
Keuschheit behoben werden. Ich habe in meinem Leben
gelernt, dass jede Wirklichkeit anders ist ...........vielleicht wirst Du
das auch noch erfahren. Trotzdem finde ich es gut dass Du noch Träume hast!
Ich werde auch versuchen die Emanzipation der Frau zu
reformieren.......aber halt etwas anders als Du.........ich hoffe Du bist
erfolgreich mit Deinem Projekt.
Alles hat seinen Grund,........alles hat seine
Geschichte,........ so werden auch die Mädchen ihre Geschichte
haben......................
basisreligion: Dein Vergleich
mit dem Wolfsrudel hat einen Haken: Wir wissen aus der
Tierexperimentediskussion im Hinblick auf Medikamente aus der letzten
Zeit, dass es problematisch ist, Erkenntnisse (im Sinn von konkreten
Ergebnissen, beim Vergleich mit den Pferden beim Pferdeflüsterer handelt
es sich ja nur um Anregungen!) aus der Tierwelt auf den
Menschen zu übertragen. Bei den Menschen gibt es völlig andere
kulturelle usw. Einflüsse als bei den Tieren - und wenn die schon auf
die Wirkung von Medikamenten Einfluss haben, um wie viel dann mehr auf
Dinge der Psyche!
Und ich meine in diesem Sinn, dass Menschen
einfach völlig unnatürlich aufwachsen, wie kommen wir etwa eigentlich
dazu, jungen Menschen die Scham anzuerziehen??? Viel natürlicher wäre
doch spieltheoretische Menschenkenntnis, wie ich sie etwa im Gespräch 2
angeregt habe, aber die Pädagogen wissen da überhaupt nicht, wovon ich
rede. Jedenfalls ist doch durch diese ganze kulturelle Beeinflussung
überhaupt kein "normales" Verhalten im Hinblick auf eine Moral mehr
möglich! Und so hat die Eroberung von Weibchen nichts mehr mit
Alpha-Rüde usw. zu tun, sondern es kommt der dran, der diese kulturelle
Schieflage am geschicktesten ausnutzt und am besten lügen kann und am
gewissenlosesten ist, siehe das Gespräch 2. Und die Anständigen oder
Späterentwickelten müssen dann nehmen, was übrig bleibt oder dort
weitermachen, wo andere angefangen haben - mit allen Problemen der
geglückten oder nicht geglückten Aufarbeitung.
Und hier will ich etwas tun, mehr nicht!
Irgendeine Normalität wieder herstellen. Und vielleicht passt dann auf
jeden Topf wirklich ein Deckel - und das "In-die-Quere-Kommen" erledigt
sich weitgehend?
Jedenfalls sehe ich in dieser
Unnatürlichkeit einen ganz gewaltigen Mißstand - und dieser Mißstand
läßt sich relativ einfach beheben, man muß nur wollen. Klar, da wollen
allerdings nicht viele - aber die jungen Mädchen von gestern sicher.
Also fange ich da an.
Und: Bei aller Komplexität, vielleicht ist
das wirklich Richtige doch das Einfachste? Und gerade in so
grundlegenden Dingen?
Cornelia:
sowohl Männer wie auch Frauen wird der Scham anerzogen!
Ist Scham nicht auch eine natürliche Reaktion und eine
Lebensnotwendige? Ist Scham nicht eine Reaktion die wir gerade Kindern
lassen sollten?
basisreligion: zur Problematik der
Scham habe ich doch eigentlich genügend geschrieben, etwa unter dem
Stichwort "Moral" (daß Du das noch nicht gelesen hast???): Der Mensch ist
ganz offensichtlich ein moralisches Wesen (und vor allem auch die Frau) und
wenn man ihm keine richtige Moral beibringt, verschanzt er sich eben hinter
einer Ersatzmoral oder einer Scheinmoral, die zwar nichts wirklich hilft,
die nicht richtig schützt, aber erst einmal sein Moralbedürfnis befriedigt
(daher schützt die Scham auch keinesfalls vor Enttäuschungen, vor dem
Reinfallen, vor Untreue, vor Dummheit usw., ja im Grunde macht sie erst
richtig scharf auch so etwas, ist für wirkliche Moral also sogar weitgehend
kontraproduktiv). Und die Scham ist ein sicheres Indiz dafür, dass ein
Mensch mit wirklicher Moral seine Probleme hat, dass er nichts begriffen hat
usw. Und das gilt auch für junge Menschen. Also brauchen Menschen, die
wirklich moralisch sind, auch nicht die Scham - daher haben die Frankfurter
Mädels so einen Spaß an meinem Konzept, auch schon mit 12 Jahren! Die Scham
ist also keineswegs eine natürliche Reaktion, sondern eine kulturbedingte!
