Bei der Frage nach dem SINN DES LEBENS kann es letztlich immer nur darum gehen, was unser Menschsein ausmacht oder im Idealfall ausmachen könnte, was das Zentrum unseres Menschseins ist oder sein könnte. 

 

Notfalls kann jeder Quatsch zum "Sinn des Lebens" werden, vor allem wenn auch noch Leid und Trostlosigkeit dabei sind.

 

Auf den ersten Blick scheint es kaum möglich, einen gemeinsamen Nenner des Menschseins für alle Menschen zu erkennen, kann nicht im Grunde so ziemlich alles zum Sinn des Lebens werden? Denken wir an den Musiker und sein Musizieren, an den Maler und seine Malerei, ja überhaupt an das Leben eines Menschen für seinen Beruf, oder auch vor allem an die Mutter und ihre Sorge um ihr Kind, an den Vater und an seine Sorge für die Familie, an das Leben eines Menschen für Gott oder auch an so etwas Extremes wie an den Kampf und an den Tod fürs Vaterland oder überhaupt an den Tod und vor allem an das angebliche Leben nach dem Tod? Oder denken wir an die heiligen Kühe in Indien, für die sich die Menschen dort bisweilen mehr zu sorgen scheinen als für ihr eigenes Leben, auch sie sind damit ja so eine Art Sinn des Lebens. Und von da ist es auch nicht mehr weit, wenn eine Religion auch noch ausgesprochene Menschenopfer fordert. Um zu erahnen, wie sehr gerade so etwas zum Sinn des Lebens werden kann, sollten wir uns einmal in die Lebenswirklichkeit in einer solchen Religion hineinversetzen: Wenn etwa eine Mutter dort ihren ersten Sohn geopfert hat, dann kann sie vermutlich nur weiterleben, wenn sie fest daran glaubt, dass dieser Tod im Namen der Götter sein musste und daher nicht nur sinnvoll, sondern unbedingt notwendig war, ansonsten müsste sie ja vor lauter Trauer schon fast Selbstmord begehen! Oder denken wir an die Beschneidung der Frau in vielen Ländern auch heute noch! Muss eine Frau, die dieses an sich erfahren hat und die sich daher in ihrem ganzen Leben damit herumquälen muss (sehr oft ständige Schmerzen, ständige Blutungen, nie Freude am Sex und schon gar nicht ein befreiender Orgasmus, sondern immer nur Schmerz und Widerwillen im Zusammenhang mit Sex, von einer Einheit von Leib und Seele mit einem Partner kann schon von vornherein gar keine Rede sein!), dies nicht als unbedingten Sinn ihres Lebens akzeptieren, weil dies eben angeblich zu ihrem Anteil am Kampf gegen das Böse und schließlich zum Sieg des Guten über das Böse unbedingt nötig ist? Kann auf diese Weise im Grunde nicht jeder Quatsch (ich bitte um Verzeihung für die mangelnde political correctness!) zum "Sinn des Lebens" werden, Hauptsache er wird von Kind an beigebracht (siehe hier auch unsere Erziehung oder besser Manipulation zu angeblicher sexueller Selbstbestimmung) und es gibt dazu ein zumindest einigermaßen geschlossenes System, also etwa die Vorstellung von der Unvollkommenheit hier und jetzt, von der Läuterung durch die Riten einer Religion, wozu auch alle möglichen Erschwernisse gehören, und von der Erfüllung in einem (natürlich nicht nachprüfbaren) Leben nach dem Tod? Denken wir einmal, welche Rolle das Fasten in manchen Religionen spielt, vielleicht verstehen wir, warum die Moslems (siehe Islam) so an ihrem Fastenmonat Ramadan hängen? Oder denken wir an die ganzen krampfigen und regelrecht fanatischen Begründungen für die Verschleierung der Frauen, die wir beim besten Willen nicht verstehen, sind nicht auch die schon längst zu einem Sinn des Lebens für die Betroffenen geworden?

Doch es müssen nicht immer nur ausgesprochen religiöse Quälereien sein, die zum Sinn des Lebens werden können, es können auch Familienzwistigkeiten, familiäres Leid, Enttäuschungen (siehe Enttäuschung) oder gar die Erinnerung an das Leben in einem wenig menschlichen politischen System sein - siehe die Nostalgie vieler Menschen im Zusammenhang mit der DDR oder mit anderen Diktaturen.


