ZAHLENMYSTIK (auch Bibelcode). Ja, woher weiß man, wenn in der Bibel etwas nicht stimmt? Ein Indiz ist, wenn irgendetwas nach Zahlenmystik klingt. Denn die wesentlichen Leute der Bibel hatten nun weiß Gott etwas anderes im Kopf, als irgendeine Zahlenakrobatik! Denken wir an die, die sich um die Abschaffung der Sklaverei kümmerten oder um die Partnerschaft zwischen Mann und Frau! Solche Leute sind zu jeder Zeit sachorientiert und scheren sich nicht darum, ob irgendwelche Zahlen passen. Daher können wir davon ausgehen, dass - sobald auffällige Zahlen eine Rolle spielen - die entsprechende Geschichte oder zumindest einiges davon nicht viel mit dem ursprünglichen Sinn zu tun hat - vermutlich sehr oft gar nichts. Ein typisches Besipiel ist die Geschichte von den 153 Fischen, die dem Simon Petrus bei einer Erscheinung des auferstandenen Jesus ins Netz gingen; das ist also eine typische Gemeindetraditionerzählung, die erfunden ist und vermutlich nur aus einem Zusammenhang richtig zu interpretieren ist, der uns heute nicht mehr zugänglich ist. Gute Erklärungen zur "alten Zahlenmystik" finden sich in der Website eines süddeutschen Mathematiklehrers unter der URL http://www.michael-holzapfel.de/themen/zahlen/zahlen.html.

Und wer heute mystische Zahlen sucht, findet sie - zur Not eben mit kleinen Tricks.

Für Mathematiker (wie für alle sachorientierten Leute) sind Zahlen Arbeitshilfsmittel, eine mystische Bedeutung haben sie für sie nicht. Es gibt jedoch eine lange, auf Pythagoras zurückgehende Tradition, in Zahlen mehr zu sehen. Man kann ihnen zum Beispiel Eigenschaften zuordnen ("Dreiheit heißt Klugheit und Weisheit") und sich dann bei schwierigen Entscheidungen leiten lassen...

Der Schwachpunkt dieses Verfahrens besteht darin, daß es viele Möglichkeiten gibt, Buchstaben mit Zahlen zu versehen, dabei sind alle irgendwie willkürlich. Und klappt es nicht gleich, so kann man ja auch noch die Schreibweise des Namens ein bißchen manipulieren. In Tolstois "Krieg und Frieden" etwa ist Napoleon erst dann mit der 666 in Verbindung zu bringen, wenn man seinen Namen sprachlich nicht korrekt als "Le Empereur" eingibt statt als L'Empereur.

Eine andere Variante schreckte die Menschen im Jahr 1997 auf. Damals wurde im "Bibelcode" die These vertreten, daß in der Urfassung der Bibel viele Nachrichten über vergangene und zukünftige Ereignisse verschlüsselt sind...

Doch lesen Sie lieber den vollständigen Artikel der WELT vom 25. Oktober 2004 unter der Url http://www.welt.de/data/2004/10/25/350874.html!

Es bleibt dabei, Zahlenmystik ist und bleibt eben Mystik und hat mit Wissenschaft nichts zu tun, jedenfalls nichts mit einer, die sich an Mathematik orientiert. Und nur eine Wissenschaft, die sich an der Mathematik orientiert, ist wirkliche Wissenschaft!

Eine Fortsetzung des Suchens nach Magie in der Bibel ist der Rummel um den Da-Vinci-Code.

(Wörterbuch von basisreligion)