Der STRESS ist die im allgemeinen gesundheitsschädigende Überbeanspruchung des menschlichen Organismus durch intensive und intensivste körperliche oder seelische Belastungen.

Doch ist mitnichten jeder Streß für einen Menschen problematisch oder gar schädlich, ja es gibt sogar Streß, der Gewinn bringt und der daher erwünscht ist: "Was uns nicht umbringt, macht uns härter!" Solchen Streß bezeichnen wir dann bisweilen auch als fruchtbaren Nervenkitzel.

Nach den Naturgesetzen, daß nur die am besten angepaßten Organismen im Lebenskampf erfolgreich sind (siehe Mutation und Selektion), können wir davon ausgehen, daß vor allem diejenigen körperlichen und seelischen Belastungen, die zu einem normalen Lebensablauf gehören und die vor allem wieder verschwinden, auch zu meistern sind, als Herausforderung wirken und keinen oder eben nützlichen Streß für uns bedeuten. Nur Gefühle wirklichen und dauernden Ausgeliefertseins an bedrückende oder gar vergewaltigende Strukturen ohne Chance einer Änderung sind schädlich.

Dabei müssen wir allerdings bedenken, daß wir Menschen im Laufe der Jahrmillionen unserer Entwicklung nicht für unsere heutige Industriekultur mit ihrer Anonymität und ihrem häufigen Singledasein geschaffen wurden sondern für ein (Über-)Leben in oft lebensfeindlicher Wildnis und in ständiger allernächster Gemeinschaft mit anderen Menschen. Deswegen gehören zur Normalität, wie sie für uns von der Natur her vorgesehen ist und wie sie bei uns nur einen allenfalls positiven Streß auslösen dürften, mit Sicherheit alle die Dinge, die mit der Nahrungs- und Unterkunftsbeschaffung, mit der Partnersuche und der Fortpflanzung zu tun haben. Und natürlich ist gewiß auch das Wissen um dies alles nicht ausgespart.

Was für den einen Streß ist, muß für den anderen noch lange nicht Streß sein! Und das gilt insbesondere für die Themen, bei denen einer bereits seine Leichen im Keller hat!

Keinesfalls negativ dürfte also auch heute noch stets derjenige Streß sein, der vielleicht vorkommt, wenn selbst bereits sehr junge Menschen Informationen über die Schwierigkeiten des Lebens und die Probleme der Sexualität und vor allem über deren Ambivalenz erhalten, und wenn sie sich dann als heranwachsende Menschen zum bewußten Erlebnis der Phase der Ästhetik mit sexueller Enthaltsamkeit entscheiden, um den nun wirklich negativen Streß zu vermeiden, der etwa mit Enttäuschungen nun einmal gegeben ist. Das heißt also, daß Kinder, die nach dem hier dargestellten Konzept Kindererziehung erzogen werden, eifrigst mitmachen und daß die ganze Auseinandersetzung für sie ein typischer positiver Streß ist, der einfach notwendig ist, damit sie nachdenken und Konzepte entwickeln, wie sie emanzipierte und wirklich freie Menschen werden und wie das auch gelingt. Und wenn das ganze mit der Zusage der Hilfe Gottes aus spieltheoretischer Sicht geschieht (siehe Spieltheorie), dann gibt es eine Lösung und es kann von einem Streß für Kinder nun wirklich keine Rede mehr sein! innerhalb Dagegen sind diese "ganze Sachen" für diejenigen, die merken was sie verpaßt und falsch gemacht haben, eher negativer Streß (siehe etwa den Diskussionsbeitrag über das Gespräch 9 zwischen Beatrix und Martina unter Beichte)... Das ist das Problem der Erwachsenen und damit auch der meisten Pädagogen und hier liegt der Grund für ihre katastrophale Fehleinschätzung der Belastbarkeit von Kindern!