(Und es gibt ja auch die Zeige- und Schaufreude bei jungen Menschen!)
Und gerade Kinder können wahnsinnig offen sein!
Lies mal meinen Reisebericht von der Fahrt mit Frankfurter Kindern, wohl der
zweite...
Aprobos: Mir geht es nicht darum, Recht zu
haben, sondern ich möchte einfach keine fragwürdigen fixen Ideen haben,
sondern sachorientiert sein, denn es soll ja etwas funktionieren, auch eine
Emanzipation. Und ich habe gewiß lange gebraucht, um mich von diesem ganzen
soziologischen Gestrüpp zu lösen, und ich finde, es ist doch wohl
einfacher...
Cornelia:
keine Sorge, so schnell bin ich nicht zu
überzeugen und mit Religion, Moraldenken usw. kenne ich mich aus :-)
Übrigens werde ich nicht schnell sauer, wäre auch
schlecht wenn ich es würde, Sozialpäd. sollten tolerant sein und ich
denke das bin ich auch........und Du?
Was genau ist das Problem am Scham? In
einem gewissen Alter ist dass eine natürliche Reaktion. Man(n)
sollte ihn akzeptieren...................
Übrigens ich mag Soziologie..........dadurch wird
so einiges klarer........und ich glaube wir hatten einen der besten
Dozenten der die Soziologie lehren konnte.......................
Emanzipation bedeutet, dass ich sein kann, was
immer ich bin - es heißt nicht, das ich etwas anderes werde, was mir
nicht entspricht. ;-)
basisreligion: Zu der natürlichen Reaktion: Es gibt da auch massiv andere Erfahrungen. Ob das so passiert, wie Du sagst, hängt also wohl noch von anderen Faktoren ab - und das Problem ist, dass diese anderen Faktoren als so selbstverständlich gelten, dass sie nie oder nicht so recht hinterfragt werden. Wir wachsen zum Beispiel mit der Lüge auf, denken wir an die Märchen, an die Geschichten in den Religionen, an die üblichen Tabuisierungen Kindern gegenüber. Und das alles wird etwa auch noch durch Feste abgesegnet und verstärkt. Ich finde, das ist etwa so, als ob man Menschen von Anfang an in einem stockfinsteren Zimmer aufwachsen lässt - und dann behauptet, das sei normal, wenn sie sich so tapsig und unbeholfen und ängstlich in manchen Dingen verhalten - und sich dann ab und zu auch noch oft die Beine brechen, weil sie einfach nicht zu bändigen sind und offensichtlich dann auch wieder hinfallen "wollen".
Ich kann mir jedenfalls eine andere moralische
Fitmachung als über die Scham vorstellen - und ich habe auch Erfahrungen,
dass etwa die Mädchen ganz toll dabei mitmachen. Aber ich habe da mit den
Erwachsenen im allgemeinen meine totalen Schwierigkeiten, mir ist, als ob
die geradezu diese dunkles-Zimmer-Situation wollen - weil die Ängste usw.
ihnen entgegenkommen - zum Erhalt der Herrschaftsstrukturen. Wozu denn
sonst?
Lies doch mal das Stichwort vom Pferdeflüsterer!
Zur Soziologie: Sie ist m. E. nur eine Hilfswissenschaft wie die Pädagogik, weil die eigentliche Wissenschaft, die Theologie, nämlich weltfremd und Herrschaftswissen geworden ist und nicht mehr den Menschen hilft... Cornelia: habs gelesen.................Das mit der Pferdezähmung finde ich ziemlich übertrieben........dieser Erziehungsstiel den Du erwähnst ist für die heutigen Verhältnisse doch ziemlich überzogen. Schade, dass in Deinen Augen alle Menschen falsch erziehen,........ Du scheinst es besser zu wissen :-).........Ich für meinen Teil kann sagen "ich erziehe ganz gut" ! So etwas spürt Frau nämlich. :-)
Wie schon gesagt, halte ich es für Fact, dass der
Scham ein natürlicher Trieb ist, ich spreche nicht von
Nacktheit...........wer läuft nicht nackt durch die Wohnung..........ich
spreche von der natürlichen Scham meist beginnend mit der Pubertät.
