Mit
SEKTEN bezeichnen wir ein wenig verächtlich und vor allem hochmütig mehr oder weniger große Splittergruppen, die sich vor allem neben unseren Großkirchen gebildet haben. Nach offizieller Auffassung ist das Besondere von Sekten, dass sie Teilwahrheiten oder zumindest Teilaspekte des christlichen Glaubens verabsolutiert haben, dann vor allem manches weggelassen und anderes woandersher in ihr Glaubensgut übernommen haben. Einerseits müssten wir immer bedenken, dass diese "Sekten" nicht umsonst entstanden sind, dass also Menschen in irgendeiner Weise von unseren etablierten Kirchen abgeschreckt oder vergrault wurden, weil sie uns gar nicht mehr als in der  Nachfolge Jesu empfanden und wir es vermutlich auch gar nicht mehr in ihr waren. Andererseits sollten wir uns immer klar sein, dass alle unsere Kirchen irgendwie auch selbst "Sekten" sind! Sind wir "Christen" nicht tatsächlich eine jüdische Sekte, oder gar eine buddhistische (siehe Buddhismus), sind die Moslems nicht eine jüdisch-christliche Sekte, sind sogar die Marxisten nicht eine jüdisch-christliche Sekte, eben nur anders? Und nicht zuletzt wird das ja auch bisweilen von ganz offiziellen Theologen unserer Kirchen anerkannt und sogar bisweilen als Vorteil gesehen - siehe unter Synkretismus. Wir selbst haben eben nur das Glück gehabt, groß und mächtig genug zu werden! Doch das war wohl nicht immer ein Verdienst, wenn Andersdenkende einfach ausgerottet wurden...

Heute unterscheiden wir bei den "Sekten" die klassischen Sekten, die bis vor etwa 100 Jahren entstanden sind, also etwa die Zeugen Jehovas, die neuapostolische Kirche, die Mormonen und vor allem die verschiedenen baptistischen Gruppierungen, die eher fundamentalistisch sind (siehe Fundamentalismus) und sich vor allem um eine sittenstrenge Auslegung der Botschaft die Bibel kümmern. Und dann gibt es heute die sogenannten Jugendsekten, etwa die "Kinder Gottes", die "Bhagwan-Jünger", die Moon-Sekte des Koreaners Moon oder die Scientologen (siehe Scientology), die bisweilen gar keine Anstalten mehr machen, sich zumindest halbwegs wissenschaftlich von der Bibel oder von Jesus herzuleiten und die vor allem die christliche Moral oft so großzügig auslegen, dass da nun wirklich nichts mehr übrig bleibt. Sie berufen sich eher auf eine für Außenstehende nicht nachvollziehbare und sehr oft eher skurrile Offenbarung ihres Gründers. Und wie das so mit Offenbarungen ist, gegen die kann man nun einmal nichts sagen, "man" war ja auch nicht dabei...

Junge Leute verstehen heute unter "Sekten" vor allem Satanisten in den verschiedenen Schattierungen, siehe unter Satanismus

These von basisreligion ist, dass alle Sekten verschwänden oder zumindest den Weg zurück zu den Großkirchen fänden, wenn wir wirklich die Botschaft in der Nachfolge der wirklichen Jesus verkündeten.

Ob dann aber nicht die Gefahr bestünde, dass diese Großkirchen zu mächtig würden und ihre Macht missbrauchten? Keine Angst! Wirkliche Nachfolge Jesu und vor allem eine Moral in dieser Nachfolge sind ein Widerspruch zur Macht, zumindest zur missbrauchten! Und außerdem: Einen Weg zum wirklichen Jesus haben alle die Sekten auch nicht gefunden, die Forschung innerhalb der Großkirchen war offensichtlich doch noch immer die bessere!

Ob die Sekten wirklich so sittenstreng sind und ob es ihnen wirklich um die Nachfolge Jesu geht - oder ob sie doch lieber "ihr eigenes Süppchen kochen"? Siehe einen Brief an die Zeugen Jehovas!

 (Wörterbuch von basisreligion und basisdrama)