SCHÖPFUNG oder EVOLUTION - das ist gewiss nicht das eigentliche Anliegen der Bibel! Und das Anliegen der Bibel ist auch nicht die Ideologie des KREATIONISMUS...

Gegen den wissenschaftlichen Unsinn (nicht nur) im Internet siehe auch Intelligent Design! Die Schöpfungsmythen der Bibel sind eine (heute überholte und unwichtige und daher austauschbare) Rahmenhandlung für frühe psychologisch ausgeklügelte Konzepte zur sittlichen Erneuerung.

Die SCHÖPFUNG ist in mythologischem Glauben (siehe Mythologie) die Erschaffung der Welt und des Menschen aus dem Nichts durch einen Gott oder durch Götter. Nach heutigen Erkenntnissen sind der Hintergrund des Berichts von der Erschaffung der Welt in sechs Tagen im Buch Genesis der Bibel  ähnliche wundersame Geschichten in den zeitgenössischen anderen Religionen, allenfalls hinter der Geschichte von der Sintflut könnte eine geschichtliche Wirklichkeit stecken.

Doch hat wirklicher christlicher Glaube wie auch ursprünglicher jüdischer Glaube aller Wahrscheinlichkeit nach nichts unmittelbar mit alledem oder irgendeinem sonstigen Schöpfungsglauben zu tun. Zumindest ist es sinnlos, über eine Wahrscheinlichkeit zu streiten, denn es gibt niemanden, der einen Gott bei seinen vermeintlichen Schöpfungstaten beobachtet und dies etwa mit Film- oder Videoaufnahmen für uns heute dokumentiert hat.

Hier also: Hintergrund und Entstehung oder die Deutung / Bedeutung / Interpretation oder die Historizität / Geschichtlichkeit der Schöpfungs-Geschichte oder -Erzählung, der Mythos / die Mythen der Schöpfung, die Schöpfungsgeschichte historisch? Gab es das alles wirklich? Die Schöpfungsgeschichte im kirchlichen / katholischen / evangelischen / schulischen Religionsunterricht.

Wie bei vielen Berichten der Bibel können wir (entsprechend dem religionsgeschichtlichen Ansatz) den wirklichen Sinn dieser Erzählung nur herausfinden, wenn wir die Zusammenhänge, also die Verhältnisse und die Denkschemata der Menschen zur Zeit der Entstehung dieser Geschichte, berücksichtigen – was alles ein Problem der Hermeneutik ist.

Wir müssen also das Thema völlig anders anfangen!

1. Problem: Wie erreichen es menschliche Leute, dass die Sklaven in einer Sklavenhaltergesellschaft wenigstens einen freien Tag in der Woche haben?

Zunächst einmal hat die Geschichte von der Schöpfung „in sechs Tagen“ - am siebten Tage ruhte Gott - einen in der damaligen Zeit absolut praktischen und sozialen Sinn. Wir müssen uns in die damalige Zeit der „Sklavenhaltergesellschaften“ zurückversetzten, in denen Sklaven mehr oder weniger wertvolle und kostbare „Investitionsobjekte“ waren, die sich amortisieren mussten, das heißt, aus denen man soviel Nutzen wie möglich herauspresste. Die Verfasser der Urgeschichte der Bibel hatten nun die Idee eines Paradieses hier und jetzt vor Augen, in dem alle Menschen gleich und glücklich waren und in dem es daher auch keine Sklaverei mehr gab. Vorerst war dieses Ziel allerdings einfach nicht durchzusetzen, da waren zu viele Schwierigkeiten. Doch zu etwas konnte man den Sklaven verhelfen: Wenigstens einen freien Tag in der Woche sollten sie haben, an dem sie sich von der ganzen Plackerei erholen und einmal all das Schöne tun konnten, was sie selbst wollten! Und so übernahmen die Verfasser der Urgeschichte der Bibel aus den „damaligen“ Religionen die bekannten und akzeptierten Schöpfungsvorstellungen und wandelten sie so ab, dass da ein oberster Gott, der im Gegensatz zu den ansonsten bekannten Göttern wirklich menschlich war, „alles“ in sechs Tagen erschaffen und am folgenden siebten Tag geruht hatte. Und die Menschen sollten sich im (Gottes-)Dienst für diesen Gott nun genauso verhalten: Sechs Tage durften sie arbeiten, am siebten Tag mussten sie ruhen. In den Zehn Geboten wird der Zusammenhang zwischen Schöpfungserzählung und Tag der Ruhe für alle Kreatur ganz klar: „Gedenke des Sabbats: Halte ihn heilig! Sechs Tage darfst du schaffen und jede Arbeit tun. Der siebte Tag ist ein Ruhetag, dem Herrn, deinem Gott, geweiht. An ihm darfst du keine Arbeit tun: du, dein Sohn und deine Tochter, dein Sklave und deine Sklavin, dein Vieh und der Fremde, der in deinem Stadtbereich Wohnrecht hat. Denn in sechs Tagen hat der Herr Himmel, Erde und Meer gemacht und alles, was dazu gehört; am siebten Tag ruhte er. Darum hat der Herr den Sabbattag gesegnet und ihn für heilig erklärt.“

