TREUE ist eine durch Beständigkeit und Ausschließlichkeit gekennzeichnete Haltung Ideen, Dingen, Personen und auch sich selbst gegenüber.

In Sexualität und Liebe ist sie eine ausschließliche Hinwendung zum Partner, die nicht und nie durch eine gleiche Beziehung zu einem Dritten verletzt wird. Untreue in einer Liebesbeziehung ist die Folge, weil da etwas von Anfang an nicht stimmte. Mit Sicherheit fehlte die gemeinsame Erfahrung wirklicher Einheit von Leib und Seele.

Was kann man nun im Fall von Untreue machen, gibt es noch Chancen, da etwas zu reparieren, zumal ja im allgemeinen alles schon recht verfahren ist? Lohnt es sich, trotz allem über einen Neuanfang nachzudenken? Ja, es lohnt! Denn in jedem Fall - sowohl bei eigener Untreue wie bei der des Partners - ist nämlich die Gefahr gegeben, daß wir uns immer weiter verzetteln, wenn wir unsere Beziehung gleich aufgeben. Vielleicht war man auch selbst nicht ganz unschuldig an der Untreue des anderen, weil man ihn vernachlässigt hat, vielleicht war man auch selbst schon einmal in irgend einer Weise untreu? Das alles sollte Grund genug sein, versöhnlich zu sein.

Eine merkwürdige Vorstellung von Treue haben manche Menschen, wenn sie meinen, mit ihrem Körper schon einmal untreu sein zu können (das heißt, einen Seitensprung zu machen), daß dieses aber ihre seelische Einstellung zu einem bestimmten Menschen nicht betrifft. Der auf diese Weise verhöhnte Partner kann sich da eigentlich nur fragen, warum er nicht sorgfältiger überprüft hat, ob der Partner auch ein wirklicher Gefährte ist, als es noch Zeit dafür war. Jetzt bleibt nur noch übrig, praktische Vorteile des Zusammenlebens mit dem Partner zu erkennen, irgend etwas wird ja noch da sein...

Eine Kindererziehung, in der die Treue Hauptthema ist, halte ich allerdings für problematisch - von meinen Erfahrungen als Lehrer her. Denn wenn ich die Treue in den Mitt4elpunkt meiner Pädagogik stelle, dann sagen vor allem die Mädchen: "Die wollen wir doch auch! Und daher müssen wir doch probieren, um den Richtigen herauszufinden." Hier dürfte allerdings einmerkwürdiges Verständnis von Treue vorliegen. Einen besseren Ansatz siehe unter Sexualerziehung!

 

Und die Treue ist doch am sinnvollsten!

Zwei Wirtschaftswissenschaftler haben das Liebesleben von 16.000 Amerikanern erforscht - Seitensprünge machen nicht glücklich. Den Artikel von Kristina Jonas vom Montag, dem 13. September 2004, finden Sie unter http://www.welt.de/data/2004/09/13/331764.html.

Und da ist noch ein Beitrag in der WELT AM SONNTAG vom 5. 12. 2010: "Ich kann nicht anders" von Roland Mischke.

Hier der Schluss:

Trotzdem ist jeder zweite Deutsche treu. Wie schafft er/sie das? Um das herauszubekommen, hat der Berliner Psy­chotherapeut Wolfgang Krüger, Autor mehrerer Bücher, seine Klienten genau in Augenschein genommen. "Wirklich treue Menschen sind emotional starke Persönlichkeiten, die sowohl mit sich selbst als auch mit der Umwelt in einem intensiven Kontakt sind. Man könnte sie als bindungsstark bezeichnen", formu­liert er. Bindungsstärke entwickelt sich durch erlebte verlässliche Bindungen zu Bezugspersonen im frühen Alter. Treue, da ist sich Krüger sicher, hat hauptsäch­lich mit glücklichen Kinderjahren zu tun. Dadurch entsteht später ein so fester Kontakt zum Partner, dass Untreue gera­dezu unmöglich ist. Die Beharrung auf einen Menschen wird in dem Fall sogar zum eigentlichen Sinn der Beziehung: „Treue heißt, der Partner ist einzigartig" nicht, austauschbar." Der Partner ist der Mensch unter allen Menschen, "der für uns ganz besonders ist, so Krüger.

Das kennen wir doch aus dem Kleinen Prinzen“! Da rührten stets die Sätze: "Du wirst für mich einzig sein in der Welt. Ich werde, für dich einzig sein in der Welt."

Die Fähigkeit zur Treue setzt auch in­nere Stabilität voraus, Ich Identität, ein Ruhen in sich selbst. Der/die Treue hat Schwerpunkte: Lebensziele, Freund­schaften, Berufswege,   und eine große, einzigartige Liebe. Oder wie Milan Kun­dera, der in seinen Romanen so viel Un­treue geschildert hat, schrieb: "Die Treue gibt dem Leben eine Einheit, ohne die es in tausend flüchtige Eindrücke zersplittert." Das garantiert nicht Dauerglück, aber eine Kontinuität, die als Glücksspur immer mitläuft. Da ist Ver­trauen da, wechselseitige Anerkennung, Geborgenheit, da wird die Einsamkeit  zumindest zeitweise   aufgehoben.

Da ist ein anderer Mensch, der uns versteht und bestätigt, sodass er nun zum festen Zentrum unseres Lebens wird. Das Flüchtige unverbindlicher Be­ziehungen verflüchtigt sich. Die Partne­rin, der Partner wird vielmehr zur be­ständigen Quelle spannender Erfahrun­gen, schließlich zu einem Teil von uns selbst, der uns erweitert. Das ist der Grund, warum treue Partner so viel zu­sammen sind, so viel reden, sich so oft mit den Händen berühren, einander festhalten. Treue Menschen begegnen einander respektvoll, sie achten auf die Stimmung in der Partnerschaft, auf das Miteinander. ",Jemanden zu lieben"" hat der französische Philosoph Gabriel Marcel gesagt, "ist so, als würde man sagen: Du sollst nicht sterben!" Der deutsche Philosoph Robert Spaemann sieht darin sogar das wahre Liebesideal: "Die Liebe ist angelegt auf ein Versprechen für im­mer. Zwei Namen sind einmal zusam ­men in die Sterne geschrieben worden. Da kann sie keiner mehr runterholen."

(Den kompletten Beitrag erhalten Sie beim Verfasser der Website!)


  (Wörterbuch von basisreligion)