ROMEO UND JULIA ist das klassische Liebespaar unserer Kulturproduktion schlechthin. Es handelt sich dabei um zwei Liebende aus verfeindeten Familien im Verona des 14. Jahrhunderts, die nur kurz zusammenkamen, um ihre Ehe zu schließen und zu vollziehen, dann aber tragisch starben.

Unter dem Gesichtspunkt der Psychologie der Liebe wird heutzutage die Frage gestellt, ob die Partnerschaft der beiden jungen Leute von Dauer gewesen wäre, wenn die Liebenden nicht schon bald nach ihrer Hochzeit zu Tode gekommen wären. Das Urteil ist vernichtend: Ihre Ehe hätte wohl nie auf Dauer gehalten oder es wäre eben eine typische Ehe mit den üblichen "Nebenabenteuern" geworden! Wie auch bei manchen anderen Liebespaaren aus der Kulturproduktion verband solche Liebenden nämlich nach der Schilderung der Dichter oder Komponisten nichts als eine typische Verliebtheit. Und solche Verliebtheit hat irgendwann einmal ein Ende.

Ein genau gegenteiliges Paar finden wir da in der Oper "Fidelio" von L.v.Beethoven. Die jugendliche Frau Leonore erreicht es, als Gehilfe in den Dienst eines Gefängniswärters zu kommen und dabei dann ihrem Mann, der wegen seiner Gerechtigkeitsliebe ins Gefängnis geworfen wurde, nahe zu sein. In dieser Oper geht es einmal nicht um eine banale Verliebtheit zwischen zwei Menschen, sondern um echte Liebe, die aus einer gemeinsamen Sehnsucht zweier Menschen nach einer besseren und gerechteren Welt herrührt.

(Wörterbuch von basisreligion und basisdrama)