SEXUELLE BELÄSTIGUNG ist eine "Geschlechterkampf-Variante" des MOBBINGS, unter der besonders Frauen zu leiden haben. Doch es gibt „ so etwas“ auch von Frauen gegenüber Männern, doch dann redet man eher vom Stalking. Sexuelle Belästigung wird eher von Möchtegern-Don Juans und Möchtegern-Casanovas praktiziert als von wirklichen Don Juans und von wirklichen Casanovas, also von Männern, die wissen, wie sie auch wirklich zu ihrem Ziel des näheren sexuellen Kontakts kommen. Trotzdem - oder gerade wegen ihrer Primitivität und ihrer allgemeinen Erfolglosigkeit - kann sexuelle Belästigung tatsächlich sehr lästig sein.

 

Sexuelle Belästigung ist vor allem ein Problem der Aura.

Ganz gewiß ist es bei der sexuellen Belästigung ähnlich wie beim Problem Vergewaltigung (siehe auch Täter-Opfer-Problematik): Es gibt Menschen, die so etwas wie eine gewisse Aura um sich haben und an die „man“ sich daher gar nicht erst herantraut – und andere haben eben diese Aura nicht und ziehen daher förmlich die entsprechenden fragwürdigen Zeitgenossen auf sich. Das heißt aber auch, dass dieselben „Zeitgenossen“ gegenüber manchen Frauen sehr charmant und manierlich sein können und auch als solche eingeschätzt werden, anderen gegenüber jedoch nur noch widerwärtig.

Das Problem ist nun, wie können sich die Frauen, die unter den typischen Belästigungen eher zu leiden haben, diejenige Aura anschaffen, damit sie nicht mehr Zielscheibe der Belästigungen sind – oder damit sie leichter damit fertig werden. (Es gibt doch da den alten Witz von Tünnes und Schäl und der Psychologie: Tünnes klagt darüber, dass er Bettnässer ist und welche Probleme er damit hat. Er kann nicht mehr verreisen, weil ihm das so peinlich ist, wenn er woanders das Bett naß macht – und an eine Freundin ist schon gar nicht zu denken. Da gibt ihm Schäl den Rat, einen Psychiater aufzusuchen und sich von ihm beraten zu lassen. Ein paar Wochen später treffen sich die beiden wieder, und Tünnes ist überglücklich. „Na“, meint Schäl, „es ist doch ein ganz anders Leben, wenn man sich nicht mehr ins Bett macht!“ Doch Tünnes antwortet: „Ach, das ist es nicht, ich mach´ mir ja immer noch ins Bett, aber ich mach´ mir jetzt nichts mehr draus…!“) Jedenfalls gilt die Methode des Fertigwerdens mit einem Problem auch hier....

Als Strategien gegen sexuelle Belästigung bietet sich also etwa an:  

-     Sie an sich abprallen lassen und vor allem gar nicht drauf eingehen. Allerdings kann man durch diese Passivität in eine Schmollecke gedrängt werden – und derartiges Abdrängen widerspricht nun einmal der Lebendigkeit junger Menschen und löst auch keine Probleme.

-     Schleier und Kopftuch. Dies ist eine beliebte Empfehlung etwa gottesfürchtiger Moslems und ihnen Nahestehender. Doch ist das gewiß auch keine Problemlösung, wichtig wäre nämlich eine Änderung der Männer hin zu Kameradschaft und Partnerschaft mit Frauen. Doch das wird mit dieser Methode mit Sicherheit nie passieren.

-     Freche bis ebenfalls ordinäre Antworten. Das Problem ist jedoch, dass man sich dazu bisweilen auf das Niveau des „Zeitgenossen“ begeben müsste, und das dürfte nicht nur nicht jedermanns (oder eben jederfraus) Sache sein, sondern auch letztlich ungeschickt, man kommt aus dem unteren Niveau auf diese Weise kaum heraus. Es ist auch fraglich, ob einem immer die passenden Antworten einfallen. Und vielelicht macht man mit den entsprechenden Antworten mehr kaputt, als einem im Grunde lieb ist.

