ZINSEN.

Ich wurde darauf angesprochen, dass mein Engagement für eine bessere Welt ziemlich sinnlos sei. Denn solange dieses Zinses- und Zinseszinssystem, auch etwas demagogisch Zinsknechtschaft genannt, bei uns herrscht, wird jede gute Regung von vornherein sowieso unterdrückt, die Menschen können also gar nicht wirklich moralisch leben. Und umgekehrt heißt das, das Zins- und Zinseszinssystem muss abgeschafft werden - und dann kommt auch die heile, die bessere Welt.

Und mir werden auch Beispiele genannt, dass es anders als mit dem Zinssystem geht, etwa das Experiment in Wörgl im Inntal in den zwanziger Jahren oder das Geldsystem im alten China, durch das es etwa den Kolonialmächten nicht gelang, in China Fuß zu fassen.

Ich musste mich also zumindest ein wenig mit dem Zins- und Zinseszinssystem auseinandersetzen. Dazu aus der Sicht von basisreligion:

  1. Was im alten China nun wirklich los war, braucht hier nicht zu interessieren. Fest steht (siehe das Schauspiel "Der gute Mensch von Sezuan" von Bertold Brecht, das auf einer traditionellen chinesischen Erzählung beruht), dass - mit welchem Geldsystem auch immer - im Hinblick auf eine Partnerschaftsmoral in China gar nichts besser war. Es gab sowohl Schlechtigkeit unter den Menschen als auch Prostitution zur Genüge und den Frauen wurden die Füße verkrüppelt, damit sie sich zierlicher bewegten und vermutlich auch den Männern nicht weglaufen konnten. Eine Emanzipation der Frauen begann erst im 20. Jahrhundert, allerdings schon vor der Herrschaft der Marxisten. Jedenfalls ist der Umgang mit den Frauen im alten China wohl genügend Hinweise auf eine frauenverachtende Macho-Gesellschaft. Überhaupt: Ein beliebtes Argument der Kritiker „kapitalistischer Wirtschaftssysteme“ ist, dass die Ursache der Prostitution genau in diesen Systemen zu suchen ist, weil die Menschen durch ihre Arbeit, die sie an die Kapitalisten verkaufen müssen, schließlich gar nicht mehr anders können, als auch sich selbst zur Ware zu machen, und unsere Zins- und Zinseszinsgegner setzen dem noch einen drauf, indem sie behaupten, dass sich Frauen und Mädchen wegen der Zinsknechtschaft prostituieren müssen. Ich war nun über 30 Jahre Religionslehrer vor jungen Menschen und kann sagen, dass wohl keines der Mädchen, die ich im Unterricht hatte und die ich auch sonst kannte, mit ihren sexuellen Erlebnissen aus Gründen der Zinsknechtschaft angefangen hat. Nein, diese Sexerlebnisse haben natürlich nichts mit Prostitution zu tun, doch der Weg zur sexuellen Verwahrlosung hat nun einmal durchaus auch mit solcher Freizügigkeit zu tun – und der Übergang ist fließend. Und ob in Wörgl in dieser Richtung etwas besser wurde, wissen wir nicht, dafür war das Experiment zu kurz.

  2. Die Vorstellung, dass alles Glück der Menschheit von den wirtschaftlichen Verhältnissen abhängt, ist reinster Marxismus. Karl Marx war der Auffassung, dass der materielle Überbau von grundlegender Bedeutung für das Wohl und Weh einer Gesellschaft ist, also auch für die geistige Niveau einer Gesellschaft. Und will man eine Gesellschaft ändern, muss man eben den materiellen Überbau ändern, also die wirtschaftlichen Verhältnisse. Karl Marx sah das Problem des materiellen Überbaus in den Produktionsbedingungen. Nachdem eine Umsetzung in die Praxis - aus welchen Gründen auch immer - gescheitert ist, fanden die Zins- und Zinseszinskritiker die Lösung in den Bedingungen des Geldmarkts mit seinen Zins- und Zinseszinssystem. Dieses System muss geändert werden. Ob diese Kritiker sich nun nach außen noch so antikommunistisch geben, ist nicht von Bedeutung, das Kennzeichen ihrer wirklichen Gesinnung ist, dass sie den materiellen Überbau für grundlegend halten. Dagegen sieht das Konzept basisreligion das Problem im geistigen Überbau. Wenn der sich ändert, dann wird sich auch alles andere ändern - bis hin zu den materiellen Verhältnissen. Ich kann hier Abraham Goebel nur zustimmen, wenn er schreibt: "Die Täuschung, das Verschleiern, das Austricksen liegt in der Natur der Sache. Und die Natur der Sache ist der Mensch selbst. - Das mag vielen zu esoterisch klingen, aber persönlich bin ich davon überzeugt, daß die anzustrebende Veränderung der Gesellschaft nicht durch Kollektive (Parteien, Gewerkschaften, Vereine, Kirche) und auch nicht durch die Veränderung von Sozialsystemen usw. gelingen kann, sondern nur durch die charakterliche Transformation des Einzelnen."