Immerhin gab es bei den alten Juden nicht nur die Vorstellung von einem freien Tag in der Woche, sondern auch die Vorstellung von einem „Sabbatjahr“ – Sklaven mussten nach sechs Jahren freigelassen werden. Diese Ideen wurden jedoch keinesfalls immer und überall durchgesetzt.

Und nicht nur in Fragen der Sklaverei, die ja nicht alle damaligen Menschen betrafen, war die Botschaft der Schöpfungsgeschichte revolutionär, sondern auch in Fragen, die existentiell damals alle angingen und auch heute noch angehen, wenn wir sie nur richtig sehen.

2. Problem: Wie schafft man die in polytheistischen Religionen oder auch Fruchtbarkeitsreligionen üblichen Menschenopfer, die übliche Tempelprostitution (also Ausbeutung der Frauen durch Sexualkulte) und die die Ausbeutung durch Arbeit ab? Schließlich war das ja alles unbedingter Gottesdienst für die Götter!

So müssen wir nicht nur die damaligen Sklavereiverhältnisse bedenken, sondern auch die damaligen Vielgöttereien mit den damit üblichen Priesterherrschaften. Bei dem damit verbundenen Glauben ging es nicht einfach nur um eine Verehrung von Gottheiten, wie wir sie von unseren heutigen Religionen her kennen, sondern die damaligen zahllosen Naturgottheiten, also Sonnengott, Mondgöttin, Sternen-, Tier- und Pflanzengottheiten und an andere angeblich überirdischen Mächten brauchten handfeste „Gegenleistungen“ für das, was man von ihnen erwartete. Das Verhältnis der Menschen gegenüber diesen „Göttern“ war nun von Ängsten bestimmt, und alles an Positivem wie an Negativem, was ihnen von der Natur oder sonst widerfuhr, wurde als Belohnung oder eben als Bestrafung von Göttern und Geistern interpretiert. Die Verehrung der Götter mit allen möglichen Riten sollte nun dazu dienen, die Götter günstig zu stimmen (siehe Gebet und Feste und Gedenktage). Nicht selten wurden sogar Menschenopfer dargebracht, Frauen und Töchter zum kultischen Geschlechtsverkehr hingegeben (die Zeit der Tempelprostitution!) und auch sklavische Arbeit nach Anweisung der Tempelpriester galt als Gottesdienst (daher das Wort Kultur auch für Ackerbau). Aus Angst vor den angeblichen Göttern (vielleicht war die auch nur ein Vorwand – schließlich passte die Angst ja sehr gut zum Machismo <siehe Macho> der Männer) wagten die Menschen das alles noch nicht einmal zu hinterfragen, geschweige denn dagegen zu protestieren und den Opferdienst zu verweigern. Und die Angst steckte nicht nur in den Menschen aus Unwissenheit, sie wurde auch ausdrücklich noch von den herrschenden Priestern geschürt, die gerade von den Ängsten der Menschen ihre Vorteile in jeglicher Hinsicht hatten. Tabus spielten dabei mit Sicherheit eine wichtige Rolle, denn sie wirkten wie unüberwindliche Mauern in den Köpfen und verhinderten am wirkungsvollsten jegliches Nachdenken auch und gerade über die Anmaßungen und das ganze Treiben der Priester.

Die Lösung: Der Monotheismus als geniale Religionskritik vor 3500 Jahren...

