Die RECHTFERTIGUNGSLEHRE ist der Zentralbegriff der reformatorischen Theologie, siehe auch  christliche Konfessionen. Während nach katholischer Lehre (siehe Dogmatik) der Mensch seine Sündenstrafen durch Ablässe, also durch bestimmte fromme Taten - kurz "Werke" genannt - tilgen kann, ist diese Tilgung nach Martin Luther (1483-1546) überhaupt nicht notwendig, da der Mensch schon durch das Erlösungswerk Jesu von allen Sünden befreit ist. Wichtig ist allein der Glaube des Menschen an dieses Erlösungswerk und die sich daraus ergebende Gnade Jesu. Daher soll das ganze Leben ein Leben im Bewußtsein an das Erlösungswerk Jesu sein, also eine Buße. 

Das Problem heute ist, daß viele Menschen unter "Werke" alles Mögliche verstehen, was man so tut, also auch schlechte Taten und dabei durchaus Verstöße gegen die Zehn Gebote. Und sie meinen, daß diese schlechten Taten gar nichts ausmachen und dass sie sich gar nicht ändern müßten, schließlich kommt es ja doch nur auf den Glauben an! Leider Gottes haben sie sich damit allerdings überhaupt vom Anliegen des wirklichen Jesus entfernt - etwas anders zwar wie die Katholiken, denen sie Glaubensabfall vorwerfen, doch immerhin! (Wörterbuch von basisreligion)