Was ist, wenn dann einer kommt und erklärt, dass dieser Sinn des Lebens ein Unfug ist?


Ja was ist, wenn dann jemand kommt und gute Gründe vorlegt, dass genau das ganze Leid und die Schmerzen, die man sich so auferlegt hat, alle nur Unfug sind, dass das alles nur Kennzeichen ist, dass man am wirklichen Sinn des Lebens vorbeigeht und vor allem vorbeigegangen ist? Da hat also eine Frau jahre- und jahrzehntelang die Schmerzen einer Beschneidung ertragen - angeblich für eine bessere Moral, für eine bessere Welt - und dann wir ihr dargelegt, dass diese Moral und diese bessere Welt (von der man so richtig ja auch noch nicht einmal etwas merkt, sie ist ja immer nur eine irrationale Hoffnung) ganz anders hätte viel bequemer und viel leichter und vor allem auch viel effektiver erreicht werden können? Das hieße ja, dass alles Leid, alle Schmerzen, alle Entsagungen völlig umsonst waren! Ist das dann nicht unter Umständen so unvorstellbar und unakzeptierbar, dass man mit Hass reagiert - natürlich gegenüber demjenigen, der diesen seinen Sinn infrage stellt und damit wegnimmt? Man könnte denjenigen doch am liebsten erwürgen... Sind damit unter Umständen nicht schließlich sogar Religionskriege schon fast vorprogrammiert, die im Grunde ja Kriege zwischen Leidensgenossen sind, denn den Angehörigen der anderen Religionen geht es ja genauso? 

Allerdings: Wenn sich solcher Hass im Zusammenhang mit religiösem Glauben einstellt, dann war es mit der Religion doch wohl nicht weit her, zumindest nicht mit christlicher...

Und es geht ja nicht nur um solche grausigen Geschichten wie die der Beschneidung der Frauen. Da hat also etwa eine Frau selbst nie das Paradies mit ihrem Mann erlebt, von irgendeiner berauschender Liebe keine Spur... Da war immer nur so etwas wie eine Befriedigung, eine mehr oder weniger gierige Abraktion. Na ja, man blieb zusammen, denn das Zusammensein aus sozialen Gründen ist ja auch schon etwas. Und in diesem Sinn hat man auch seine Tochter erzogen mit den typischen Ängsten und Zwängen, also etwa mit der üblichen Leibfeindlichkeit. Und die Tochter hat dann auch ihre entsprechenden Erfahrungen und Enttäuschungen erlebt. Klar, man meinte ja auch, das müsse nun einmal alles so sein, das alles gehört zum Reifwerden eines Menschen. Und dann kommt dieser "Jemand" und legt auch hier plausibel da, dass alles auch hätte ganz anders laufen können - und noch viel einfacher und mit dem größten Spaß aller Beteiligten?

 

Und noch einmal: Was sind Einflüsse durch Erziehung und Kultur, was durch Religion und Tradition?


Kann man Menschen nicht alles Mögliche und Unmögliche anerziehen so wie auch den Legehennen in einer Legehennenbatterie, das sie dann auch noch mit Hauen und Stechen verteidigen? Kann der Glaube an einen Gott und an ein Weiterleben der Seele mit oder ohne Körper nach dem Tod tatsächlich der Sinn des Lebens sein? Ist das alles nicht zu unwirklich, klingt das alles nicht eher wie eine fadenscheinige Vertröstung, wenn der wirkliche Sinn des Lebens verloren gegangen ist, denn als wirklicher Sinn des Lebens? Kann etwas Nichtnachprüfbares und etwas Nichtkonkretes überhaupt jemand - und sei es ein Gott - von uns als "Sinn des Lebens"  verlangen? Können böswillige Menschen sich nicht sogar mit irgendwelchen Transzendenz- oder Religions-Argumenten tarnen, um Menschen von der Lösung ihrer konkreten Lebensaufgaben abzulenken, um sie so nur umso besser für eigene Zwecke gefügig zu machen (siehe Manipulation)? Was ist zudem Gott, was ist (Weiter-)Leben nach dem Tod? Kann überhaupt etwas, was unklar ist, was man sich gar nicht richtig vorstellen kann und auch noch nicht einmal darf (siehe Tabu), Sinn des Lebens sein? Kann oder sollte wenigstens ein wirklicher Sinn denn nicht immer nur etwas sein, das mit unserer ganz konkreten Wirklichkeit in unserem jetzigen Leben fernab von allem Irrationalem zusammenhängt?