Nach unseren heutigen Erkenntnissen gibt es sogar Hormone (also körpereigene Drogen oder Endorphine), die sich bei Streß im menschlichen Organismus sozusagen zur Streßabwehr bilden, denken wir hier an die durch die Streßhormone gesteigerten Kräfte, die sich dadurch bei einem Menschen einstellen, weil er sich in höchster Angst vor einem gefährlichen Tier, das ihn verfolgt, retten muß.

Dieses Phänomen kommt etwa heutigen Marathonläufern zugute, die sich nach Überwindung anfänglicher Schwächeerscheinungen derart in Trance laufen, daß sie schließlich mit den dabei entstehenden Anti-Stress-Hormonen kaum vorstellbare Höchstleistungen schaffen.

Dagegen führt falsche Vertuschung der Wirklichkeit und Aufbau einer Scheinwelt gegenüber jungen Menschen (siehe Tabu) nur zu oft zu dauernden Angstzuständen und schließlich zu Fehlentscheidungen in deren Leben, weil dadurch nur verhindert wird, daß sie sich rechtzeitig Gedanken machen, ein zutreffendes Realitätsbewußtsein aufzubauen und Strategien zu entwickeln, damit sie wirklich schädlichen Streß in ihrem Leben zu verhindern wissen.

Es sieht jedoch leider so aus, als ob der negative Streß dennoch in unseren Gesellschaften zum Alltag gehört und letztlich sogar erwünscht ist, weil er genau diejenigen Ängste und Zwänge erzeugt, die dann die bestehende Strukturen von Macht und Unterordnung zementieren. Würde nicht sonst unsere Erziehung weiß Gott anders gestaltet werden? Siehe Dekadenz und Leistungsstreß (und der ist schon gar nicht gut!).

Und hier drei Beiträge aus der WELT bzw. der WELT AM SONNTAG:

Ein bisschen Stress ist gesund... zu viel Stress schadet dem Herz und Gehirn

San Francisco - Eine gewisse Portion Stress hält agil, zu viel davon schwächt das Herz und die Abwehrkräfte, macht depressiv und tötet Hirnzellen - zumindest bei Pavianen. Das entdeckte der Biologe Robert  Sapolsky von der Stanford-Universität bei Studien in Kenias Serengeti. Zum Glück ist ein Kraut gegen Stress gewachsen, wie Sapolsky ebenfalls bei männlichen Pavianen fand. Das sei einmal ein Netzwerk stabiler sozialer Kontakte und zum anderen der spielerische Umgang mit dem Nachwuchs. Sapolsky stellte seine Erkenntnisse auf dem Kongress der Amerikanischen Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft (AAAS) in San Francisco vor. dpa

(Aus Wissenschafts-Ressort: "Gesundheit" Erscheinungsdatum: 20. 02. 2001)
Vollständige Url des Artikels: http://www.welt.de/daten/2001/02/20/0220wges223831.htx

Ein bisschen Stress ist gut

Doch das verträgliche Maß darf nicht überschritten werden. Wenn der Druck zu groß wird, drohen Gefahren für Psyche und Körper

Königstein - Stress und Arbeitsüberlastung machen Managern immer mehr zu schaffen. So gaben in einer Untersuchung des Wirtschaftsmagazins "Capital" 84 Prozent der befragten jüngeren Topmanager an, dass ihre Arbeitsbelastung in den letzten fünf Jahren ständig zugenommen hat.

