UNGEDULD in der Liebe ist eigentlich ein wunderbares Gefühl, das man auch so richtig genießen sollte! Wenn diese Ungeduld allerdings bei einem unverheirateten und jungfräulichen Menschen sich auch auf das Verlangen nach Geschlechtsverkehr bezieht, so sollte man sich doch fragen, ob hier nicht manipuliert wurde!

Keinesfalls darf man sich durch solche Ungeduld ein vorhandenes Lebenskonzept zerstören lassen.

Überlegen wir, ob wir hinter einem Gefühl der Ungeduld zu einem Menschen wirklich die Einheit von Leib und Seele erkennen können, die wir in unserem Leben ersehnen. Könnte der ungeduldig ersehnte Mensch auch ein wirklicher Gefährte sein - oder sehen wir da wieder einmal einen Menschen durch die berühmt-berüchtigte rosarote Brille? Die Natur hilft uns durch ihre natürlichen Mechanismen im Grunde ganz gut, daß unsere Ungeduld etwa in der Sexualität nicht selbstzerstörerisch wirkt: Wir sind gerade bei den entscheidenden, endgültigen und nicht mehr umkehrbaren Dingen unseres Lebens nur dann wirklich ungeduldig, wenn wir sie bereits vorher in unserem Leben praktiziert haben. So wie wir erst dann wirklich ungeduldig nach einer Zigarette oder nach einem Glas Bier sein können, wenn wir bereits (intensiv) damit Erfahrung haben, ist es auch mit den vollendeten Tatsachen (Geschlechtsverkehr aber auch schon Petting): Wir können nach ihnen erst so richtig ungeduldig sein, wenn wir sie auch schon erlebt haben (siehe Wiederholungszwang). Nur bei der Sehnsucht nach Haut-Kontakt im Fall einer Liebe oder einer Verliebtheit scheint das anders zu sein, diese Sehnsucht ergibt sich auch für "Unerfahrene" offensichtlich automatisch. Wir sollten intelligenterweise die Chance der Natur nutzen und es dabei belassen und nicht vorzeitig mit Dingen anfangen, aus denen sich eine konkrete Ungeduld entwickeln könnte, also etwa mit dem bewußten Befummeln der eigenen Geschlechtsteile oder denjenigen eines anderen. (Siehe Geduld, Überrumplung, Unvermeidbarkeit.)