ZEUGEN JEHOVAS

Beschreibungen zu dieser Glaubensgemeinschaft finden Sie im Internet zur Genüge. Ich muss also hier selbst nichts schreiben.

Doch ich habe mich mit den Ideen der Zeugen Jehovas schon auseinandergestzt - und ihnen im Dezember 2010 einen Brief geschrieben. 

Ich werde eine eventuelle Antwort hier auch wieder geben. Bis zum 21.Mai 2011 ist jedoch nichts geschehen. Wie ich sehe, wurde in der Gegend, in der ich den Brief an "Glaubensbrüder" gegeben hatte, auch einmal die von mir vorgestellte Website besucht, der Brief wurde also wenigstens eine Stufe höher weitergegeben, das war´s dann aber auch. Natürlich, die werden wegen so eines Briefs nicht ihr ganzes Konzept umwerfen, genauso wenig wie die katholischen Dogmatiker usw.

Machen Sie, lieber Leser, sich Ihr eigenes Bild, ob es den Zeugen Jehovas wirklich um ein christliches Konzept geht!


Hier also der Brief:

An

Wachtturm Bibel- und Traktat-Gesellschaft der Zeugen Jehovas e.V.

65618 Selters

- auf dem Weg über Glaubensbrüder in....



Liebe christliche Mitbrüder!

Ich war einmal an Berufsschulen und ein junger Zeuge, der einmal an meiner ersten Schule war und mit dem ich näher ins Gespräch kam, steckt mir ab und zu mal Erwachet-Hefte in den Briefkasten. Ich habe sie nun gesammelt und möchte Ihnen doch dazu etwas schreiben.

Zunächst einmal: Ihre Einstellung in Heft Okt./2009 auf Seite 29 sagt mir sehr zu, vielfach sonst wird diese Stelle im ersten Korintherbrief gerne übersehen.

Doch wie ich sehe, kommen Sie in Ihren Heften dann auch nur auf die üblichen Feststellungen, dass Sex in der Ehe besser ist als vor- oder außerehelicher Sex usw.

Das ist alles gut und richtig, das Problem ist, dass sich die jungen Menschen auch daran halten .

Und dann sind Sie auch recht hilflos, wenn Sie darauf hinweisen, dass sich die jungen Menschen sehr oft eben leider nicht daran halten. Nach der Bibel soll es zwar so sein, doch man kann eben auch nichts machen, wenn es nicht so ist – und dann allenfalls die Ungewollt-Schwangeren ermun­tern, ihr Kind auch zur Welt zu bringen.

Haben Sie sich eigentlich einmal überlegt, dass Bibel bzw. Gottes Wort nicht nur etwas meint, was in der Vergangenheit geschehen war, sondern auch etwas sein kann, was heute noch geschieht?

Wenn sich also junge Menschen nicht an die „göttlichen Spielregeln“ halten, um die Gebote einmal so zu nennen, ob wir nicht dann einmal versuchen sollten, ganz unabhängig von der Bibel oder von anderen frommen Ideen herauszufinden, was die jungen Leute eigentlich treibt, „Sachen“ anzufan­gen, die ihnen hinterher nur zu oft großen Kummer bringen?

Menschen können doch eigentlich von Natur aus nicht so doof sein, dass sie nicht vorher erkennen können, wenn etwas falsch und unvernünftig ist, sondern erst hinterher.

Und wenn es dann doch so ist, dann kann doch nur daran liegen, dass sie über diese „Sache“ vorher etwas Falsches oder zumindest Untaugliches im Kopf hatten?

Sie mögen nun von Sigmund Freud und seiner Theorie vom Über-Ich halten, was Sie wollen, doch ist es nicht so, dass die Moral, die wir den jungen Menschen „predigen“ weitgehend eine Über-Ich-Moral ist. Also nach dem Motto „Gott hat gesagt...“ usw.

Eine wirkliche Ich-Moral würde jedenfalls anders aussehen, müsste die nicht einen jungen Men­schen so erfüllen, dass er regelrecht Spaß an ihr hat – und dass man das ihm auch anmerken kann?