Das alles änderte sich erst, als vor etwa 3400 Jahren der Monotheismus aufkam, also der Glauben an einen einzigen Gott. Dieser Glaube war in erster Linie ein genialer Zweifel und eine raffinierte Enttabuisierung des bisherigen (Götter-) Glaubens! Nach den Denkschemata ihrer bisherigen Glaubensvorstellungen wurde den damaligen Menschen der neue einzige Gott nun mit einer durchaus den bisherigen Religionen vergleichbaren Schöpfungsgeschichte plausibel gemacht, indem er kurzer Hand genau das alles erschaffen hatte, was bis dahin alles die Götter waren, vor denen man sich ängstigte und abhängig fühlte, also Sonne(ngott), Mond(göttin) usw. Und vor allem entfielen für den neuen Gott alle die brutalen und ausbeuterischen Kulte, die bisher für die alten Götter unerlässlich waren, also etwa Menschenopfer, sexuelle Ausbeutung der Frau durch Priester und andere Männer und Verhinderung echter Partnerschaft von Mann und Frau, Ausbeutung der Arbeitskraft im Namen der Religion – ja im Namen des neuen Gottes gab sogar in den Zehn Geboten ausdrückliche Vorschriften, dass für ihn das alles verboten war. Eine ganz liebe Vorschrift ist eben dabei auch die zur „Heiligung des Sabbats“.

Schauen wir uns einmal an, wie die „Gottesdienste“ für solche Schöpfergottheiten aussehen, wie solche Schöpfergottheiten auch heute noch verehrt werden! Die alten Religionen, gegen die die Verfasser der Bibel vor etwas dreitausend Jahren angetreten sind, sind lebendiger denn je, wir müssen nur richtig hinschauen! Wenn so in Japan bei der dortigen Staatsreligion, dem Shintoismus, in einem Tempel der Schöpfergott verehrt wird, dann wird dieser Gott unter dem „Körperteil“ dargestellt, mit dem ein „männliches Wesen“, also auch ein „männlicher Gott“ eben „schöpft“ oder „erschafft“. Schauen wir uns einmal einen solchen Tempel in der Nähe von Nagoya inmitten von Reisfeldern (so war es jedenfalls früher) an! Äußerlich ist erst einmal alles normal, doch schon die Glocke, die die Beter beim Eintreten in den Tempel läuten müssen, hat die Form eines göttlich-männlichen Zeugungs- oder eben „Schöpfungs“-organs. Bei Prozessionen wird dann ein übergroßes Holzmodell dieses „göttlichen Organs“ mit kleinem Baldachin herumgetragen, Frauen in langen weißen Gewändern tragen kleinere Ausführungen in ihren Armen, wie wir auf ausgestellten Fotos von der letzten Prozession erkennen können. Befremdlich für uns muten dann im Souvenirshop des Tempels die Lutscher in der Form des göttlichen – wie auch menschlichen – Organs an, die den zuhause gebliebenen Angehörigen und wohl auch Kindern mitgebracht werden... (Dazu muss erwähnt werden, dass die Japaner eigentlich in vielem sehr prüde sind: Mit der Prostitution, mit vorehelichem Sex und mit Seitensprüngen haben sie zwar von ihrer Religion und auch von staatlichen Gesetzen her keine Probleme, zumindest soweit ein bestimmter Rahmen eingehalten wird, doch soll bei in Japan gezeigten Pornofilmen „über die Stelle der Genitalien“ immer ein „gelber Fleck“ tanzen, der die Genitalien verbirgt <ich selbst habe da keine „Erfahrung“>).

