Mit WEIBCHENGETUE oder Prinzessinnengehabe läßt sich das gelangweilte bis schnippische Verhalten vieler Mädchen und Frauen bezeichnen, die sich im Umgang mit anderen Menschen und natürlich insbesondere mit Männern auf die Wirkung ihrer eher angewachsenen Körperteile und anderer Eigenschaften, zu denen sie nichts können, verlassen, als daß sie sich um Kameradschaft und Gefährtesein bemühen (siehe Weiblichkeit und Prinzessin). Mädchen mit typischen Weiblichkeitsgetue glauben dann auch, daß sie sich alles Mögliche und Unmögliche im Umgang mit anderen Menschen leisten können. So sind sie über jegliche Gepflogenheiten normaler Höflichkeit erhaben: Sie halten etwa Verpflichtungen nur ein oder antworten auf Briefe, wenn es ihnen gerade paßt. In ihrer Eingebildetheit übersehen sie, daß sie damit im Grunde alle diejenigen Männer verprellen, die wirkliche Kameraden und Gefährten sind oder sein könnten und die typischen Imponiergehabe-Typen geradezu anlocken. Das Imponiergehabe ist daher die dem Weiblichkeitsgetue entsprechende Eigenschaft bei Männern.

Da sich hinter dem Weiblichkeitsgetue wie auch hinter dem Imponiergehabe entweder Naivität oder Ängste und auf alle Fälle fehlendes Realitätsbewußtsein verbergen, ist das Reinfallen direkt in der jeweils typischen Weise nach dem Schema von Täter und Opfer vorprogrammiert. Doch scheinen alle solche Menschen ihre Enttäuschungen geradezu zu brauchen, um wenigstens einigermaßen auf den Boden der Wirklichkeit zu gelangen. Ob sie ihre jeweiligen Macho- oder Prinzessinnenillusionen dann auch wirklich und endgültig aufgeben? Leider ist damit kaum zu rechnen. Cinderellas bleiben eben Cinderellas - oder?

(Wörterbuch von basisreligion und basisdrama)