  3. Selbst wenn ein neues Wirtschaftssystem noch so vielversprechend ist, stellt sich die Frage, wie man und wer es einführt. Karl Marx mag ein grundehrlicher, gutwilliger und humaner Philosoph gewesen sein mit den besten menschenfreundlichsten Ideen. Doch es wurde in die Praxis umgesetzt von Verbrechern wie Lenin, Stalin, Mao, Pol Pot mit unendlichem Leid und Zigmillionen von Toten. (Anmerkung: Pol Pot, also die Roten Khmer, hatten in "ihrem" Kambodscha auch das Geld abgeschafft, der sicherste Weg, dass es keine Zinsen mehr gibt. Etwa ein Viertel bis ein Drittel der Bevölkerung überlebte diese antikapitalistische Maßnahme nicht.) Der Faschismus war dagegen zumindest zunächst einmal in Italien, wo die faschistische Bewegung begann, „Faschismus“ ist ja auch ein italienisches Wort, eine Reaktion auf diese Greuel im Namen des Marxismus, um Ähnliches im eigenen Land zu verhindern - und das faschistische Italien war auch zumindest zunächst weitgehend ein "Rechtsstaat mit Semipluralismus und formalem Recht". Die Unmenschlichkeiten des Faschismus geschahen dann erst in Spanien und in Südamerika. Dabei muss man bedenken, dass die Graussamkeiten auf Gegenseitigkeit beruhten. - Wenn ich meinen Verleger, der ein fanatischer (fanatisch im Sinn von engagiert und allerdings nicht mehr sachlich) Gegner des Zins- und Zinseszinssystems ist, frage, wer mir garantiert, dass sich zur Umsetzung seiner Vorstellungen in die Wirklichkeit nicht auch solche Verbrecher finden, übergeht er beharrlich meine Fragen, selbst wenn ich gebetsmühlenartig nachhake. Und wenn ich anführe, dass im Vergleich mit dem Kommunismus die Zahl der Toten im Faschismus minimal war, dann wirft er mir vor, dass ich Leid aufrechne, doch Leid dürfe man nicht aufrechnen. Und wenn ich erwidere, dass ich nicht aufrechne, sondern nur vergleiche, an irgendwas müsse man die Humanität eins Systems ja messen, dann verweigert er ausdrücklich jede weitere Auseinandersetzung. Und auch will er nichts davon hören, dass der Antisemitismus der Nationalsozialisten die Nationalsozialisten entlarvt, dass sie keine Faschisten waren, sondern eben „nationale Sozialisten“: Die Juden waren für sie die gesellschaftlich Gruppe, die Träger des Geldsystems ist und die für eine besser Welt beseitigt werden muss. Die Faschisten hatten mit solchen Gedankengängen überhaupt nichts zu tun, in der faschistischen Regierung Italiens war sogar einmal ein jüdischer Minister. Und Juden retteten sich durchaus aus dem von Deutschland besetzten Jugoslawien ins faschistische Italien.

  4. Angeblich schreibt die Bibel gegen das Zins- und Zinseszinssystem, so dass die Kritiker des Zins- und Zinseszinssystems sich darauf berufen, dass ein Wirtschaftssystem nach der Bibel eben nur eins sein kann, in dem es keine Zinsen gibt. Diese Kritiker übersehen allerdings, dass die Gesellschaft zur Zeit der Bibel weitgehend eine agrarische war, das heißt, Geld wurde in erster Linie verliehen, wenn Not am Mann war, etwa in Folge von Missernten oder Krankheit. Und in solchen Fällen kann der Verleih von Geld gegen Zinsen tatsächlich unmoralisch sein, hier kann also die Zinskritik der Bibel voll zutreffen. Doch hat dieser Geldverleih überhaupt nichts damit zu tun, wenn sich heute jemand etwa Geld leiht, um eine Maschine zu kaufen, um damit besser und schneller, also mit höherem Gewinn, produzieren zu können. Und es gibt keinen Grund, dass der Geldverleiher nicht über die Zinsen und Ähnliches am Profit des Geldleihers beteiligt wird. Und schließlich trägt er ja auch ein Risiko, dass die Investition des Geldleihers ein Flop wird, dass er von seinem Geld also nichts mehr wieder sieht. Daher ist auch ein gewisser Risikoaufschlag gerechtfertigt. Jedenfalls dürften sich in einer Gesellschaft, in der genügend Kapital vorhanden ist, die Zinssätze nach dem Gesetz von Angebot und Nachfrage von selbst regeln. Aufgabe des Staates ist, Missbräuche zu verhindern, etwa willkürliche Zinsänderungen oder Kartelle zu Ungunsten des schwächeren Partners. (Anmerkung: Jesus war nach seinen bekannten Aussagen überhaupt nicht gegen das Zinssystem, ihm ging es also auf keinen Fall um eine Änderung des wirtschaftlichen Systems, er wollte menschliches Verhalten ändern.)

  5. Mein Kritiker“ führt auch an, dass es unmoralisch ist, für ein einmal verliehenes Kapital etwa 200 Jahre lang Zinsen zu kassieren und damit durchaus das Tausendfache zu kassieren von dem, was man einmal verliehen hat. Doch dagegen: Wenn wir die ganz gewiss sehr aufwendige knapp hundert Kilometer lange römische Wasserleitung aus der Eifel nach Köln betrachten, die für knapp 200 Jahre bestes Quellwasser nach Köln brachte, wohl das beste Leitungswasser, was die Bewohner Kölns je hatten, dann fragt sich, warum die Kölner nicht 200 Jahre lang für das Wasser aus dieser Wasserleitung bezahlen sollen. Zudem sind sie ja nicht auf dieses Wasser angewiesen, sie können Brunnen bohren oder auch Regenwasser in Zisternen sammeln. Siehe URL http://de.wikipedia.org/wiki/Eifelwasserleitung.

    Und es geht ja nicht nur um antike Wasserleitungen. Wenn heute etwa von privater Seite in Frankreich bei Millau eine 2460 m lange Autobahnbrücke über das Tal des 270 m tiefer fließenden Tarnfluss gebaut wird, durch die die Autofahrer eine Stunde Fahrtzeit und 100 km sparen, und die Nutzungsdauer der Brücke auf 120 Jahre veranschlagt ist, dann ist nicht einzusehen, warum sie nicht 75 Jahre lang einen Brückenzoll bezahlen sollen. Siehe etwa URL http://www.bernd-nebel.de/bruecken/3_bedeutend/millau/millau.html.

    Dagegen der Kritiker: Es müsste ein Modus gefunden werden, dass die Arbeiter und Ingenieure der Brücke entsprechend ihrem Arbeitswert am Gewinn der Brücke beteiligt werden, und nicht nur die Betreiberfirma. Dazu: Man kann es auch kompliziert machen! Was würde das für einen Verwaltungsaufwand erfordern, um alles gerecht zuzuordnen! Und schließlich steht der Verwaltungsaufwand doch in keinem Verhältnis mehr zu dem tatsächlichen Arbeitsaufwand und, um den zu bezahlen, wird der Arbeiter und Ingenieur weniger an Geldwert erhalten als mit dem „kapitalistischen Zins- und Zinseszinssystem“. Außerdem: Wer bestimmt, ob eine solche Brücke oder Wasserleitung gebaut wird? Braucht es dafür einen Volksentscheid? Und was ist, wenn die Brücke ein Flop wird und die Autobahnbenutzer den Brückenzoll und die Gefährlichkeit einer so gewagten Brückenkonstruktion scheuen und doch lieber den Umweg fahren? Woher bekommen dann die Arbeiter und Ingenieure ihr Geld? (Ja, auch das gibt es: Manche Reeder scheuen etwa den Suezkanal wegen der hohen Gebühren usw. und neuerdings auch wegen der Piraterie vor Somalias Küsten oder, weil die Schiffe einfach zu groß sind, und lassen ihre Schiffe um Afrika herum fahren, also fallen die Einnahmen für den Suezkanal geringer aus!) Und immer auch: Wovon leben die Arbeiter und Ingenieure, solange die Brücke gebaut wird und noch keine Einnahmen da sind?