Natürlich machen Menschen dann auch „im Kult“ nach, was die Götter angeblich auch machen. Und da die Götter eben für das Werden des Lebens zuständig sind, dreht es sich bei dem Kult der Menschen auch genau „um so etwas“. Beim Staatsheiligtum Ise, wo die Sonnengöttin Amaterasu nach dem Glauben der Shintoisten „wohnt“ und verehrt wird, gibt es so etwas wie kultische Prostitution, die für uns westliche Besucher allerdings nicht zu erkennen ist. (Siehe hierzu auch den Bericht über meine Reise nach Japan!) Direkt auf „solchen Gottesdienst“ gestoßen werden wir allerdings in Indien, wo es ja vergleichbare Vielgöttereien gibt mit zwangsläufig ähnlichen Riten. In Kajuraho gibt es heute noch zahlreiche Tempel (allerdings „außer Betrieb“), die „solchen“ Göttern geweiht sind und die mit Skulpturen „aus dem entsprechenden Gottesdienst“ geschmückt sind. Aus der Ferne sieht so ein Tempel ja ganz „normal“ aus, doch aus der Nähe sehen wir die Akrobatik bei diesem Gottesdienst (den wir heute Tempelprostitution nennen). Und dann noch eine Gesamtansicht – und dann noch eine Abbildung von der Verehrung der Mondgottheit (?), oder eben des „Mondes“... Für die „Kulte“ werden bisweilen viele Menschen gebraucht, vor allem viele Mädchen und Frauen. Solcher Kult ist dann auch deren Lebenserfüllung – von der Partnerschaft mit einem Partner in Liebe und Ehre kann keine Rede sein, hier ist eben der Mensch für den Schöpfergott da – und nicht der Schöpfergott für den Menschen...

...und auch noch echte Aufklärung: Sonne und Mond usw. sind jetzt nur noch Lampen am Himmel, nur die blöden Heiden meinen, dass das alles Götter seien und placken sich dafür und opfern auch noch ihre Kinder und ihre Frauen...

Das ist also der tiefere Grund für die Schöpfungsgeschichte der Bibel: "Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde..." Diese Geschichte hatte für die Menschen keine andere Bedeutung als die Entthronung und Abschaffung der Naturgottheiten und die mit den Naturgottheiten verbundene Ausbeutung durch götzendienerische Priestergesellschaften. Der Schöpfungsglaube, wie wir ihn aus der Bibel kennen, ist also ein Gegenglaube und die Schöpfungsmythologie ist eine Gegenmythologie zu den damals bekannten und üblichen menschenverachtenden Religionen – und mehr nicht!

Eine sehr schöne Interpretation der Idee der Hinführung des Menschen zu einer harmonischen Partnerschaft von Mann und Frau in der „neuen Religion“ finden wir in der Kollegiatskirche in St. Giminiano in Italien. Mann und Frau sind zwar in ihrer vollen Männlichkeit wie Weiblichkeit inmitten eines schönen Gartens dargestellt, doch sind Mann und Frau nicht für die an und in den indischen Tempeln dargestellte Prostitution zu Ehren der „Schöpfungsgottheiten“ da, sondern zu einer wundervollen Gemeinschaft. Wunderschön, wie das dargestellt ist, wie die Frau „mit all ihrer Weiblichkeit“ vom Mann „mit all seiner Männlichkeit“ „genommen“ wird und ihm daher zugehörig ist. (Siehe auch Adam und Eva). Die Einführung eines Schöpfergottes, der dem bisherigen Wissen der Menschen gewissermaßen entsprach und ihm eine neue Deutung gab, war also ein geschickter Schachzug, um gegen die mit den Naturgottheiten verbundenen Kulte auch wirksam anzukommen und die Ideen von der Harmonie von Mann und Frau und Mensch und Mensch überhaupt (etwa durch die Abschaffung der Sklaverei) durchzusetzen. Ja, die Schöpfungsgeschichte stellt im Grunde den Beginn eines verstandesmäßigen Weltbilds und damit der Aufklärung mit ihren allgemeinen Menschenrechten für alle dar.

Die Wörtlichnahme in unserem Glauben bedeutet ein Rückfall in heidnisches Denken.

Dass man später im Christentum diesen Hintergrund des Schöpfungsglaubens vergaß, ihn wörtlich nahm, auf seine Wörtlichnahme pochte und ihn bis heute vor allem Kindern auch noch lehrt, so dass Zweifel am Glauben sozusagen vorprogrammiert werden, kann nur als Rückfall in heidnische und männerrechtliche Gottesvorstellungen angesehen werden. Leider sind wohl auch unsere christlichen Priester nur zu gern in die Fußstapfen ihrer nichtchristlichen Kollegen getreten, denn mit diesem Schöpfungsglauben sind einerseits Menschen zunächst einmal wirksam zu beeindrucken und dann steht vor allem auch nicht eine vielleicht etwas unangenehme Moral so sehr im Blickfeld. Doch stellt der Schöpfungsglauben heute im Zeitalter naturwissenschaftlicher Theorien über die Entstehung von Weltall und Welt und Leben ein unsinniges Hemmnis dar für viele Menschen für das wirkliche Anliegen unseres Glaubens, nämlich für eine Moral für das diesseitige Paradies der Einheit von Leib und Seele. Gerade der Schöpfungsglauben beeinträchtigt heute ganz wesentlich die Glaubwürdigkeit unseres christlichen Glaubens und führt leicht dazu, dass aus ihm im Grunde wieder der Götzenglauben wird, der eigentlich überwunden werden sollte. Das ist auch der tiefste Grund, warum wir endlich von ihm Abstand nehmen müssen, er hat mit dem Anliegen Jesu nichts zu tun und verprellt nur ehrlich suchende Menschen. Warum halbe Sachen machen, wo dies doch gar nicht nötig ist?