Vollkommend normal und auch gerecht, nahe zu notwendig!
Religion finde ich gerade in Bezug Kinder
äußerst schön........auch Märchen sind spannend und Feste erst
recht..................In unserer heute so reizüberfluteten Gesellschaft ist
es gut sich an gewisse Werte zu orientieren, es ist für mich nicht
verständlich wie Du das mit einen dunklen Zimmer vergleichen
kannst...........
Außerdem möchten Kinder Erwachsene
nachahmen................lass sie doch.......was soll mit ihnen passieren?
Das zu Marionetten werden? Das kann nicht wirklich Dein ernst sein.
basisreligion: Es sieht alles danach aus, als ob Du das Gespräch 2 noch nicht gelesen hast (dann wäre Dir das mit dem stockfinstern Zimmer klar geworden) und auch nicht meinen Mailwechsel mit dem Herrn von der religiösen Gemeinschaft in Wien zum Thema Scham... Dabei hat gerade das Gespräch 2 für mich so etwas wie eine Schlüsselfunktion, das ist nämlich sozusagen die Realität, wie das mit der sexuellen Emanzipation ist, wenn man sich nur einmal aus seinem Wunschdenken löst und genauer hinsieht. Ist das mit der Scham nun ein Dogma? Ich habe dieses Problem jedenfalls auch unter dem Stichwort Dogmatik aufgeführt... Im Übrigen rede ich ja gar nicht davon, dauernd nackt herumzulaufen, ach bitte, lies doch mal ein wenig mehr... Und was sind das für Werte, von denen Du sprichst? Lüge ist für mich Lüge, auch wenn ich sie vielleicht "übertrieben" (oder nicht besser "deutlich"?) darstelle - und Lüge ist nun einmal kein Wert, jedenfalls nicht für mich. Dagegen geht es mir nun wirklich um Werte, wenn ich Konzepte darstelle, wie man (und auch "frau") nun wirklich zu Liebe und Partnerschaft kommen! Da ist doch nun wirklich einiges im Argen! (Wenn ich in Klassen gefragt habe, wie viele Ehen oder Partnerschaften die jungen Leute kennen, die als Beispiel für die eigene dienen könnten einschließlich der ihrer eigenen Eltern, dann war da zumeist - Fehlanzeige...) Und meint nicht jede Mutter "gut zu erziehen". Heißt das denn, dass das auch wirklich so ist? Hier hilft doch nur Sachlichkeit... Ach ja: Wenn manches bei mir "überzogen" klingt, dann möchte ich mich gegen diesen Vorwurf wehren. Ich möchte einfach nur sachlich sein - und Fehler erkennen und beim Namen nennen und sie beseitigen. Ich repariere gerade ein Achslager bei meinem Passat: Hier ist nur eine Nuance nicht in Ordnung - doch mit der Zeit kann das ein großes Problem für das ganze Auto werden, wenn diese Nuance nicht beseitigt wird, jetzt noch eine Angelegenheit von ein paar Euro... Und da muss auch ein gutes Achslager rein! Es gibt sicher Fehler, über die kann man hinwegsehen - und andere, über die eben nicht - und bisweilen sind das ja nur kleine... Ich habe mir erlaubt, unseren Mailwechsel auch an Anna-Christina zu schicken, dem Mädchen, die ich im Stichwort Pferdeflüsterer erwähnt habe. Sie sagt ihre Meinung noch drastischer als ich....