    Auch hier: Mein Kritiker verweigert die Auseinandersetzung. Und auch zu der These, dass sein System völlig ineffektiv ist und dass wir dieses System ja ähnlich in den Volkswirtschaften des realen Sozialismus hatten, und dass an dieser Ineffektivität diese Volkswirtschaften ja schließlich zugrunde gegangen sind. Mein Kritiker weiß es natürlich anders: Das System des Sozialismus war schon in Ordnung, es waren die bösen Kapitalisten, die es zu Fall brachten.

  6. Dass alle Ungerechtigkeit heute am Zins- und Zinseszinssystem liegt, ist nur eine Theorie von vielen. Abraham Goebel schreibt: „Kann es sein, daß eines der ökonomischen Hauptprobleme der heutigen Zeit nicht mehr in der ungerechten Verteilung des Einkommens zwischen Arbeit (Lohn) und Kapital (Zins) zu suchen ist, sondern im ungerechten Arbeitseinkommen (überzogene Gehälter, Bonifikationen, Pensionsansprüche, Privilegien, steuersubventionierte Dienstwagen, Spesen usw.) selbst zu suchen ist, welches eine kleine Minderheit im System auf sich zu vereinigen versteht?“ Siehe unter der URL der FU-Berlin unten.

  7. Natürlich gibt es im Zins- und Zinseszinssystem viele Ungerechtigkeiten, Ausbeutungsverhältnisse, Unterdrückungsstrukturen. Doch die Frage stellt sich, ob es solche Verbrecher, die sich an anderen bereichern, denn nur im Zins- und Zinseszinssystem gibt! Ob es den typischen Verbrechern nicht gelingt, in jedem System andere Menschen zu berauben und zu ihrem eigenen Vorteil auszutricksen? Wer also immer nur die Schuld in einem bestimmten System sieht, der wird an der Moral der Menschen nie etwas zum Besseren ändern. Geändert werden muss eben der „geistige Überbau“ - und die Website basisreligion setzt genau an einem Punkt des geistigen Überbaus an, wo zumindest bei den jungen Menschen, die von der großen Liebe noch träumen können, eine gehöriges Maß an Eigeninteresse besteht. Daher habe ich mich entschieden, mich für eine Veränderung dieses geistigen Überbaus zu engagieren.

  8. Eher peinlich sind die demagogischen Entgleisungen der Zins- und Zinseszinsgegner, die mir vorgehalten werden: "Wenn Du ein Haus baust, musst du drei Häuser bezahlen, die Banken stehlen dir also zwei Häuser!" Oder ein anderes Argument: "Bedenke, dass du jeden Tag beim Kauf von jeder Bahnfahrkarte, jedem Flugticket, jeder Tasse Kaffee, jeder Tankfüllung und jeder Energierechnung satte Zinsen bezahlst - auch wenn die dort nicht extra ausgewiesen werden", also dass du von Kapitalisten ausgebeutet wirst. Auf mein Argument, dass ich einmal kaufmännischer Angestellter war und mir als solchem klar ist, dass auch die Zinsen in die Kalkulation eingehen, erhielt ich wieder keine Antwort. Jedenfalls sind solche Argumente reinster Dummenfang, vor allem auch das von den gestohlenen Häusern, denn bei der Rückzahlung des Kapitals nebst Zinsen konnte der Häuslebauer ja das Haus nutzen, und irgendwie muss der Verleiher des Kapitals ja auch einen Nutzen haben, warum sollte er sonst Geld verleihen? Und wenn sich viele Menschen zu großartige Häuser bauen, die sie hinterher nicht mehr bezahlen können, so ist das doch nicht das Problem der Geldverleiher, sondern das der Häuslebauer? Ich verweise hier auf eine Lehrerin in Biberach, die sich bewusst ein für sie ausreichendes Minimalhaus gebaut hatte, leider finde ich keinen Hinweis auf sie im Internet. Allerdings hatte sie gewaltige Schwierigkeiten mit den Behörden, die wollten solch ein Minimalhaus zunächst nicht genehmigen. Eine Zeitlang nach der Fertigstellung war dieses Häusle jedoch sozusagen Wallfahrtsort für Menschen, die einmal mit eigenen Augen sehen wollten, wie schön (oder auch nicht schön) so eine Minimalhaus doch aussieht. Und erst recht peinlich sind die persönlichen Unterstellungen des "Kritikers", dass ich an dem Zinssystem vor allem hänge, weil ich selbst Vermieter bin, so geht ein Verleger nun wirklich nicht mit einem Autor um.

Quintessenz: Es ist wie beim Feuer, bei den Messern und auch beim Sex. Kein Mensch (außer im Hinblick auf den Sex die katholische Kirche mit ihren Priestern) kommt auf die Idee, das alles abzuschaffen, bloß weil man damit auch Unfug treiben und schließlich auch andere Menschen zerstören kann. Und genauso ist es mit den Zinsen und den Zinseszinsen: Es gibt auch hier das Problem von Gebrauch und Missbrauch. Nicht jeder Geldverleih gegen Zinsen ist von vornherein unmoralisch, es kommt immer darauf an, an wen man Geld verleiht und für was und zu welchen Bedingungen. Und überhaupt, wer aus einem Missbrauch gleich eine Lehre mit einer grundätzlichen Ablehnung macht, muss sich sagen lassen, dass er dogmatisch ist. Mein Kritiker, ein Bürger der neuen Bundesländer, wunderte sich, wieso ich als einziger ihm bekannter Bürger aus den alten Bundesländern solche andere Auffassungen von allem habe. Meine Antwort darauf war, weil offenbar die sonstigen Bürger der alten Bundesländer, die er kennt, keine rechte Ahnung vom Marxismus und den wirtschaftlichen Zusammenhängen haben und auch nicht richtig nachdenken können und daher seine demagogischen Argumente bei ihnen verfangen können. Auch dazu erhielt ich von ihm keine Antwort.