Ein kleines Erlebnis am Rande, das zeigt, wie tief wir wieder in das alte götzendienerische Denken hinab gesunken sind. Bei einer Indienreise kam ich mit einer katholischen Nonne ins Gespräch, die einer Gruppe christlicher Priester und Ordensleute angehörte, die einen interreligiösen Dialog mit Repräsentanten der anderen Religionen pflegten. Und ich fragte diese auf solche Offenheit offensichtlich stolze Nonne, wie sie und ihre Freunde denn so etwas machen könnten, denn bei den Hindus gäbe es doch kultische Prostitution, und mit solchen Menschen würde ich gar nicht erst ein religiöses Gespräch anfangen, denn das widerspricht doch völlig unserem Verständnis von der Liebe. Darauf bekam ich zur Antwort, was ich denn wolle, so verehren die eben ihren Schöpfer... Mein Gespräch mit dieser Nonne war damit beendet, es gibt nun einmal Menschen, mit denen kann man einfach nicht reden, weil sie fern von jeder akzeptablen Vorstellung von Menschlichkeit sind! (Anmerkung: Natürlich nutze ich selbst auch die Gelegenheit, mit Hindus zu reden, wenn sie sich ergibt, doch sie wissen dann immer auch sehr schnell, dass ich ganz grundsätzliche Bedenken gegen ihre Religion habe, weil ich solche Gottesverehrung oder solchen Gottesdienst nicht akzeptieren kann. Und irgendwie komme ich ihnen dann allerdings auch entgegen, wenn ich sage, dass wir etwa mit unseren abartigen Vorstellungen von einer sexuellen Selbstbestimmung letzten Endes nicht besser sind als sie, dass also kein Grund für irgendeine Hochnäsigkeit unsererseits ist.)

Es mag fromm klingen, auch heute noch auf einem Glauben an einen Schöpfergott zu bestehen, doch es ist das genaue Gegenteil: Der Glaube an einen Schöpfergott ist heidnisch!

Denn solcher Glaube ist nicht der Sinn der biblischen Geschichte, der Sinn ist eine sittliche Erneuerung der damaligen verkommenen Gesellschaften. Und wenn wir heute etwas aus der alten Schöpfungsgeschichte übernehmen wollen, dann ist das die Aufgabe der sittlichen Erneuerung in unserer Zeit – und natürlich mit auf unsere heutigen Menschen abgestimmten Konzepten! Siehe hierzu auch unter Religionsunterricht (und natürlich auch unter Taufe und besonders Kindertaufe, Erstkommunion, Firmung und Konfirmation)!

Und wenn jemand trotz aller dieser Argumente einen „Schöpfungsglauben mit einem Schöpfergott“ befürwortet, weil dieser uns verpflichten würde, „die Schöpfung zu bewahren“, könnten sich solche "Gläubige" und "Ungläubige" nicht dahin einigen, dass wir alle mit der Schöpfung so umgehen, dass ein Gott, gäbe es ihn, damit einverstanden wäre und sogar noch seine Freude daran hätte - siehe Gebrauch und Missbrauch. Das ist gewiss gut und in Ordnung – doch die „Sinnspitze“ der Geschichte von der Schöpfung in der Bibel ist das nicht.

Wegen der Unsachlichkeit und dem Fanatismus, aus dem heraus Verfechter eines Schöpfungsglaubens ihre Auffassung vertreten, haben Spaßvögel in Amerika inzwischen den Glauben an ein Spaghettimonster als provozierendes Gegenkonzept erfunden.

(Wörterbuch von basisreligion und basisdrama)