 

Nur das wirkliche Leben kann wirklicher Sinn des Lebens sein! Und dieses wirkliche Leben steckt ja auch hinter dem christlichen Gottesbild!

 

Theologen und Philosophen (vor allem Rupert Lay S.J.) haben in diesem Sinn die Biophiliemaxime entworfen: „Handle stets so, dass du durch dein Handeln eigenes und fremdes personales Leben eher mehrst als minderst.“

Und diese Biophiliemaxime war auf alle Fälle auch das Anliegen des historischen Jesus (siehe auch Leben-Jesu-Forschung), wenn er von einer neuen Welt, einem Reich Gottes, redete, in der diese jetzige nur auf Materialistisches (Besitz und platte Lust, siehe Besitzdenken und Hedonismus) ausgerichtete Welt untergegangen sein wird und sich die Menschen um die Verwirklichung der neuen Welt kümmern. Kennzeichen wirklichen Christseins ist, dass das Werden dieser neuen Welt zum Anliegen derer wird, die Christen sein wollen, das ist dann auch Nachfolge Jesu.

 

Die "Biophiliemaxime" ist wohl zu theoretisch, um einen Menschen wirklich "vom Hocker zu reißen". 

 

Vermutlich können wir zu dem wirklichen Sinn des Lebens nur kommen, wenn wir Kinder fragen, denn sie sind wohl die einzigen, die noch die Fähigkeit haben, "des Kaisers neue Kleider", also auch alles das, was wir uns so vormachen (siehe oben!), zu entlarven. Suchen wir also die Beweise auf diesem Weg! Stellen wir ihnen die Liebe mit wirklichen Gefährtesein und wirklicher Partnerschaft vor, sprechen wir unsere körperliche und seelische Veranlagung für körperlich-ekstatischem Rauscherlebnis an, für Harmonie und gegenseitiges Ergänzen und Aufschaukeln der beiden Komponenten unseres Menschseins Leib und Seele! Und das ist möglich! Was würden Kinder wählen, wenn sie zumindest einigermaßen den Durchblick hätten? 

 

Ja, welchen Sinn des Lebens wollen wir denn sonst in unserer Erziehung Kindern vermitteln? Etwa dass sie arbeitsame Menschen werden? Also die Arbeit? Und wodurch würden sie sich dann im Extremfall von Sklaven unterscheiden? Für die war ja auch die Arbeit ihr Sinn des Lebens... Oder Gott? Wodurch würden sie sich dann von Nonnen und Mönchen unterscheiden, wenn das klappte? Auf solche Ideen können doch nur weltferne und leibfeindliche und priesterreligionorientierte Menschen kommen... Doch wir normale Menschen wollen doch nicht zölibatäre Menschen erziehen, sondern ganze Menschen mit Leib und Seele, die mit Ehe und Partnerschaft zurecht kommen und erst einmal hierin ihre Erfüllung finden!

 

Das wirkliche Leben hat immer auch etwas mit der Liebe zu tun...

 

Nach meinen Erfahrungen (siehe Kindererziehung) ist es klar: Das Problem der Liebe in der Einheit von Leib und Seele interessiert Kinder brennend - wenn es so gebracht wird, dass sie es auch verstehen. Immerhin käme diese Lösung ja wenigstens ganz grob auch dem Sinn des Lebens aller übrigen Lebewesen entgegen: Der Trieb zum Leben und zur Weitergabe des Lebens. Ob es arrogant ist, wenn wir davon ausgehen, dass dies bei uns Menschen in veredelter Form möglich ist, dass vermutlich sogar eine Steigerung bis ins Absolute der wirkliche Sinn des Lebens sein könnte, den wir dann eben Liebe nennen? Allerdings ist mit dieser Steigerung auch die Möglichkeit des Missbrauchs gegeben, je brisanter und gewaltiger etwas ist, desto mehr kann es nicht nur zum Nutzen, sondern auch zum Schaden ge- oder besser missbraucht werden. Und so kann es geschehen, dass nur noch die rein körperliche Seite interessiert und die seelische nicht nur vernachlässigt, sondern sogar mit den Füßen getreten wird (siehe Gebrauch und Missbrauch und Seele).  