Natürlich werfe ich ihm auch vor, ein waschechter Marxist zu sein, weil er die Hauptthese des Marxismus eifrigst verficht, dass der materielle Überbau die größere Bedeutung hat auf alle anderen Lebensbereiche, und daher der materielle Überbau geändert werden muss. Ich habe ihm das Bild des Radies´chens vorgehalten, dass also manche Menschen wie diese Knollen außen rot sind und innen aber weiß, doch das es bei ihm genau umgekehrt ist. Er hat dagegen protestiert und gemeint, dass er ja 1989 auch gegen das herrschende kommunistische System auf die Straße gegangen ist und demonstriert hat. Darauf habe ich ihm geantwortet, dass das meine Meinung über ihn nur bestätigt. Ich pflege mich nämlich bei meiner Meinung über einen Menschen nicht an dem zu orientieren, was er nach außen zeigt, zumal wenn es keine Gefahr (mehr) bedeutet, sondern an seinem Inneren, und das kann ich doch am besten an dem erkennen, was er schreibt, wofür er sich einsetzt. Und da bestätigt er genau meine These vom umgekehrten Radies´chen... Auch hier Diskussionsverweigerung, er tut so, als ob unverständlich ist, was ich schreibe.

Meine Meinung zu dieser ganzen Diskussion um die Verworfenheit, Zinsen zu nehmen, ist, dass sie ein Problem der typischen Looser ist oder zumindest auf die typischen Looser abzielt, um die für eigene Zwecke zu missbrauchen. Die, die auf der "Sonnenseite" eines Systems stehen, die „machen“ einfach nur, die haben es nicht nötig, über das alles nachzudenken. Aufgabe ethischer Institutionen und Einzelmenschen wäre nun, gerade die jungen Menschen nicht gegen an und für sich wertneutrale Systeme aufzuhetzen, sondern sie so zu informieren und zu erziehen, dass sie ohne Geist- und Leibfeindlichkeit so fit sind, dass sie in ihren zwischenmenschlichen Beziehungen nicht auch noch zu Loosern werden und damit dann erst recht auf Manipulationen, seien sie nun von rechts oder von links, reinfallen.

Siehe auch unter Kapitalismuskritik.

Die m. E. informative und niveauvolle Auseinandersetzung "pro und contra", aus die ich hier auch zitiert habe, fand ich auf der Website http://userpage.fu-berlin.de/~roehrigw/gaestebuch/200305.html .

Zu der Kritik des Kritikers siehe unter der URL http://www.psverlag.de/artikel/durchblick.html.

Und hier Mailwechsel mit dem Kritiker:

Kritiker:

Wen auch immer Du übrigens zu Zinsen und anderen existenziellen Lebensfragen befragst - das Denken und Entscheiden kann Dir niemand abnehmen. Das war wohl auch in etwa Grundmotto Deines Buches. Moralisch ist nicht das, was Dein Nachbar auch macht, sondern das, was nicht zu Mord und Totschlag führt. Es ist mir einfach kein Zinseszinssystem bekannt, welches nicht in wenigen Generationen die sozialen Unterschiede bis zur Explosionsreife entwickelt hat. Bürgerkriege, Völkermorde und 1-Euro-Sklaverei sind keine Zufalls- oder Nebenprodukte der Zinswirtschaft, behaupte ich. Wo der Beweis bleibt: Nun, kriminologisch würde man wohl nach Regelhaftigkeit suchen. Wenn alle mir einfallenden bisherigen Zinssysteme eine Blutspur in der Geschichte hinterließen, darf auch unterstellt werden, dass weitere Systeme mit Zinseszins ähnliche Folgen, also auch Blutspuren, hinterlassen werden. Wie wichtig ist da noch das Abklären, ab welchem Zinssatz der Betrug als mild zu gelten hätte?
 
Dem Zinseszins die Tributwirtschaft in irgendeiner Form (z.B. Marxismus) als abschreckendes Beispiel gegenüberzustellen, ist schon fast richtig. Aber eben nur die halbe Wahrheit. Beide haben tatsächlich Unterschiede in Organisationsgrad, Zeitpunkt der Gewaltanwendung und der Eleganz der Enteignung der Massen zu bieten. Man sollte aber nicht vergessen zu erwähnen, dass beide Systeme wegen ihrer gruseligen Nebenwirkungen eigentlich nicht ernsthaft in die engere Wahl für die Zukunft von netten Menschen gezogen werden können. Einen dritten Weg werden wir erst dann finden, wenn die letzten Idioten ausgestorben sind, die sich immer noch an eines der beiden herkömmlichen Übel klammern. Solides Wissen zu Zinsen gehört schon fast zur sozialen Kompetenz. Natürlich noch nicht bei allen. Der Trend ist jedoch klar. Ich bin jung. Ich kann warten. Auch auf Dich!

basisreligion:

Du gehst leider nach wie vor auf keines der Argumente ein. Und ich meine, so enteignet kommen sich die Massen bei uns nicht vor....

Kritiker (er zitiert eine Mail von mir an eine "katholisch-fundamentalistische" Gruppierung im Internet vom 5. Okt. 2003):

Hervorhebungen von mir. Da hattest also mal eindeutig meine Ansichten von Kommunikation.

