SOHN GOTTES ist (wie auch Christus einer der Hoheitstitel Jesu aus der Bibel. Wie es dazu gekommen ist, siehe unter Jungfrauengeburt.

Noch heute ist der japanische Kaiser "Sohn Gottes" - und er hat nicht nur den Titel sondern auch die Gene des "Obergottes" (glauben wenigstens fromme Japaner, siehe Shintoismus).

Ein Problem ist, ob Jesus nicht auch deswegen zum Tode verurteilt wurde, weil er in Anspruch genommen hatte, dass er selbst der Sohn Gottes sei. Abgesehen davon, dass Jesus vermutlich dies nie von sich selbst behauptet hatte, allenfalls andere redeten so von ihm, war dies nach jüdischer Vorstellung sowieso kein Verbrechen. Denn jeder männliche Jude konnte sich als „Sohn Gottes“ sehen, anders als bei den umliegenden Völkern, wo etwa nur der Pharao „Sohn Gottes“ war. Und die Römer, die ja die Verurteilung Jesu bestätigten, waren viel zu aufgeklärt, als dass sie es als Straftatbestand ansahen, wenn jemand von sich behauptete, Sohn Gottes zu sein, die hatten mit so etwas überhaupt keine Probleme. Bei den Ägyptern gab es sogar Geburtsgeschichten, daß bei der Zeugung kein irdischer Mann eine Rolle gespielt hatte – dafür hatte es einen speziellen “Botengott” gegeben. Nicht zuletzt waren ja die Pyramiden so eine Art “Freilufttempel”, um die verstorbenen göttlichen Könige zu verehren und sie zu veranlassen, beim “Obergott” Fürsprache für die irdischen Menschen einzulegen. Siehe auch unter "ägyptische Mythologie".

Wir können davon ausgehen, dass die Zuschreibung des Titels „Sohn Gottes“ „nachösterliche“ Tradition der christlichen Gemeinde ist (also zur Tradition gehörte, die nach Tod und Auferstehung Jesu entstanden ist, siehe Kerygma) und Teil der „Marketingmaßnahmen“ der jungen christlichen Gemeinde war.

Denn schließlich mußte dieser Jesus mit seinen revolutionären Ideen von der Gottessohnschaft eines jeden Menschen (und auch der Frauen und Kinder, die damals diesen Titel gewiß nicht hatten!), der ja in den Augen seiner „nichtgläubigen“ Zeitgenossen nichts mehr war als letztlich doch nur ein unbedeutender Wanderarbeiter, der dazu noch in einem nach allgemeiner Auffassung ordnungsgemäßen Prozeß zu Tode verurteilt und hingerichtet wurde, sozusagen „hoffähig“ gemacht werden. 

Der Titel „Sohn Gottes“ hat einige hundert Jahre später dann mit zur Ausbildung der Theologie von der Dreifaltigkeit mit dem entsprechenden Dogma (um 380) beigetragen. Heute ist dieser Titel vermutlich eher hinderlich für unseren Zugang zu den revolutionären Ideen des wirklichen Jesus - wir suchen in Jesus doch lieber den hervorragenden Menschen (wie schon der Presbyter Arius, der 320 als Irrlehrer verurteilt wurde).

Zur Entstehung des Neuen Testaments siehe dort!

 (Wörterbuch von basisreligion und basisdrama)