TUTTI FRUTTI war eine beliebte Sendung bei RTL zu Anfang der 90er Jahre, bei der sich junge Frauen aus dem Publikum auszogen bzw. ihre Brüste im Rahmen eines "Länderwettbewerbs" entblößten. Diese Sendung entsprach nun gewiß nicht den traditionellen Moralvorstellungen, doch es ist zu überlegen, ob diese Sendung gegen wirkliche Moral verstieß oder nur gegen eine Scheinmoral. Einige Jahre davor wurde in einer Rundfunksendung einmal eine Studentin aus Mainz interviewt, die sich bei einem Karnevalsball splitternackt ausgezogen hatte. Und sie schimpfte in dem Interview auf die „Scheißmoral“…

Ich konnte die Studentin nun leider nicht näher befragen, was sie nun mit „Scheißmoral“ meint, doch gibt es hier eigentlich nur zwei Möglichkeiten:

  1. (Sexual-)Moral ist an und für sich Sch…, es liegt eben in der Natur des Menschen und insbesondere auch der Frauen und Mädchen, nach Herzenslust herumzub…, und leider wird das alles durch menschliche und irgendwelche göttliche Verbote und Ächtungen (also etwa durch ein anerzogenes über-ich-gesteuertes Gewissen) verleidet.

  2. Wirkliche (Sexual-)Moral ist überhaupt nicht Sch…, doch es wird den jungen Menschen immer nur eine Scheinmoral beigebracht, nach der man irgendwelche im Grunde nebensächlichen und belanglosen Dinge nicht darf und dadurch vom Blickwinkel auf die Dinge, auf die es nun wirklich ankäme, abgelenkt wird und folglich genau dort reinfällt, wo es um wirkliche Moral geht. Und da im allgemeinen unter Moral diese Scheinmoral verstanden wird, ist eben diese "Moral" Sch...

Und ich möchte einmal für die Studentin, die sich da ausgezogen hatte, plädieren, dass es ihr genau um diese zweite Position ging. Das, was sie tat, war ein Protest und eine Provokation gegen unsere ganze Heuchelei und ein privater Versuch einer Aufarbeitung! Warum nun bringt man den jungen Menschen nicht in der Moralerziehung das bei, was sie wirklich wollen und brauchen, sondern lenkt sie nur davon ab? Denn um wirkliche Moral geht es in unserer Moralerziehung zur Zeit ja nun wirklich nicht!

Nach den gleichen Gesichtspunkten lässt sich auch die Sendung Tutti Frutti einschätzen, nur dass eben hier noch ein Fernsehsender hinzukommt, der nun wirklich nicht an der Besserung der Moral interessiert ist sondern nur am Einschaltquoten bzw. am Geschäft. Inzwischen (im Jahr 2004) gibt es in Berlin auch einen Sender, der junge Mädels auffordert, Bilder von ihren Brüsten zu schicken, die dann im Internet veröffentlicht werden. Das alles ist gewiß nicht sehr glücklich und riecht auch nach Vermarktung des Menschen. Doch können wir „denen“, die so etwas organisieren und auch noch dabei mitmachen, das verübeln?

Siehe auch das Stichwort Pin-up-Girl.  

Die Meinung von basisreligion zu der ganzen Thematik: Bedenken wir doch einmal die Situation der jungen Mädchen. Ist es nicht verständlich, wenn sie auch einmal zeigen wollen, was sie so haben? Und schließlich schwindet ja die körperliche Attraktivität recht bald, darf "frau" '(oder eben "mädel") wirklich nicht daran eine (Zeige-)Freude haben? Wäre hier nicht eine Chance gegeben zu einer Überwindung einer unnatürlichen Leibfeindlichkeit? Doch da hier alle vernünftigen Wege sozusagen blockiert sind und es keine akzeptablen Sollbruchstellen gibt, sahnen sozusagen die Geschäftemacher usw. ab. Sorgen wir uns einmal für eine wirkliche Moral der Menschenkenntnis und der Partnerschaft und der Liebe - und sehen wir unsere Verantwortung und erziehen wir die Kinder in dieser Richtung (siehe Kindererziehung)! Und warten wir ab, wie sich Menschen verhalten, die zu einer solchen Moral Zugang haben und sie daher auch leben können! Vielleicht wird dann alles ganz anders? (Wörterbuch von basisreligion)