Lieber Herr Pater oder Herr Pfarrer,

ich habe also noch einige Zeit in Ihrer Website herumgestöbert. Ich muss ja sagen, dass Sie wirklich engagiert sind! Doch meinen Sie wirklich, dass das unserer Kirche oder irgendwem sonst hilft, so wie Sie das machen? Abgesehen davon, dass ich einiges nicht verstehe, weil mich das innerkirchliche Gezänk nicht interessiert (was ist zum Besipiel die V2-Sekte?), halte ich das ganze für Sturm im Wasserglas. Und die anderen Leute interessiert das alles sowieso nicht, die wundern sich nur... Sie haben in vielem, was Sie der Amtskriche ankreiden und was heute so los ist, absolut recht. Auch ich habe da meine Probleme, nicht umsonst wurde mir die Missio entzogen. Doch in diesem Recht Haben steckt eine Gefahr: Man meint dann, in andern Dingen, wo man gar nicht so kompetent ist, auch Recht zu haben - und liegt daneben. Es ist etwa nicht nur die heutige Sexualpädagogik, die unsere Jugend vergiftet, der Effekt unserer früherer Tatenlosigkeit oder Verklemmtheit war ja auch nicht besser, nur eskaliert das heute eben, weil auch die Eltern überfordert und die Menschen gleichgültiger geworden sind. Sittenverfall gab es doch schon immer, selbst im afrikanischen Busch, wieso hätten die sonst die Mädchen beschneiden sollen? Desweiteren bin ich bei der Lektüre Ihrer Seite zu der Überzeugung gekommen, dass manche Ihrer Gesprächspartner zunächst einmal Ihrem Engagement durchaus gewogen sind, doch Sie verprellen die dann, weil die nicht genauso sind und denken wie Sie. Da gibt es doch gewiss Gutwillige, doch wie Sie deren Äußerungen durch den Kakao ziehen, das ist oft primitiv und geschmacklos. Und selbst wenn Sie von anderen provoziert werden, einen gewissen Stil sollten Sie doch einhalten! Und wenn Sie kritisieren, dann sollten Sie vielleicht die Regel bedenken: 10 oder 20 % Kritik - und der Rest konstruktive Konzepte! Auf alle Fälle müssen die konstruktiven Konzepte weit überwiegen, sowohl vom Umfang her als auch von den Ideen, die müssen einfach immer besser und auch besser fundiert sein. Sie sind doch auch Theologe! Und wer keine plausiblen Lösungen hat, sollte die Finger von der Kritik lassen!

Vielleicht stöbern Sie ja einmal in meiner Website www.basistheologie.de oder eben www.basisreligion.de . Viele meiner Ansätze, etwas bei Adam und Eva oder bei Jesus, stimmen einfach, weil sie gar nciht anderes gewesen sein können (oder nur in Nuancen). Und bei den Lösungen praktischer Probleme heute komme ich bisweilen gewiss zu ungewöhnlichen Ideen, doch gerade die brisantesten habe ich ausprobiert - und bin begeistert! Die betreffenden Anlagen zu dieser Mail sind alle autobiografisch! Damit habe ich mich von dem ganzen dualistischen Hintergrund, der in unserer Religion immer noch steckt, nun auch wirklich befreit. Und so etwas sollten Sie auch machen, sich nicht einfach über Schmuddelseiten aufregen, sondern so lange etwas machen, bis Sie erst einmal darüber stehen, einfach weil das für Sie erledigt ist und Sie allenfalls in den betreffenden Darstellern Menschen sehen, die im Grunde ein nicht geglücktes Leben haben und in der Gottesferne leben (allerdings nicht gleich bekehren wollen, so einfach geht das nicht!). Eckpunkte in einer Pädagogik, dass es auch anders geht, waren für mich die Gespräche 2 und 35 mit den "Typen" und dann vor allem die Fahrt mit den Frankfurter Kindern und der Erstkommunionunterricht, den ich einmal gemacht habe. Es geht doch, da sind doch Chancen, es gibt einfach keinen Grund zum jammern über unsere Zeit, solange es noch solche Möglichkeiten gibt! Und ich bin überzeugt, wenn wir das so machen wie in diesem Unterricht, dann haben wir in drei Jahren die ersten evangelischen Eltern, die uns ihre Kinder schicken, und ich fünf Jahren die ersten moslemischen... Denn wenn gerade die Moslems das auch so machen wollen, und sie müssen hier im Exil etwas machen, dann ist das das Ende ihres Glaubens! Doch wir Christen kommen dann erst richtig zum Zuge! Hier können wir der Welt zeigen, was für eine power in unserem Glauben steckt und dass wir der Welt noch etwas zu sagen haben! Aber lassen Sie das theologische Gezänk raus! Doch so wie Sie das machen - wundert man sich eben allenfalls, im Sinne Jesu ist das gewiss nicht! Setzen Sie also Ihr Engagement und Ihre Kraft an anderer Stelle ein! Wenn Sie nicht zu weit weg wohnen, besuche ich Sie auch gerne einmal mit einer Flasche Bergerac... Dann können wir miteinander reden. Ich wohne westlich von Köln an der Grenze zwischen den Bistümern Köln und Aachen. Im übrigen: Ich habe seit 5 Jahren eine "Gasttochter" aus Vietnam - und es klappt alles wunderbar. Sie hat sogar Abitur gemacht und studiert jetzt in Aachen Technomathematik, und sie ist ein wirklich lebensfrohes Mädchen - nach dem Konzept basisreligion... Mit den besten Grüßen

Ihr M.P.

Und noch eine Mail von dem Kritiker:

Wen auch immer Du übrigens zu Zinsen und anderen existenziellen Lebensfragen befragst - das Denken und Entscheiden kann Dir niemand abnehmen. Das war wohl auch in etwa Grundmotto Deines Buches. Moralisch ist nicht das, was Dein Nachbar auch macht, sondern das, was nicht zu Mord und Totschlag führt. Es ist mir einfach kein Zinseszinssystem bekannt, welches nicht in wenigen Generationen die sozialen Unterschiede bis zur Explosionsreife entwickelt hat. Bürgerkriege, Völkermorde und 1-Euro-Sklaverei sind keine Zufalls- oder Nebenprodukte der Zinswirtschaft, behaupte ich. Wo der Beweis bleibt: Nun, kriminologisch würde man wohl nach Regelhaftigkeit suchen. Wenn alle mir einfallenden bisherigen Zinssysteme eine Blutspur in der Geschichte hinterließen, darf auch unterstellt werden, dass weitere Systeme mit Zinseszins ähnliche Folgen, also auch Blutspuren, hinterlassen werden. Wie wichtig ist da noch das Abklären, ab welchem Zinssatz der Betrug als mild zu gelten hätte?
 