Kommentar von Anna-Christina, Schülerin:
Hi Cornelia, es ist doch heut so, das die Eltern wollen, das die Kinder ihnen gehorchen, selbst wenn es total überflüssig ist. Nie dürfen die Kinder selbst entscheiden, was für sie gut ist, und man behandelt sie eben immer wie Kinder die dumm sind. Ich finde das Erziehung überhaupt nur falsch sein kann, man macht aus den Kindern das was man will und letztlich werden sie für das Leben unbrauchbar weil sie alles falsch machen. Mir wurde was von einer Bibel erzählt die wahr ist und allem möglichen christlichen Kram, das ans Mittelalter erinnert und niemand sagt mir wer der richtige Partner ist und wie man ihn findet. Die Ehe meiner Eltern sah jedenfalls nicht danach aus. Ich finde man braucht die Eltern als Partner und man muss sein Leben selbst verantworten, die Eltern können für einen nicht eine Verantwortung abnehmen, ich kann jetzt nicht so verantwortlich sein wegen der angeblichen Erziehung. Na ja Und mit dem Nacktsein oder -baden, find ich absolut toll. Auf die Idee hat mich sonst keiner gebracht und da ist es mal so, dass Jungen nicht über einen lachen. Man kann man selbst sein. Mensch ist eben Mensch (so wie er aussieht; und in allen Filmen sieht man Nackte, wer will mir da was auftischen?) Was ist denn mit den Mädchen, die gegenüber anderen sonst keine Chance hätten? Und die Männer dürfen alle dann ausnutzen, wir Frauen sind echt dumm. Sollen wir als Mädchen alle dumm bleiben und dann werden wir auch noch zur Dummheit erzogen, das musst du mal überlegen. Und dann sagt die Religion noch, der Mann kommt zu dir , bete ob er der Richtige ist. Das ist doch hohl. und Märchen sind einfach nur scheiße, weil es Geschichten sind die nicht die Wirklichkeit zeigen, immer schöne Mädchen. Die Religion ist einfach überflüssig. Aber total. Nix gutes dran. Man lernt da alles schön hinzunehmen und nicht zu kämpfen oder etwas zu ändern. Und damit wollen die Eltern einen auch noch manipulieren. Nach dem Motto: "Sei gehorsam, sonst bestraft dich Gott oder mein Vater sagt: "Jedesmal schlägst du Jesus ins Gesicht" Das war einfach nur schrecklich, das kann man nicht sagen. Und meine Mutter dachte auch immer sie sei eine gute Mutter und sie hat sich sehr mächtig getäuscht und mich hat das total verwirrt, denn sie sagte es und ich hab es anders im verhalten gemerkt. und konnte ihr nicht mehr vertrauen. Und Kinder wollen niiiiiiiee die Erwachsenen nachahmen, ich jedenfalls nicht meine Eltern. Die Kinder wollenes immer besser machen, aber wer sagt ihn schon wie das geht. Und Michael hat die beste Seite geschrieen die es jemals geben könnte. Er hat die volle Wahrheit gesagt, und die will und wird ja von Erwachsenen nur manchmal verstanden. Ich hab mich oft befragt, was ist das für ne Moral, jeder mit jedem pennen? Nee das hat nun wahrlich nix mit Liebe zu tun. Was haben die Frauen davon? und die Typen die einen anmachen das ist nur primitiv an wen liegt das an uns Frauen! Ja das hab ich jetzt auch kapiert. Na ja das war´s erstmal ich hoffe ich war nicht so hart nur meine Meinung Anna-Christina Und da ich keine Antwort erhalten habe, habe ich nach einigen Tagen noch einmal eine Mail "nachgeschoben":
basisreligion:
Es tut mir leid, wenn ich Dich gekränkt habe, aber Du tatest doch so
unempfindlich? Dass Du dann doch so schnell aufgibst... Oder ist das
nur eine Atempause wegen einer dringenderen Arbeit?
Es ist nun einmal
so, am liebsten würde ich mich mit den "Kalkmühlen oben", also mit den
Profs. usw. streiten, aber die wollen nicht, und da kamst Du eben
sozusagen in die Quere.... Dabei glaube ich nicht, dass ich es für "die
da oben" nicht wert bin, weil ich unter deren Niveau bin, denn ich habe
im allgemeinen exzellente Quellen etwa und bisweilen fahre ich auch an
Ort und Stelle, um mich schlau zu machen. Oder ich mache sozusagen
moderne Archäologie, indem ich etwas ausprobiere, also per
Selbstversuch - auch da sind gute Ergebnisse möglich. Anfang des Jahres
war sozusagen eine junge Studentin 5 Wochen lang mit mir in Ostasien,
die meine Website nur mal überflogen hatte, wir aber uns sonst nicht
weiter kannten. Und wir haben unser Zusammensein dann nach der
Gandhi-Methode gestaltet - und es funktionierte wunderbar. Und vor allem
erfahre ich auf diese Weise dann auch intimere Hintergründe, die etwa
bei den üblichen empirischen Untersuchungen total untergehen, die aber
doch wesentlich sind (etwa das Gespräch 2, das habe ich allerdings nicht
bei dieser Fahrt erfahren). Gut, ich mag ja etwas ver-rückt sein, aber
wenn jemand sozusagen nach dem Auswahlkriterium "Zufall" mitkommt, und
der findet das dann auch toll, dann scheine ich doch nicht so falsch zu
liegen? Vor allem: Eine Wahl nach dem Zufall - und dann gleich die
erwarteten Ergebnisse, das macht doch sozusagen 100% von allen
aus?