 

Sinn des Lebens wäre damit, dass wir den positiven Gebrauch des "Triebs zum Leben und zur Weitergabe des Lebens" finden und erleben. Im Endeffekt wird das immer auf ein Idealbild von Ehe und Familie hinauslaufen, deren Basis eine wirkliche Liebe und Partnerschaft von Mann und Frau ist. Der Vorteil bei diesem Ideal ist auch, dass bereits der richtige Weg zu diesem Ziel gleichzeitig schon das Ziel sein kann, dass also in unserem Fall derjenige, der das richtige innere Konzept von der Einheit von Leib und Seele mit einem anderen Menschen hat, eigentlich auch schon die Erfüllung hat.

 

...und wirkliche Liebe auch etwas mit Spielregeln.

 

Da nun im Rausch der Gefühle, die nun einmal naturgemäß mit der Mann-Frau-Beziehungen zusammenhängen und irgendwann auch da sind, normalerweise alles, was man sich zu tun anbietet und was man also tun kann, unter einer rosaroten Brille gesehen wird und daher der Weg in den Missbrauch möglich ist, sind Verhaltensregeln notwendig, damit unsere Veranlagung zur Liebe - und damit auch die Biophiliemaxime - nicht bei Gelegenheit in die Beliebigkeit abgleitet und wir doch schließlich wieder dort sind, wovon wir eigentlich weg wollten. Für uns Christen sind diese Verhaltensregeln, die man auch als „Ausführungsbestimmungen“ bezeichnen kann, die Zehn Gebote (diese gelten natürlich auch sonst!). Das wäre dann die Begründung für eine richtig verstandene Ehe und für den Beginn einer solchen Ehe mit dem Sakrament der Ehe (also dem "Trauschein") und schließlich für eine Familie.

 

Das heißt dann, dass für Menschen "auf dem Weg" schlicht und einfach etwa die Regeln der bewussten Enthaltsamkeit gelten. Die Adam-und-Eva-Erzählung gibt dazu mit ihrer Empfehlung an das nackte Paar einen sehr konkreten Hinweis auf einen Umgang miteinander, der keinesfalls eng und spießig zu sein braucht, ja vermutlich nicht einmal sein darf. Das Erlebnis der Harmonie mit dem anderen Geschlecht auf diese Weise ist durchaus akzeptiert und wir werden sogar dazu ermuntert, doch eben in den bekannten Grenzen - siehe auch unter Gandhi-Methode! Von der Theorie her mag das ziemlich langweilig und unergiebig aussehen – probieren wir´s, wir werden staunen!

 

Und es muss auch Menschen geben, für die die Verantwortlichkeit für das alles Sinn des Lebens ist.

 

Ein ganz besonderer Sinn des Lebens und damit eine besondere Umsetzung der Biophiliemaxime ist vermutlich der Einsatz für eine Erfüllung dieses Sinns des Lebens anderer und also gegen den Missbrauch, selbst wenn dieser nur andere betrifft. Wir können einfach nicht nur an uns selbst denken, sondern wir müssen uns klar sein, dass die Erfüllung unseres eigenen Sinns des Lebens auch und gerade von der Erfüllung bei anderen abhängt. Wir leben einfach nicht im luftleeren Raum! Und nicht zuletzt sind wir ja auch irgendwann unmittelbar auf ein persönliches Gegenüber bei alledem angewiesen - und wir wissen ja noch gar nicht von vornherein, wer sich auf unserem Weg zu einer Gemeinschaft eher als Bruder oder Schwester oder eben als Partner herausstellt. 

