STEINIGUNG
Dieses Stichwort ist in Bearbeitung. Unter dem Stichwort "Jesus und die Sünderin" wurde allerdings bereits beschrieben, was es mit der Erzählung nach Joh.8 auf sich hatte, nach der eine Frau auf frischer Tat ertappt wurde und also nach den damaligen Gesetzen gesteinigt werden sollte.
Nur so viel hier: Ein Bekannter von mir, ein Elektronikingenieur, war oft in Ländern, die weder mit den "kapitalistischen" noch mit den "sozialistischen" Ländern verbündet waren, jedoch westliche Technik benutzten. Er hatte die Aufgabe, hochelektronische Anlagen wie Radaranlagen usw. zu montieren und zu warten. Bei einem seiner Aurfenthalte im Irak hatte er in Bagdad auch einmal die Steinigung einer Frau erlebt, eine wie er sagte, dort offensichtlich regelmäßige "quasigottesdienstliche Veranstaltung". Männer standen in einem großen Kreis (ca 40 m Durchmesser) mit Körben voller Steine in Eiergröße, die sie dann auf die Frau warfen. Die Frau war bis etwa Bauchnabelhöhe in die Erde eingegraben, Da er erst hinzukam, als die "gottesdienstliche Veranstaltung" schon lief, konnte er nicht mehr erkennen, was das für eine Frau war, ihr Schädel war schon aufgeplatzt und das Gehirn lief bereits an ihr herunter.
Die Stimmung sei fanatisch-beklemmend gewesen. Während der Steinewerferei wurden die Männer von einem Prediger in hasserfülltem Unterton angefeuert. Der Bekannte fragte einen der Männer, die dabei standen, was denn die Frau getan hätte. Sie sei fremdgegangen, bekam er zur Antwort.

Und nun zu Jesus: Wir können davon ausgehen, dass er bis zu der Zeit, als er dann als Prediger oder vielleicht besser als Ankläger der Gesellschaft und  als Visionär einer neuen Gesellschaft durchs Land kam (also vor seinem dreißigsten Lebensjahr), schon mal solche Steinigungen erlebt hatte. Andererseits hatte er als "wandernder Häuserbauer" sich auch mit Prostituierten gewiss über alles Mögliche unterhalten, also auch darüber, wie sie zu ihrem Beruf gekommen waren und über die Möglichkeit, dass sie erwischt und angeklagt und gesteinigt würden. Also kannte er die Problematik, dass eine Steinigung doch nur dann passierte, wenn sich eine Frau nicht den Männern gegenüber willfährig verhielt oder wenn sich Männer zusammentaten, um eine Frau loszuwerden. (Anmerkung: An der Art der Strafe kann man auch erkennen, was die Frau für ein Verbrechen angeblich begangen hatte: Verheiratete Frauen wurden erdrosselt, unverheiratete gesteinigt. Es handelte sich bei der geplanten Steinigung in Johannes 8 also um eine unverheirate Frau, und das war nach damaliger Vorstellung nun einmal eine Prostituierte.)

Es gehört nun nicht viel dazu, sich vorzustellen, dass im Inneren eines idealistischen jungen Mannes, der dieser Jesus ja gewiss einmal war, bei diesen Erfahrungen alles revoltierte und er schließlich diese kriminellen Machschaften öffentlich anprangerte und ein wirkliches Reich Gottes propagierte, in dem das alles anders sein würde.

Doch genau an diesem wirklichen Reich Gottes hat eine eingefahrene Männergesellschaft natürlich nun gar kein Interesse. Das muss nicht unbedingt daran liegen, dass alle Männer nicht wollten - doch die einen hatten einfach Angst, sich öffentlich einzusetzen, und andere sahen einfach weg, weil sie nichts ändern wollten, weil sie dann nämlich ihre Privilegien loswürden. Also waren alle mehr für eine "Religion der frommen Sprüche", bei der in der Alltagspraxis alles beim Alten blieb und die keinem von denen, die das Sagen hatten, weh tat. 
Und da stehen wir heute immer noch.
Wie ein Konzept nach den Vorstellungen des wirklichen Jesus aussehen könnte, siehe unter "Zuerst einmal das Paradies erleben...", hier die Titelseiten und der Inhalt.

(Wörterbuch von basisreligion und basisdrama)

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