Vielleicht bin ich
auch noch ein wenig 68er, und das umsomehr, als ich nie rot war, denn
das in dieser Richtung fand ich immer zu vordergründig und oberflächlich
und kurzsichtig, jedenfalls sehe ich die wesentlichen Fragen von damals
noch nicht gelöst. Und so tüftle ich noch dran - und freue mich
natürlich, wenn Menschen aus der Gesellschaftsschicht, die meine
Zielgruppe sind, sich bei mir wieder finden und mir mir etwas anfangen
können - also die Mädchen aus Frankfurt.
Du hattest mich
gefragt, warum ich mich so für die Frauen einsetze - und das mußt Du mir
doch lassen, dass ich das tue...
Zu unserer
Thematik, was natürlich ist, habe ich ein
Kapitel aus dem Buch von Dueck übernommen (ich darf das), vielleicht
schaust Du da mal rein? Ausgepackt habe ich im Anhang des Stichworts
Mafia...das ist so im Stil der 68er, wenn auch vermutlich nicht in deren
Sinn... Aber auch für die Frauen, und warum nicht für die, die gerade
anfangen, Frauen zu sein? Und wo genau habe ich Unrecht - was ist denn
nun überzogen, was stimmt nicht?
Cornelia: "natürlich" kannst Du tun und lassen was Du "willst"! Nur leider kommen wir nicht auf einen Nenner...........Das ich Dich frage warum Du dich für Frauen einsetzt........das muss ich doch auch selbst wissen oder? "Man(n) muss den Feind erst kennen um ihn zu besiegen" ;-) Dachte zu Anfang, ich könnte noch etwas lernen.........naja meine Meinung diesbezüglich hat sich geändert.
Ich wünsche Dir alles Gute für "Dein"
Projekt!
PS: Gegen das ver-rückt sein ist nicht
einzuwenden, bin ich auch, gefährlich wird es wenn man verrückt wird
:-)
basisreligion: Deine Antwortmail verstehe ich leider nicht, wer muss hier etwas selbst wissen und wer ist der Feind, denn man(n) kennen muss, um ihn zu besiegen... Doch damit kein Missverständnis im Raum stehen bleibt: Ich weiß natürlich auch, dass es schon bei Kindern so etwas wie Scham gibt. Eine Kollegin erzählte mir etwa, wie bei einer Bekannten, die sie besuchte, das kleine Töchterchen mit offensichtlichem Vergnügen nackt herumturnte, doch als dann ein männlicher Besuch zu einer Tasse Kaffee kam, zog sich das Kind etwas an, ohne dass es von jemandem aufgefordert wurde. Ich kenne aber auch das Gegenteilige, dass Mädchen nur zu gerne zum Nacktbaden mitgekommen wären, wenn ich (!) sie nur gelassen hätte, siehe Reisebericht "Mit Frankfurter Caritas-Kindergruppen...". Die Frage ist also, ob die Scham grundsätzlich ist, also sozusagen zur Natur gehört oder eben natürlich ist, wie Du sagst. Wenn das so wäre, dann würde sie es immer geben, aber das ist ja nun ganz offensichtlich nicht der Fall. Sie gehört also zur Situation, was jeweils andere machen, oder zum Eindruck, wie frei man sich bewegen kann, ohne dass man das Gefühl hat, es wird in irgendeiner Weise über einen negativ geredet oder gedacht. Damit kann jemand, der Anspruch auf Wissenschaftlichkeit erhebt, also nicht mehr sagen, die Scham (gemeint ist hier immer die Scham im Sinn von sich ganz oder teilweise zu verhüllen) sei grundsätzlich, gehört also sozusagen zur Natur, ist natürlich. Das ist sie eben nicht, denn dann wäre sie immer ein Bedürfnis. In gewisser Weise ist sie also kulturbedingt.
(Wörterbuch von
basisreligion und basisdrama)
Computer-Übersetzung des Buchs
HONESTY AND FUN WITH THE MORALITY
ins Englische unter
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