Dem Zinseszins die Tributwirtschaft in irgendeiner Form (z.B. Marxismus) als abschreckendes Beispiel gegenüberzustellen, ist schon fast richtig. Aber eben nur die halbe Wahrheit. Beide haben tatsächlich Unterschiede in Organisationsgrad, Zeitpunkt der Gewaltanwendung und der Eleganz der Enteignung der Massen zu bieten. Man sollte aber nicht vergessen zu erwähnen, dass beide Systeme wegen ihrer gruseligen Nebenwirkungen eigentlich nicht ernsthaft in die engere Wahl für die Zukunft von netten Menschen gezogen werden können. Einen dritten Weg werden wir erst dann finden, wenn die letzten Idioten ausgestorben sind, die sich immer noch an eines der beiden herkömmlichen Übel klammern. Solides Wissen zu Zinsen gehört schon fast zur sozialen Kompetenz. Natürlich noch nicht bei allen. Der Trend ist jedoch klar. Ich bin jung. Ich kann warten. Auch auf Dich!
 

basisreligion:

Zunächst einmal: Auf diese Mails sind meine Antworten verschwunden. Ich hatte etwa argumentiert, dass das Kommunikationsproblem das des Kritikers ist. Denn er wiederholt nur immer gebetsmühlenartig die Schandtaten der Zinswirtschaft, geht jedoch auf keines meiner Argumente ein. Und ich habe ihm doch immer wieder geschrieben, dass diejenigen, die meinen, man müsse nur das "materielle System" ändern und dann hätte man eine bessere Welt, verspinnerte Traumtänzer sind. Jedes System neigt nämlich dazu, irgndwann Selbstzweck und damit inhuman zu werden. Wir bleiben also am besten in dem materiellen System, in dem wir einmal sind (falls es nicht absolut unhuman ist), und ändern etwas am geistigen Überbau. Ganz offensichtlich meinte das der Apostel Paulus, wenn er im Epheserbrief in Vers 5 ff sagt: "Ihr Sklaven, seid gehorsam euren irdischen Herren mit Furcht und Zittern, in Einfalt eures Herzens als dem Herrn Christus; nicht mit Dienst allein vor Augen, um den Menschen zu gefallen, sondern als Knechte Christi, die den Willen Gottes tun von Herzen. Tut euren Dienst mit gutem Willen als dem Herrn und nicht den Menschen; denn ihr wisst: Was ein jeder Gutes tut, das wird er vom Herrn empfangen, er sei Sklave oder Freier. Und ihr Herren, tut ihnen gegenüber das Gleiche und lasst das Drohen; denn ihr wisst, dass euer und ihr Herr im Himmel ist, und bei ihm gilt kein Ansehen der Person". Also erst einmal den geistigen Überbau ändern!

Und dann spricht er in einer Mail für einen Dritten Weg, den es seiner Meinung nach noch gibt.  

Da gibt es doch den Weg, den materiellen Überbau zu ändern (auf welche Weise auch immer, die einen wollen die Produktionsmittel vergesellschaftlichen, die anderen wollen den Geldfluss anders organisieren), das ist also die marxistische Version. Und unter die Vorstellung, den geistigen Überbau zu ändern, darunter fällt die christliche Version und dabei vor allem die, wie ich sie sehe. Und wo ist der dritte Weg? Durch Erich von Dänikens Außerirdische, die ein vergeistigtes Zinssystem bringen?

So viel ich sehe, fehlt Dir das Wissen, was Marxismus ist. Ja, das ist manchmal so, wenn man den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht. Wenn man außerhalb steht, dann hat man einen besseren Überblick. Und ist es denn nicht so, dass wir hier im Westen viel freier und kritischer in jeder Richtung über den Marxismus diskutieren konnten? Denn das wäre doch "im real existierenden Sozialismus" auf jeden Fall viel zu gefährlich gewesen. Daher frage ich mich schon, wer hier eigentlich kompetenter sein könnte, diejenigen, die im real existierenden Sozialismus gelebt hatten, oder die, die außerhalb waren?

Und noch einmal die Thematik geistiger-materialler Überbau in Anlehnung an Karl Marx usw. Die Unterteilung könnte doch so sein:

1. Geistiger Überbau, der geändert werden muss

    a) Religion als Opium fürs Volk, also Hoffnung auf eine bessere Welt nach dem Tod, erfahrungsgemäß bringt allerdings eien Änderung hier allenfalls einen brutalen Gottesstaat oder stattdessen:
    b) Religion der Freiheit und der Liebe als Triebfeder für ethisches Handeln mit dem Ziel des Paradieses hier und jetzt  .

2. Materieller Überbau (Karl Marx: wenn man den ändert, wird angeblich alles besser)

   a) Durch das Eigentum an Produktionsmitteln werden die meisten Menschen versklavt und dadurch wird jede Entwicklung zu einer besseren Welt von vornherein verhindert oder zumindest sehr erschwert. Daher fpordert Marx die Vergesellschaftlichung der Produktionsmittel. Und Deine angeblich neue Idee ist jetzt::
   b) Nachdem die Änderung des Eigentums an Produktionsmitteln nichts gebracht hat (wenn die entscheidende Triebfeder menschlichen Handelns, nämlich die nach nach Profit, den Menschen genommen wird, stagniert schließlich die ganze Wirtschaft und alle sind ärmer als je zuvor), soll der Geldfluss unterbunden oder zumindest reglementiert werden - über ein Verbot der Zinsen und eine anderweitige Organisation des Geldflusses. Die neue Idee läuft schließlich auf dasselbe hinaus wie unter 2 a), dass unfähige Funktionäre die Wirtschaft kontrollieren - und es wird dasselbe dabei herauskommen wie zuvor, nämlich den Menschen wieder ihre Triebfeder zum effektiven Handeln zu nehmen mit den entsprechenden Folgen.

Und wie ich sehe, steckst Du mit Deiner Version 2 b) immer noch total im Denken von Karl Marx, denn die ist nur eine Variante von 2a)! Dagegen ist Version 1 b) wirklich etwas anderes, sie mag so ähnlich klingen wie die Version 1 a), doch sie hat mit der gar nichts zu tun!

Mein Weihnachtswunsch (2008) an Dich: Dass Du das endlich mal begeifst!