 

Allerdings sollten sich alle diejenigen, die sich hierfür einsetzen, immer bewusst sein, dass sie andere Menschen nur zu dem führen können, was sie selbst erleben oder was sie selbst als echte Möglichkeit vor sich haben. Selbst wenn sie für andere etwas Gutes wollen, wird ihnen das nicht gelingen, wenn sie selbst anders leben oder einen anderen Sinn des Lebens sehen, aus lauter Ängsten würden sie etwa falsche Wege weisen. Jesus gibt hier einen Hinweis: „An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen!“ Keinesfalls - oder nur mit großen Vorbehalten - darf also solcher Einsatz also aus der Lage eines Opfers heraus geschehen, damit am Ende nicht doch wieder einer Täter-Opfer-Entwicklung Vorschub geleistet wird. Da ein Gelingen der Einheit von Leib und Seele einiger Menschen ab einem bestimmten Zeitpunkt gewiss auch für andere ansteckend ist, ist durchaus der christliche Sinn des Lebens, also das Paradies oder auch das Reich Gottes, für alle möglich, wenigstens für alle neu Hinzukommenden (gemeint sind die Kinder). Somit wäre ein Einsatz für die Erfüllung anderer in dieser Einheit wahrscheinlich in jedem Fall der bestmögliche Sinn des Lebens, selbst wenn jemand selbst den absoluten unmittelbaren persönlichen Vorteil davon nicht mehr erleben sollte. Für mich könnte also ein Einsatz für wirkliche Freiheit und Emanzipation des Menschen, also für mehr Bewusstsein im Hinblick auf die Liebe und dabei auch gegen die Beschneidung der Frauen ein vollkommener Sinn des Lebens sein, ermöglicht man dadurch anderen schließlich regelrecht die Erfüllung ihres Sinn des Lebens, und dadurch wird schließlich auch der eigene durchaus gefördert. Das wäre dann auch Arbeit an Erlösung und Auferstehung in der vermutlich wirklichen  Nachfolge Jesu!

 

Und was ist damit, dass nicht nur für manche oder sogar für viele Menschen heute gar nichts von alledem Sinn des Lebens ist, dass sie ganz offensichtlich nur für ihr Auto, für ihr Geld, für ihr Haus oder ähnliches Äußerliche zu leben scheinen? Ob der Grund nicht einfach der ist, dass das Eigentliche eben nicht zum Zuge oder nicht richtig erfüllend zum Zuge kam - und sie daher einen Ersatz brauchen, und eben der Ersatz ausgesucht wurde, der am meisten Endorphine mit sich bringt? 

Und hier noch Schriftwechsel zu diesem Thema:

Hallo

Ich weiß nicht, ob diese mail Adresse für Fragen und dergleichen gedacht ist, ich werde sie einfach mal dazu benützen...

Ich hätte da eine Frage zum Sinn des Lebens. Ich meine damit nicht den Sinn eines Lebens (einer Person oder dem eines Tieres) ich meine damit in erster Linie, wozu es Leben auf dieser Welt gibt. Ich meine Gott (wer auch immer das sein mag) wird doch wohl nicht aus Langeweile das Leben geschaffen haben.?

Und dann noch? Was macht man/frau, wenn man völlig motivationslos von einem Tag auf den anderen lebt, solange man/frau sich irgendwo anhalten kann, geht das ja gut, aber wenn man/frau dann fallen gelassen wird, alleine dasteht, dann bräuchten Menschen doch eine Ideologie, an die sie glauben, für die sie kämpfen? Und wenn man/frau nun keine Ideologien für die man/frau kämpfen möchte mehr hat?
Dann möchte man/frau doch wenigsten wissen, wozu das Leben im generellen Sinne dient.

Erhoffe mir eine Antwort, falls diese mail Adresse dazu gedacht ist, ansonsten ignorieren Sie diese mail bitte einfach.

MfG M. K.

 

Und die Antwort:

Hi,
und was ist, wenn Gott das alles doch aus Langeweile geschaffen hat? Man soll sich ja schließlich kein Bild von Gott machen - wir wissen also gar nichts...
Ich habe mit dem Sinn des Lebens inzwischen keine Schwierigkeit, ich meine, etwas ändern zu müssen, was einfach nicht in Ordnung ist und viele hätten doch etwas davon... Und da die Verantwortlichen eben nicht wollen, bin ich ganz schön engagiert.
Doch ganz allgemein: So wie Ihnen mit der Motivationslosigkeit geht es vielleicht manchen. Ob Sie nicht da auch eine Aufgabe erkennen können? Ich finde, Aufgaben können wahnsinnig motivieren! Doch nichts überstürzen und krampfig suchen! Ob man eine "ereignislose Zeit" nicht auch als "Besinnungspause" - und am besten sogar als "schöpferische" - sehen kann? Und irgendwann stolpert man einmal über etwas und weiß: Das ist meine Aufgabe! Hauptsache, man bleibt offen... Und mit meiner Website will ich dazu beitragen, dass sich bisweilen Leute finden, die beim Stolpern über etwas nicht immer nur an eigene Fehler denken sondern sich Gedanken machen, ob da nicht überhaupt etwas falsch läuft - und sich schließlich vielleicht sogar irgendwie engagieren.