-     Das gleiche Problem der Schlagfertikeit haben wir mit pfiffigen und „den Gegner verwirrenden“ Antworten. Ich denke hier an die undurchsichtige Antwort meiner Schwester (siehe unter Durchblick) auf die Frage, ob auch sie gut zu Vögeln wäre: „Ja natürlich, aber ich bin auch sonst sehr tierlieb!“

-     Beschwerde bei Vorgesetzten oder gar Kündigung und Suche nach einer neuen Stelle, um den Belästigungen aus dem Weg zu gehen. Doch damit ändert sich die eigene Aura nicht und es kann somit sein, dass einem dasselbe Mobbing wieder passiert.

-     Sich eine neue Aura zulegen! Warum sollte das denn so unmöglich sein?

Unsere Aura hat nun vor allem etwas mit den Ängsten zu tun, die uns einmal anerzogen wurden, mit unserer Unsicherheit, mit unserer Leibfeindlichkeit.

 

Wenn wir die sexuellen Belästigungen loswerden wollen, dann müssen wir also zunächst einmal unsere Aura ändern.

Wir müssen also vor allem

-     unsere (irrationalen) Ängste durch rationale Furcht ersetzen,

-     die uns anerzogene Leibfeindlichkeit durch ein vernünftiges Körpergefühl ersetzen,

-     sicherer werden – und hier vor allem erst einmal in unseren moralischen  Einstellungen. Nicht nur vermutlich, sondern ganz gewiß, halten wir nämlich etwas für unsittlich oder gar unmoralisch, was im Grunde nur belanglos und harmlos und ungewohnt ist und sehen dagegen anderes als belanglos, was im Grunde doch sehr schwerwiegend ist – wir sind dabei mit unseren Einstellungen bisweilen sogar regelrecht zickig. Unser Instinkt ist hier irgendwie falsch programmiert.

Ich kann also nur die Beschäftigung mit dieser Website empfehlen, etwa mit den Vertraulichen Gesprächen. Gerade diese wurden auch aus dem Grunde aufgezeichnet, damit nicht nur durch Argumente, sondern auch durch eine gewisse Dauer der Lektüre so eine Art Stimmungsumschwung zustande kommen kann.

Eher brutal ist dagegen - zunächst einmal - eher die Praxis mit der Nacktheit für denjenigen, der das nicht gewöhnt ist, doch ich meine, eine solche Praxis müßte nun einmal sein. Gehen wir doch einmal in eine Sauna oder an einen Strand, wo die Nacktheit üblich ist – und suchen uns nach rationalen Gesichtspunkten die Nähe entsprechender Menschen aus, die auf uns aufpassen können, ähnlich wie die beiden kleinen Mädchen im Stichwort Furcht. Machen wir das auch in der Wirklichkeit und bleiben nicht bei der Theorie stehen, nur die entsprechende Praxis kann auch die richtigen Hormone erzeugen!

  

Wichtig ist natürlich auch eine akzeptierte Hilfestellung bei alledem - am besten vielleicht durch eine Vaterfigur! Siehe auch Vater-Tochter-Beziehung.

Wem nie Mut gemacht wird und wer immer nur kritisiert wird, wird schwerlich seine Unsicherheiten und seine Leibfeindlichkeit abbauen können. Und wenn es um die Problematik der sexuellen Belästigung der jungen Mädchen geht, sind vor allem deren Väter gefragt, sie sind es doch, die ihre Pappenheimer kennen, vielleicht sogar weil sie selbst einmal solche waren. Die Schwierigkeit ist allerdings, daß viele Väter heute einfach zu schwach sind, sie blicken auch nicht so recht durch und sehen schon gar nicht ihre Verantwortung.

