TEUFELSKREIS. Aus einem sogenannten Teufelskreis herauszukommen (siehe auch Wiederholung des Schicksals), ist oft schier unmöglich, so daß wir bisweilen lieber an Verschwörungstheorien glauben, daß wir also meinen, alle anderen oder zumindest wichtige andere hätten sich gegen uns oder eben das Gute in der Welt verschworen!

Beispiele für typische Teufelskreise:

1.      Ein einsamer Mensch zieht sich immer mehr zurück und wird immer mürrischer. Die Folge ist, daß er auf andere unnahbar und menschenfeindlicher wirkt - und auch sie sich von ihm zurückziehen. Die Folge ist noch mehr Einsamkeit.

2.      Ein übergewichtiger Mensch hat natürlich Kummer, weil er sich als nicht schön empfindet. Was ihm bleibt, ist der Spaß am Essen, um seinen Frust zu kompensieren. Die Folge ist: Er wird immer übergewichtiger.

3.      Für arme Menschen in der Dritten Welt sind Kinder nun einmal die Altersversorgung. Sie sehen also zu, daß sie möglichst viele Kinder haben. Dadurch ruinieren sie die Resourcen ihres Landes: Die Armut nimmt weiter zu.

4.      Jemand, der unliebsame Erfahrungen mit der Sexualität hat, wird alles, was damit zu tun hat, bei den eigenen Kindern zu verdrängen suchen. Leider wird er dabei ein typisches Helfersyndrom entwickeln, und aus der heraus lediglich zu einer  entsprechenden Leibfeindlichkeit, also zu Tabus und Ängsten und dabei vor allem zu der typischen (Sexual-)Scham kommen. Doch gerade das erste Mal eines Menschen hat damit überhaupt nichts zu tun. Und so werden die Kinder wieder reinfallen, weil man eben an der falschen Stelle aufpaßt - und der Teufelskreis schließt sich.

5.      Eine Mutter, die als Kind vom eigenen Vater sexuell mißbraucht wurde, wird - wenn sie einmal eine eigene Tochter hat - diese von ihrem Mann argwöhnisch fernhalten, zumindest wird sie nicht den unbefangenen Umgang zwischen Tochter und Vater zulassen, der nun einmal in einer gesunden Familie eigentlich normal ist. Damit blockiert sie die Bildung des Inzesttabus und schafft geradezu die Basis, daß der Teufelskreis von neuem beginnt.

6.      Gerade integre Menschen versuchen zumeist, dem Sittenverfall zu begegnen, indem sie sich für den Glauben einsetzen – insbesondere auch bei ihren Kindern - natürlich über den pharisäischen Ansatz (also vom Glauben her!). Dadurch arbeiten sie für ein über-ich-gesteuertes Gewissen der Menschen, und dieses über-ich-gesteuertes Gewissen beschleunigt letztlich nur den Sittenverfall.

7.      Oder sie stecken so sehr in Ängsten, daß sie jegliche attraktive Alternative, und ist sie noch so harmlos, gleich immer als pervers betrachten und verteufeln. So kann etwa die in manchen orientalischen und afrikanischen Ländern übliche Beschneidung der Frauen kaum mehr abgeschafft werden, weil dabei Dinge angesprochen werden müßten, die man eben nicht anspricht und wobei derjenige, der sie dann doch anspricht, als pervers gilt...

8.      Und was so wichtig wäre, nämlich die Erziehung zur Scheinmoral bei Kindern zu beenden, wird geradezu unmöglich, weil man dann ja gegen die Verklemmtheit und Leibfeindlichkeit angehen müßte. Doch da in diesem Bereich niemand nach Gebrauch und Mißbrauch unterscheidet, weil eine ungeschriebene Hackordnung "in Sachen Moral" dies unmöglich macht, bleibt alles eben immer beim alten.

9.      Wie sich auch andere Religionen bei ihrer Einstellung gegenüber Menschen und insbesondere Frauen in einem Teufelskreis befinden, siehe unter Buddhismus! Bei der Geschichte vom Embryozustand merken die Beteiligten überhaupt nicht, wie sich selbst „in die eigene Tasche lügen“!

Es gibt unzählige weitere Beispiele für Teufelskreisläufe! Siehe das Grundschema des Teufelskreises Sittenverfall und Moralerziehung!

Wie können wir nun Teufelskreisläufe verhindern oder zumindest stoppen?

Und wir können tatsächlich etwas machen, sobald wir uns den Teufelskreis bewußt gemacht haben! Denn das Wissen um einen Teufelskreis hat nun einmal immense Vorteile: Wenn man sich in einem System auskennt, und ein Teufelskreis ist ja auch ein System, wenn auch ein negatives, dann weiß man nicht nur, wie man sich selbst heraushalten kann, sondern es wird sogar die Phantasie beflügelt, Wege zu finden, wo und wie man ganz allgemein Sand ins Getriebe werfen kann!

Wir können also damit aufhören, einfach nur an Zerstörung und Rache zu denken, und wirklich sachlich werden. Der erste Schritt ist dabei, die Problematik eines möglichen Helfersyndroms zu erkennen, und dessen sinnvolle Aufarbeitung: Wir fragen also nach Ursache und Wirkung - und überlegen, ob nicht eine Wirkung viel mehr eine Ursache ist und umgekehrt - oder ob die wirkliche Wirkung nicht gar ganz woanders liegt! Hinterfragen wir auch einmal uralte Gewohnheiten (oder Traditionen) nach dem Motto, daß die traditionellen Unwahrheiten sehr oft die Lügen mit den verheerendsten Folgen sind! Überdenken wir unsere Ängste und Tabus, denn diese zementieren oft sehr schön Teufelskreise, nicht zuletzt ist so mancher Teufelskreislauf längst sozusagen zum Sinn des Lebens geworden! Und als zweiten Schritt sollten wir vor allem endlich einmal überlegen, was wir wirklich wollen (siehe Wissenschaft) und ob wir nicht bei sinnlosen Nebensächlichem hängen bleiben und unsere Kräfte auf unwichtigen "Nebenkriegsschauplätzen" sinnlos verausgaben! Beobachte wir genau! Seien wir kritisch gegenüber uns selbst!Sehen wir nicht gleich die Bösen in den anderen, die sich gegenüber uns verschworen  haben, vielleicht wissen es die anderen nur nicht besser?

Und endlich als dritten Schritt: Sand ins Getriebe werfen an irgendeiner Stelle, die wir auch tatsächlich beeinflussen können! Wenn Sie sich das Grundschema basisreligion ansehen, dann klingt doch ein Ansatz gegen die Leibfeindlichkeit und pro Menschenkenntnis (es reicht nicht, wenn man nur etwas weg nimmt!) junger Leute recht aussichtsreich? Und hier haben wir doch realistische Möglichkeiten!

Wie unter dem Etikett des neutralen Wissens von wirklicher Moral abgelenkt wird und Teufelskreise aufrecht erhalten werden, siehe unter Wikipedia.

(Wörterbuch von basisreligion und basisdrama)