Der Spinat-Mythos war einmal ein zähes Missverständnis. 1890 unterlief einem Chemiker, der bei der ersten Laboranalyse von Spinat mitschrieb, ein Kommafehler. Aus 2,2 Milligramm Eisen pro hundert Gramm Spinat machte er 22. Obwohl der Fehler bereits 1930 entdeckt wurde, zwangen Eltern ihre Kinder noch jahrzehntelang zum Spinatessen, weil dieses Gemüse als besonders eisenhaltig galt.

Dass Kinder den Spinat ablehnten, lag m.E. gar nicht einmal am Spinat, es lag an der Zubereitungsart. Muss denn der Spinat immer so aussehen wie Kuhsch...? Doch er schien ja nur in dieser Form gesund zu sein.

Wenn auch der Spinat heute nicht mehr wegen seines Eisengehaltes auf den Kindertisch kommt und sein Mythos daher verflogen ist, so gibt es doch andere Mythen, bei denen die Zusammenhänge zwischen allgemeinem Glauben und Nutzen vergleichbar problematisch sind:

-     Viele Eltern schicken ihre Kinder zur Kirche, zur Erstkommunion, zur Firmung, zur Konfirmation, weil sie meinen, dass mit dem Glauben an Gott die Kinder ein sittliches Fundament erhalten. Das aber ist genauso fragwürdig wie der Sinn des Eisens im Spinat. Doch der Mythos besteht fort, weil man sich gar keine Gedanken über ihn macht.

-     Und mit der (Sexual-)Scham und überhaupt der Sittsamkeit ist das noch problematischer – von sittlichem Nährwert bei näherem Hinsehen keine Spur, im Gegenteil!

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(Wörterbuch von basisreligion und basisdrama)