In diesem Zusammenhang möchte ich kurz anbringen, was ich gemacht habe, als mir eine junge Studentin erzählte, wie sie bei einer Arbeit mit einem Kommilitonen auf seinem Zimmer von ihm den Tee in einer Tasse mit einem Henkel in Penisform eingeschenkt bekam, doch den Henkel hatte sie sich erst näher angesehen, als sie ihn schon in der Hand hatte. „Und was hast du da gemacht?“, hatte ich sie gefragt. Und als sie antwortete „gelacht“, habe ich ihr gesagt: „O. k., schon gut, doch der wollte dich vielleicht testen und jetzt solltest du den Ball zurückgeben und á la Toreromethode auch ihn testen! Schau dich mal um, wo es bei euch in der Stadt eine gemischte Sauna für Studenten gibt (oder im Sommer eben in der Nähe eine Nacktbademöglichkeit) – und dann fragst du ihn (ganz scheinheilig und unter irgendeiner mehr oder weniger geschickten fadenscheinigen Begründung, von wegen alleine als Mädchen ist das etwas blöde oder so was...), ob er mal mitkommt. Bisher kam es nicht dazu <sie neigt eher dazu, ihre ganze Gruppe für so etwas zu motivieren> und die Sache ist auch erledigt, doch ich versuche, so Mut zu machen und Wege zu zeigen – und ich weiß, dass die Männer mit den Macken da schon alle "durchfallen". Das ist dann die Stunde der Wahrheit, wer einer wirklich ist. Einer, der in Ordnung ist, wird das (und auch ein Mädchen, die so etwas sagt) toll finden, wenn er vielleicht auch dir erst einmal seine Probleme offenbaren muß, und einer, der Probleme hat und sie nicht lösen und in Wirklichkeit "etwas anderes" will, wird dumm herumlabern und auf alle Fälle irgendwie ausweichen. Es ist - bisher – bei dem Mädchen nicht zu einer solchen Aktion gekommen, doch allein mein Tipp und die innere Auseinandersetzung des Mädchens bauen eine gewisse Sicherheit auf – und die ist nun einmal die Grundlage für eine vernünftige Aura, also auch für das Fertigwerden mit dem Mobbing! Machen wir das alles erst einmal – und sehen wir dann weiter!

 

Das Dilemma ist natürlich: Wie können Menschen mit dem Mobbing und eben mit der sexuellen Belästigung umgehen, die bereits ihre negativen Erfahrungen mit der ganze Sexualität haben, die also etwa bereits reingefallen sind?

Ganz offen gesagt: Ich weiß es nicht. Das ist auch der Grund, warum ich mich so engagiere für eine Erziehung junger Menschen "von vorne herein"!

Auf alle Fälle muß das Problem gelöst werden, ansonsten kann es geschehen, daß nach erlittener sexueller Belästigung jemand damit in Beziehung gebracht wird, der nun gar nichts damit zu tun hat (siehe Unterstellungen). Und dann entsteht so eine Art Teufelskreislauf, der das weitere Leben überschattet.

Und bedenken wir, daß auch hier im allgemeinen eine Art Täter-Opfer-Problem vorliegt. Wenn es keine Opfertypen gäbe, die auf sexuelle Belästigungen ansprechen, gäbe es auch keine Tätertypen! Doch so einen Opfertypen umzukrempeln, ist oft nicht ganz einfach, denn diese Opferrolle ist nur zu oft schon zum Sinn des Lebens für den Betreffenden geworden...

 

Natürlich bin ich gerade hier sehr an Erfahrungsberichten meiner Besucher interessiert! Aber beschweren Sie sich bitte nicht, dass das alles nicht geht, wenn Sie es gar nicht erst versuchen!

Dazu aus einer Mail von Dorothea (November 2004):

Ich weiss ja nicht ob du den Unterschied zwischen Gewalt und nicht Gewalt in sexuellen Beziehungen kennst. Gewalt ist, wenn nicht über Grenzen diskutiert wird/diskutiert werden kann. Je mehr ich Männern meine Grenzen sage, desto zudringlicher werden sie und das bezieht sich schon auf den Alltag. Ich kann mich also nicht abgrenzen und fühle mich mit Gewalt konfrontiert. Das die meisten Frauen das verdrängen, liegt wie gesagt u. a. an ihrer gesellschaftlichen Rolle und ich habe beobachtet, dass sie von Männern emotional ganz schön ausgenutzt werden. Also, das ist erstmal meine Meinung.