Das Problem ist, dass unsere Stimmungen oder Motivationen oft gar nichts mit der Realität zu tun haben. Manchmal läuft eigentlich alles gut, doch irgendwie fühlen wir uns ganz mies, und manchmal ist eigentlich alles "daneben" - und wir fühlen uns dennoch topfit, der Mensch braucht eben bisweilen den Stress

Ich kenne nicht Ihre Gründe, doch ich erinnere mich an eine "solche Situation" bei mir: Irgendwann vor meinem Abitur hatte ich so eine ödige Phase. Da erzählte mir ein Freund von der Gelegenheit einer "Turnstunde mit Selbstmotivation" ohne Lehrer (eigentlich ziemlich unzulässig, damals schon). Und da konnte man alles machen, was man selbst üben wollte oder was man gar in der Schule gar nicht durfte. Gerade letzteres traf auf mich zu, weil ich eben in meiner Klasse zu denen in der "hintersten Riege" gehörte. Und irgendwie juckte mich schon die "Hocke vom Hochreck". Schließlich konnte ich die ja vom normalen Reck, doch da gab es die Möglichkeit der Hilfestellung, die gab es ja bei der "hochoben" nicht. Und ich weiß noch genau, was ich dachte: "Und wenn ich mir dabei das Genick breche, sollen die anderen doch sehen, was sie davon haben, es ist sowiieso alles Sch...". Und siehe, es klappte, ein tolles Gefühl! Irgendwann gelang es mir dann auch in der Schule, ans Hochreck zu kommen - und als ich schon mitten "im Anlauf" war, sah das auch der Lehrer, dem wohl das Herz stehen blieb, doch es klappte, natürlich,... Ihm blieb jetzt gar nichts mehr übrig, als mich (den er nicht sonderlich mochte) in die erste Riege zu schicken... Und meine Lehre daraus für mich: Nie aufgeben, und gerade in einer "Down-Stimmung", auch so etwas hat seinen Sinn, es wird schon!

Sinnvoll erscheint im übrigen immer zumindest "ein gewisses Maß" an Gebet, nicht zuletzt beugt man damit einer Verkrampfung vor und bleibt offen.

Wenn ich mal mehr oder auch Schlaueres zu sagen habe, rühre ich mich wieder!
Erst mal Tschüs und alles Gute!
M. P.


Aber ich glaube Sie haben da meine Frage nicht ganz richtig verstanden. Ich bin auch für eine gerechtere, bessere Welt engagiert, doch was ist wenn diese Welt plötzlich real wird? Nicht das ich glaube, dass dies so schnell passieren würde, jedoch wenn diese zumindest materiell gerechte Welt Wirklichkeit wird, was gibt es dann noch für einen Sinn, für das Leben. Wenn alles perfekt ist, was ist dann? Dann gibt es keine
(wichtigen) Inhalte mehr im Leben?

Und dieser Zweifel unter anderem hindert mich mit ganzer Kraft an einer gerechteren Welt zu arbeiten.

LG M. K.

 

Hi,
Also ich glaube, das mit der gerechteren Welt ist irgendwie hypothetisch, und wir meinen ja gewiss nicht eine Welt voller Friede-Freude-Eierkuchen...
Meine Meinung: Erst einmal da sein - und dann sehen wir weiter. Also ich könnte mir schon eine idealere Welt vorstellen, in der es sich erst recht lohnt zu leben. Es ist vermutlich wie mit einem Rausch - und zwar einem bei vollem Bewusstsein -, nur der kann darüber reden, der ihn hat(te). Und dann wissen wir auch, dass es sich lohnt zu leben.
Ciao
M.P.

(Wörterbuch von basisreligion und basisdrama) Computer-Übersetzung des Buchs HONESTY AND FUN WITH THE MORALITY ins Englische unter English