UNSTERBLICHKEIT wird den Menschen von vielen Religionen versprochen oder auch nur eingeredet. Für die Berechtigung eines Glaubens an die Unsterblichkeit des Menschen gibt es letztlich keine konkreten Anhaltspunkte, ja es spricht nach unserer Erfahrung und auch von den Erkenntnissen der modernen Biologie und der Medizin her eigentlich alles dagegen. Wieso sollte der Mensch auch eine solche gewaltige Sonderstellung in der Natur haben, die gerade seine Weiterexistenz über den Tod hinaus rechtfertigt?

Was wir da nur zu oft für höchst christlichen Glauben halten, paßt leider eher in irgendeinen typischen  Volksglauben und vor allem das heidnische Bild des Glaubens an ein Leben nach dem Tod (siehe Vielgötterei).

Der Psychologe Arno Plack erklärt unser Bedürfnis nach einem Glauben an ein Weiterleben nach dem körperlichen Tod, weil wir im Grunde die wichtigsten Dinge unseres Lebens in diesem Leben einfach verdrängen! Wenn wir nämlich sogar die Forderung stellen, selbst einen Todkranken im Unklaren über seine Situation zu lassen, so tun wir dies, weil wir intuitiv den Mangel unseres Lebens spüren und uns nicht eingestehen können, "daß ein seinem Leib entfremdetes Selbstbewußtsein auch die Konsequenz seiner Endlichkeit nicht anzunehmen bereit ist: weil unerfüllte Sehnsüchte bis zuletzt ein Weiterleben verlangen. Wir sind alle nicht in der Weise lust- und lebensbejahend erzogen, daß wir den Tod als vorgegebene Bedingung akzeptieren könnten. Wir verdrängen den Tod, wie wir die Sexualität verdrängen: Die doppelte Verdrängung erspart uns ein waches Bewußtsein der Flüchtigkeit des eigenen Daseins... Todesverdrängung und Sexualverdrängung schließen sich so zusammen zur Verdrängung der Endlichkeit des eigenen Daseins" (Arno Plack: "Ohne Lüge leben", dva, 1976/1978, S. 51f). Weder die angesprochene Todesverdrängung noch die Sexualverdrängung hat etwas mit recht verstandenem christlichem Glauben zu tun. Da geht es nämlich nicht um eine Leben nach dem Tod, sondern um eine völlig neue Sichtweise des lebenden Menschen in gelungener und berauschender Einheit von Leib und Seele - "bis ans Ende unserer Tage"...

Anmerkung: Wie es aussieht, versteht Arno Plack unter "lust- und lebensbejahend" etwas anderes als was in dieser Website gesagt wird - man kann "lust- und lebensbejahend" eben so oder so sehen! Und wir werden weder zu dem einen noch dem anderen vernünftig erzogen!

(Wörterbuch von basisreligion und basisdrama)