Also habe ich ihm den Beitrag in der WELT vom 10.2.2009 geschickt und ihn auf den blau gekennzeichneten Gedanken hingewiesen, auf den er auch bei mir immer noch nicht eingegangen ist (wegen der Rechte hier nur Zitate, den vollständigen Kommentar finden Sie unter http://www.welt.de/welt_print/article3176950/Die-DDR-wird-immer-schoener.html):

Gastkommentar: Nichts ist konsensfähiger als Antikapitalismus

Die DDR wird immer schöner

Von Dominic Boeer 10. Februar 2009, 01:52 Uhr
In einem Witz gehen erboste Mütter in Pankow auf die Straße und fordern gute Schulnoten für ihre Kinder. Mit Transparenten, auf denen steht: "Einsen nicht nur für Schlaue", demonstrieren sie gegen die himmelschreiende Ungerechtigkeit in unserem Land. Ob tatsächlich nur ein Witz oder eine Zukunftsvision, lässt sich bei genauerer Betrachtung der "Stimmung im Land" nicht zweifelsfrei erschließen. Jedenfalls scheint die Lust ungebrochen, mit dem Kopf gegen die sozialistische Wand zu rennen......

Bis heute sind Wissenschaftler auf der vergeblichen Suche nach einer Form des Sozialismus, dessen Umsetzung nicht ein unterdrückendes, diktatorisches Regime zur Folge hatte......

Darauf der Kritiker:

....wenn der Sozialismus wirklich so schön gewesen wäre, würde man keinen Zaun drumherum gebraucht haben. Und nicht einmal der hat die Leute 1989 noch zuverlässig aufgehalten.
 
Der Artikel selbst jedoch ist eine Mogelpackung, denn er soll - im Auftrag von wem auch immer - uns einreden, es gäbe nur zwei Lose in der Lostüte: den Kapitalismus, welcher gerade ein wenig belämmert da steht und nicht weiter weiß - und der Sozialismus, dessen einziger wirklicher Vorzug die Zeit ist, die inzwischen nach ihm vergangen ist. Zeit heilt alle Wunden. Beide Lose sind also offensichtlich nur Nieten. Also mich kann man damit nicht hinterm Ofen hervorlocken. Vom Regen in die Traufe - da kenne ich aber wirklich angenehmere Alternativen.
 
Vor dem damit gemeinten dritten Weg aber scheuen sich die gekauften Medienkasper wie der Teufel vor dem Weihwasser. Ist aber letzten Endes egal, denn wer nicht mitspielen will, kann beim dritten Weg ruhig abseits stehen und schmollen. Das nehmen die erfolgreich und fair tauschenden Leute ja nicht weiter übel. Nur einfach von der Seite in fremde Taschen greifen, das könnte allerdings etwas Ärger geben. Das ist Spieltheorie und keine Ideologie.
 
basisreligion:

Zum Zaun um das angebliche Paradies - wie der Kritiker sagt: "Die Zeit heilt alle Wunden." Oder: Wer erinnert sich heute noch an Hohenschönhausen?

Eine Auseinandersetzung mit der Tatsache, dass die Umsetzung sozialistischer Ideen immer zu katastrophalen Zuständen führte, scheut er wieder einmal: Wie der Teufel das Weihwasser...

Und es geht ganz offensichtlich nicht in den Kopf des Kritikers, dass es unerheblich ist, auf welche Weise die Wirtschaft in den Gesellschaftsbesitz kommt, entweder direkt oder über das Geld. Entscheidend ist doch, dass das, was er will, sich innerhalb des materialistischen Überbaus abspielt - und daher zum Konzept des Marxismus gehört. Das Denken des Kritikers wurde in diesem Punkt durch eine geschickte Dauerrotlichbestrahlung gerade in einer frühen Phase seines Lebens ganz offensichtlich unumkehrbar verkorkst.

Und es geht immer noch weiter....

basisreligion:

Hallo!

Ich habe in meinem Stichwort "Zinsen" noch etwas hinzu gefügt:

(Anmerkung: Pol Pot, also die Roten Khmer, hatten in "ihrem" Kambodscha auch das Geld abgeschafft, der sicherste Weg, dass es keine Zinsen mehr gibt. Etwa ein Viertel bis ein Drittel der Bevölkerung überlebte diese antikapitalistische Maßnahme nicht.)

Tschüs

M.

Kritiker:

Hallo, Michael,
 
ja, was erwartest Du denn von einem Räuberhauptmann oder warlord? Volksfürsorge? Du verfällst ins eigene Rechtfertigungsschema der alten Weiber. Es gibt einen Ausweg, also muss man nicht den Nachkommen einreden, es ginge sowieso nicht ohne das heutige Geld, welches immer wieder so viel Schaden anstiftet.  Hier bist Du der absolut sture Materialist, der den Markt nur über Geld akzeptiert.
 
Und jetzt lies mal diesen Afrikabericht und überlege, ob da die Bevölkerung ohne Geld auch gleich draufgeht! Den Markttag dort solltest Du gründlich durchlesen.
 
 
So ähnlich hat meine Oma ihre vielen Kinder durch den 2. Weltkrieg, auf die Flucht vor der Front her (quer durch halb Europa) und über die Jahre danach gebracht. Das funktioniert! Sie wurde damit 94 Jahre alt. So alt ist die HypoRealEstate noch nicht - und schon am Ende.
 
Mehr zum Geld:
 
 

basisreligion:

Lieber Peter!

Wunderschön! Die totale Idylle - im Busch oder in der Überlebensnachkreigswirtschaft. Nur wie funktioniert damit eine Eisenbahn, dass Du Sprit für Dein Auto bekommst, dass Dir jemand Papier bringt, dass Du Strom und Telefon hast? Klar, alle die, die mit so etwas zu tun haben: umbringen, weil das Staatsfeinde in Deinem "neuen Staat" sind. Du willst anderen immer Deine Steinzeit-Mogelpackung unterschieben.... Als ob sie die Wirtschaftsordnung der Steinzeit auf heute übertragen ließe - das hat schon Marx gemeint, dass das ginge... Na prost!

Liebe Peter, Du magst zwar sehr demokratisch sein, aber Deine Gene sind durch und durch rot!

