PROSTITUIERTE nennt man heute offiziell eine Frau, die sich vorwiegend für Geld verschiedenen Männern zum Geschlechtsverkehr, also zur Prostitution, und bisweilen auch zu allen möglichen Perversitäten zu Verfügung stellt. Dabei geht es nie um Liebe in der Einheit von Leib und Seele, weder der beteiligten Frau, noch dem Mann, der ihre Dienste in Anspruch nimmt, sondern vor allem um eine Abreaktion körperlicher und seelischer Spannungen.

Prostituierte gehörten zu den ausdrücklich erwähnten Freundinnen Jesu, allerdings wird in der Überlieferung immer wieder erwähnt, daß er sündenfrei war, daß er also mit ihnen keinen Verkehr gehabt hatte (siehe auch Jesus und die Sexualität). Dafür muß er wohl so viele Gespräche mit ihnen geführt haben, daß er nicht nur genauesten Einblick in ihr Seelenleben und in die ganzen Verhältnisse gewonnen haben mochte, die damit üblicherweise zusammenhängen (siehe Zuhälter), sondern auch zu einer hervorragenden Menschenkenntnis ganz allgemein gekommen war. Jedenfalls hatte er Prostituierte bei jeder sich bietenden Gelegenheit gegenüber der damaligen heuchlerischen Männergesellschaft in Schutz genommen, wenn er das Tun dieser Frauen auch nicht gut hieß (siehe Jesus und die Sünderin). In einer erneuerten Welt nach seinen Vorstellungen würde es ohnehin nicht mehr Frauen mit einer derartigen Tätigkeit geben müssen.

Heutige Bezeichnungen für Prostituierte sind auch noch Hure, Dirne, Nutte, Strichmädchen, Freudenmädchen und andere ständig wechselnde neue Namen. Die abfällige Tendenz dieser Bezeichnungen läßt darauf schließen, daß wir weder in unserem Reden noch in unserem Verhalten eine wesentlich andere Einstellung haben als die Menschen zur Zeit Jesu.

Ein Roman aus dem Prostitiertenmilieu mit hohem Anspruch (also auch mit moralischem Nährwert) ist Fanny Hill.

Und dass Prostituiere so viel Geld haben, mag in Ausnahmefällen stimmen.

Doch das Gegenteil ist sehr oft der Fall, viele sind sogar hoch verschuldet. Siehe den Beitrag in der "Welt" vom 29. 11. 2010: http://www.welt.de/print/die_welt/vermischtes/article11279920/Prostituiert-und-ruiniert.html.

Hier Zitate aus dem Beitrag:

"Sonja ist 36. Sieben Jahre lang hat sie ihren Körper für Sex verkauft. Trotzdem war sie danach so hoch verschuldet, dass sie noch heute, weitere sieben Jahre später, in Privatinsolvenz lebt. Sie geht putzen und bekommt Hartz IV. Die Ämter überwachen ihre Einnahmen und Ausgaben genau, teilen ihr nur so viel Geld zu, dass sie über die Runden kommt.
Es gibt Tausende Frauen in Deutschland, denen es so geht wie Sonja: prostituiert und hoch verschuldet. Fast jede Schuldnerberatung hat Prostituierte als Kundinnen. Viele leben in Privatinsolvenz und haben den Ausstieg geschafft. Andere gehen noch immer anschaffen, um ihre Schulden abzahlen zu können."

  (Wörterbuch von basisreligion und basisdrama)