Ein gewisses Maß an Stress gehört bei einem Managerjob in der Regel einfach dazu. Der Stress ist aber nicht in jedem Fall schädlich für die Gesundheit. Erst wenn der Druck zu groß oder zum Dauerzustand wird, drohen Gefahren für Psyche und Körper. Der gefährliche chronische Stress entsteht vor allem dann, wenn man in der Freizeit nicht abschalten kann oder der anstrengende Job keine Befriedigung bietet. Besonders anfällig für negative Stresseffekte sind außerdem  sehr kontrollierte Menschen, die es als bedrohlich empfinden, einen Stressor nicht in den Griff zu bekommen. Wenn der berufliche Stress das verträgliche Maß übersteigt oder zum Dauerstress wird, sollte man aktiv gegensteuern. Aber welche der unzähligen Stressmanagement-Methoden ist die beste? Die Palette des Angebots reicht von autogenem Training über Jogging bis zum Zeitmanagement. Und wie bringt man die entsprechenden Aktivitäten in einem randvollen  Terminkalender unter, ohne sich dadurch zusätzlichen Stress einzuhandeln?

Ernst Rudolf Fissler, Geschäftsführer des Königsteiner Unternehmens  HDP, das mit InBalance ein Health-Management-Programm für Führungskräfte anbietet, empfiehlt, das Stressmanagement immer auf die individuellen Bedürfnisse abzustimmen: "Man unterschiedet generell zwischen Interventionen, die sich mit den Stressursachen beziehungsweise den Stressoren befassen, und Aktivitäten, bei denen es darum geht, die negativen Auswirkungen von Stress abzubauen. Wer gravierende Probleme hat, sollte sich mit den Stressursachen wie mangelndem Zeitmanagement oder den eigenen unangemessenen Reaktionen befassen. Erfahrungsgemäß reicht aber oft schon die so genannte ,kleine Lösung', nämlich der Abbau von Stressreaktionen. Die meisten Manager spüren schon eine deutliche Verbesserung, wenn sie zum Beispiel regelmäßig Ausdauersport oder Entspannungsübungen machen: die Stresssymptome verschwinden und man fühlt sich entspannter und damit wieder leistungsfähiger."

Stressreaktionen wie erhöhte Blutdruck- und Cholesterinwerte entstehen, weil bei negativer Belastung nicht nur der Kopf, sondern auch der Körper auf Alarm schaltet. Dabei läuft ein Reaktionsmuster ab, das wir von unseren Urahnen geerbt haben: Um zu überleben, mussten sie einen Feind entweder sofort angreifen oder fliehen. Sobald wir Stress als Bedrohung empfinden, reagiert der Organismus noch immer mit einem "Blitzstart", der ein Maximum an Energie in den Muskeln aktiviert. Dabei sind das zentrale Nervensystem, das Hormonsystem und das Immunsystem involviert. Da der Kampf heute meistens am Schreibtisch oder in Meetings ausgetragen wird, geht die körperliche Aufrüstung ins Leere.

Bei chronischem Stress kann der Organismus Stresshormone und  Körperreaktionen nicht mehr abbauen. Das bedeutet ein erhöhtes Risiko für Erkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Altersdiabetes und Rückenschmerzen.

Es gibt drei Strategien, um aufgestaute Körperreaktionen zu  normalisieren:

     Körperliche Aktivitäten wie Ausdauersportarten, progressive Muskelentspannung oder tiefes Atmen: Sie bauen Stresshormone ab und
     lockern die Muskulatur.

     Kognitive Techniken wie autogenes Training oder Meditation erzielen  mentale und körperliche Entspannungseffekte.

     Die Einnahme von Antioxidantien: Vitamin C, E, Beta-Karotin und Selen verhindern Schäden durch die gefürchteten freien Radikale, die der Körper bei Stress vermehrt produziert.

     Optimal ist eine Kombination aus allen drei Möglichkeiten.

     (Aus Berufswelt, Ressort: Karriere, Erscheinungsdatum: 12. 08. 2001)

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oder auch am 30. Oktober 2004

Starker Streß schadet dem Gehirn - Überaktivität eines Enzyms stört das zielgerichtete Denken, Planen und Handeln - Hirnstrommessung in der Freiburger Uni-Klinik

Vollständige Url des Artikels: http://www.welt.de/data/2004/10/30/353101.html

(Wörterbuch von basisreligion)