Und die Antwort von basisreligion:

Ich habe dazu darüber nachgedacht, wo ich vielleicht einer Frau - zumindest aus ihrer Sicht - zu nahe getreten bin und sie mich als aggressiv empfand und wie es dazu kam. Möglicherweise war da auch ein solcher Fall: Und zwar war ich vor langer Zeit auf irgendeine Weise mit einer jungen Krankenschwester in Magdeburg brieflich in Kontakt gekommen - und ich hatte den Eindruck, wir empfanden Interesse füreinander. Ich hatte natürlich auch von meinen Ideen geschrieben und meinen Briefen entsprechende Anlagen beigefügt. Man hätte sich ja auch einmal zu Ferien in den Karpaten oder am Schwarzen Meer treffen können, um sich einmal näher kennen zu lernen.. Es ließ sich auch einfädeln, daß ich bei einer meiner DDR-Fahrten mit einer Kollegin bei ihr vorbeifuhr, wie das so damals war mit Matten und Schlafsäcken. Jedenfalls sah alles sehr gut aus und ich freute mich auf den Besuch. Und zunächst war dann alles auch sehr nett - doch als es dann vor der Nachtruhe (ganz brav, auch ohne entsprechende Absprache - schließlich war ja auch meine Kollegin dabei!) spätabends in den Duschraum des Krankenhauses gehen sollte, da wurde sie regelrecht zickig, nein, daß wir zusammen gingen, käme gar nicht infrage... Glücklicherweise hatte ich meine Kollegin dabei, die bezeugen konnte, daß meine folgende Aggressivität von dem Mädchen verursacht war. Ja, hatte die denn nicht gelesen, was ich geschrieben hatte? Oder hatte sie das nicht für voll genommen? Ich fand, sie hatte doch ein Versprechen aufgebaut, indem sie immer nett auf meine Briefe (und also auch auf meine Ideen) geantwortet hatte - und wenn sie anderer Meinung gewesen wäre, hätte sie das doch schreiben müssen... Aber das hat sie nicht - mit keinem Sterbenswort. Und so fühlte ich mich an der Nase herumgeführt, sie mag mich als aggressiv eingestuft haben, ich sie jedoch als "Tussi". Und damit Schluß der Beziehung. (Irgendwann bekam ich mit, daß sie mal eine Vergewaltigung hinter sich hatte, was auch immer man darunter verstehen kann, doch das wußte ich damals nicht, und wenn, dann hätte man überlegen müssen, was ich dazu tun kann, die aufzuarbeiten, aber auch das war ja kein Thema.)

Und ob nicht so manche Fälle, wo sich Mädchen über die Aggressivität von Männern beklagen, auch auf ein vergleichbares Mißverständnis zurückzuführen sind? Wurde da vielleicht nicht doch ein Versprechen aufgebaut - zumindest in den Köpfen der Männer - und als es dann spannend wurde, machten die Mädchen Rückzieher? Und die Männer wurden aggressiv, weil sie nicht bekamen, was sie erwartet hatten und worauf sie folglich also auch schon scharf waren. Also ich kann - nach meiner Erfahrung - die Männer schon ein wenig verstehen... Ja, wie aber hätte alles anders laufen können? Ich kann hier nur auf die Empfehlung an die Studentin hinweisen, die ich oben gegeben habe: "Du kannst gerne mit mir in die Sauna gehen, das würde ich sogar gut finden, doch an mehr habe ich kein Interesse, ich bin doch nicht blöd. Und das liegt nicht an dir, sondern an meiner ganz grundsätzlichen Einstellung..." Und irgendwie muß eine solche Einstellung recht bald rüberkommen - bevor sich andere Erwartungen gebildet haben. Und die Erwartungen, die man (oder eben "frau") aufgebaut hat (das können ganz harmlose sein wie bei mir damals oder eben auch "andere"), müssen auch erfüllt werden! Alles andere ist von Seiten der Mädchen und Frauen falsch, tussihaft und unfair.

Anmerkung: Dorothea hatte noch gefragt, wie man als Frau eine vernünftige Sexualität leben sollte. Dieser Teil des Briefes mit der entsprechenden Antwort findet sich unter Initiative. (Wörterbuch von basisreligion und basisdrama)

Den "Offenen Brief eines alten Religonslehrers an junge Mädchen über die weibliche Sexualität und die Bibel" (Mai 2012) gibt es auch online auf Deutsch, auf Englisch und auf Niederländisch!

Hier das entsprechende Internet-Stichwort aus medizinischer Sicht (wie für das Stichwort Stalking).  Dabei ist zu bedenken, daß dahinter nicht unbedingt dieselbe ethische Einstellung steht wie hinter basisreligion, zu der diese Seite gehört:

A Med-World
Aktiengesellschaft zur
Darstellung von Medizin
und Gesundheit im
Internet.

http://www.m-ww.de/sexualitaet_fortpflanzung/lexikon/stalking.html