Und jetzt zu mir: Ich habe jedenfalls einmal eine Pflegetochter „erzogen“ (alles war vorher mit ihr und den Eltern durchgesprochen) – und die war von dieser Moral so begeistert, dass sie – wie sie mir erzählte – in einer Deutschstunde zusammen mit der Kollegin gegen die ganze Klasse diskutiert hatte... Leider hatte ich sie nicht auf eine solche Diskussion vorbereitet, so dass es nicht gelang, an­dere auch zu begeistern – doch bei ihr verlief ansonsten alles wunderbar, wie sie ihre Ehe eingefä­delt hat – und jetzt die Partnerschaft mit ihrem Mann!

Ich meine, es geht also – auch heute noch, die hohe Ehemoral!

Und da ich gerade im Zusammenhang mit meiner Website (der Versuch einer anderen Sicht unserer christlichen Religion – basierend auf den Forschungen zum historischen Jesus) mit einem jungen Mädchen einen Mailwechsel hatte, wo es genau um unser Thema geht, habe ich den einmal für ein Buch zusammengefasst. Sie können sich das ansehen unter http://basisreligion.reliprojekt.de/marlene.html oder http://basisreligion.reliprojekt.de/marlene.pdf.

Hinweise dazu und zu dem, was ich so an Glaubensvorstellungen bei Ihnen finde:

  • Diese Vorbedingung auch für eine Sexualmoral, an eine Schöpfung Gottes zu glauben, kann ich nicht nachvollziehen. In Indien glauben die etwa auch an einen Schöpfergott – doch zu seiner Verehrung gibt es heute noch kultische Prostitution, also etwas, was wir als Unmoral empfinden würden! Fromme Leute opfern dafür schon mal ihre Töchter! Der Glaube an einen Schöpfergott steht also hier im Zusammenhang mit genau dem Gegenteil von unserer Sexualmoral. Die Schöpfungsgeschichte muss nun im Zusammenhang mit solcher Prostitu­tion gesehen werden, die damals im Vorderen Orient ja auch üblich war. Und es geht nicht darum, dass ein Gott Sonne und Mond usw. schuf, sondern dass ein höherer Gott über dem Sonnengott, der Mondgöttin usw. steht, „Sonne“ und „Sonnengott“ und „Mond“ und „Mondgöttin“ sind also identisch. Und die biblische Aussage ist: „Die Heiden glauben, dass Sonne und Mond usw. Götter sind und opfern dafür ihre Kinder usw., dabei weiß doch jeder, dass sie nur Lampen am Himmel sind, die Tag und Nacht und Festzeiten usw. anzeigen...“

  • Die Gedanken zur Kontraproduktivität der (Sexual-)Scham für wirkliche Moral wird Ihnen gewiss auch sehr gegen den Strich gehen. Doch denken Sie einmal nach: Kennen Sie (junge) Menschen, die mit dem vorehelichen Sex angefangen haben, wo sich da irgendein Zusam­menhang mit einem Spaß an „unschuldiger“ Nacktheit konstruieren lässt? Wohl kaum! Es hat doch immer anders angefangen. Und ich bezweifle so auch, ob Ihre „Ganzkörpertaufe“ sinnvoller ist also unsere „Wasser-über-den-Kopf-gießen-Taufe“. „Gültig“ ist vermutlich nur, wenn eine Taufe völlig nackt vollzogen wurde, wie das auch in der frühen Kirche üblich war: Die Nacktheit steht hier für das Bewusstsein, dass für eine wirkliche „Sexualmoral“ diese ganzen Kleidungsstücke sowieso nichts helfen, die sind nämlich „im Fall der Fälle“ sowieso schnell ausgezogen. Was wirklich hilft, ist nur eine geistige Rüstung, eben eine Rüstung „heiligen Geistes, als eines Geistes, der so intelligent ist, dass er „heil“ macht.

In dem Manuskript (ich bitte Sie, sich das im Internet anzusehen) werden Sie zwei Briefe des Kölner Kardinals finden, die ich „auseinander nehme“. Ich meine nun, Sie sollten diese Briefe nicht nur als Indiz für den Verfall und die Hilflosigkeit der katholischen Kirche sehen, sondern hier auch Ihre Gemeinschaft sehen. Würden Sie nicht genauso gegen mein Konzept argumentieren, nur eben statt auf die Dogmen auf irgendwelche Bibelstellen verweisen?

Und warum ich Ihnen nun schreibe?

Ich sehe, Ihnen geht es um eine Veränderung unserer Welt in Sinn christlichen Glaubens.

Ich wäre gern bereit, einmal bei Ihnen im Zusammenhang mit dem von mir erarbeiteten Konzept Rede und Antwort zu stehen.

Mit besten Grüßen