Liebe Grüße

Michael

Kritiker:

Lieber Michael,
 
das funktioniert auch zwischen Leuten mit IT-Berufen (zB. Karsten Schalitz Computerservice und PS VERLAG haben ein lebenslanges geldloses Marktgeschehen ohne zeitnahen Ausgleich zwischeneinander vereinbart). Der weltgrößte Tauschverein WIR in der Schweiz hat viele Millionen Mitglieder und etwa das Potential unseres Sparkassenverbandes und existiert seit einigen Jahrzehnten. Die WIR-Leute haben ebenso wie KSC und PS VERLAG noch keine Todesopfer verursacht. Herkömmliche Geldgeschäfte verursachen auch heute noch Sklavenhaltung und Mord.
 
Du bist natürlich ganz schlau und berufst Dich gleich auf typische Monopolerzeugnisse wie Telefon und Strom, weil Du denkst, das ginge ja gar nicht ohne Zinswirtschaft. Aber ich kenne jemanden, der in Bias - um sich der Zwangsverwaltung der Konzerne mit ihren gebühren zu entziehen - an einer LED-Beleuchtung mit Solarstrom bastelt. Andere Leute wie meine beiden Onkel in Eberswalde züchten Brieftauben und üben auch fleißig den Botenflug, haben aber kein Handy. Die Brieftauben werden - anders als in der Steinzeit - mit hochelektronischen Methoden beim Anflug mit Name und Adresse erkannt und der Sieger wird auf die hundertstel Sekunde digital ermittelt. In der Mongolei gab es seit Jahrzehnten Telefone. Gefunkt wird auch von Schiffen im staatenlosen Ozean und on der Antarktis-Forschungsstation. In bestimmten Frequenzen funken sich Leute zuverlässig ihre Durchsagen auch gebührenfrei zu, ganz ohne Geld. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg um das Monopol des Geldes herum. In Spanien produziert eine Genossenschaft der Angestellten Industriewaren wie Heizungs- und Solarsysteme, Küchengeräte und Möbel. Eine andere solche Genossenschaft betreibt eine Supermarktkette Eroski. Das sind erste Ausstiegsmodelle aus Deinem üblichen Hamsterrad der Zinsen, auch wenn durchaus noch innerhalb einer Zinswirtschaft mit Geldeinheiten gerechnet wird. Der Ertrag geht aber an die Arbeitskraft und nicht an das Kapital im Unternehmen.
 
Steinzeitpolemik ist nur ein alberner Versuch von Leuten, die sonst keine Argumente mehr haben. Dann wird immer gern ein wenig Dämmerlicht und Nebel verbreitet und Angst gemacht. Notfalls klappert man dann auch ein wenig im Dunkeln mit Backblechen. Kinderkram, wenn Du mich fragst.
 
Marx ist nicht unbedingt mein Lieblingsphilosoph, wenn es um die wirklichkeitsgetreue Abbildung von heutigen Zuständen und Prozessen geht. Was hängst Du bloß an dem? Was kann der, was ich nicht schaffe? Wenn ich Marx blöd finde, Du aber ihn dauernd zitierst - bin ich dann Marxist oder Du?
 
Und ich denke, in der Genetik kenne ich mich eindeutig besser aus als Du. Wenn das Beste zum Schluss kommt und Du dafür extra Deinen Spruch mit den roten Genen aufgehoben hast - dann wird es langsam Zeit für ein runderneuertes Weltbild. Ich kenne Rassisten (Zionisten, Extrem-Arier) und ich kenne Ideologen (Sozis, Neolibs, Neokons). Aber Du hast nun endlich mal beides zu einer noch trüberen Suppe kombiniert. Ich denke, Deine Gene sind wie meine sicher ziemlich durchschnittlich, da wir als gesund gelten. Und sie bestimmen zu fast 99% die Einzelheiten der Verdauung.
 
Guten Apetit also!

basisreligion:

Hallo Peter!

Es ist doch normal, dass der, der im Wald ist, immer nur die Bäume sieht und nicht den Wald!

Ich habe auf dem Camino de Santiago in Spanien auch bei Eroski eingekauft. Ich habe keinen Unterschied zu den anderen Geschäften bemerkt. Dass Ersoki etwas Besonderes sein soll, erfahre ich erst durch Dich.

Und immer wieder dasselbe:  Bis heute sind Wissenschaftler auf der vergeblichen Suche nach einer Form des Sozialismus, dessen Umsetzung nicht ein unterdrückendes, diktatorisches Regime zur Folge hatte....

Alles andere ist für mich Blabla!

****Michael

Kritiker:

Lieber Michael,
 
genau das wollte ich ja auch aussagen: Du merkst den Unterschied nicht am von Dir ja postulierten Steinzeitniveau, sondern an der Verteilungsgerechtigkeit. Das ist ein himmelweiter Unterschied. Aber nicht im Moment Deines Wochenendeinkaufs.
 
Diese hochbezahlten Wissenschaftler singen immer das Lieblingslied dessen, der zahlt. Wundert Dich da, dass es am Ende vom Lied immer einige gab, die gleicher sind als alle anderen? (aus Orwell: Farm der Tiere)
 
Du standest also im genossenschaftlichen Einkaufswald und hast vor lauter in Regale zerschnittenen Bäumen das andere Geschäftsmodell glatt übersehen. Passiert auch den Besten. Mir hat es auch erst jemand erklären müssen. Nach meinem ersten Einkauf da. Lies mal Dein eigenes Buch noch mal langsam im Hauptteil und dann geh noch mal vor die Tür! Vielleicht gibt es ja neben dem Teufelskreis der alten Weiber noch den der alten in Versuchung gefangenen Lohnsklaven/Konsumenten? Wenn die Masse erst von staatlichen Almosen abhängig lohnfrei gegen Marken in angewiesenen 1-Euro-Jobs den Plan erfüllt, dann hast Du den Sozialismus pur und gleichzeitig den systemtypischen Punkt erreicht, dem jeder Kapitalismus entgegenfiebert. Vollbeschäftigung war noch nie ein Problem, sobald der Lohn um Null pendelt. Und von den eingesparten Löhnen finanzierst Du dann die Arbeitsplätze, die dann die zusätzliche Ware herstellen, die sich die Massen nun erst recht kaufen werden - oder gibt es da einen Denkfehler?
 
Du selbst versuchst als Sparfuchs bei Lichtstrom, Wohnluxus und Reisekomfort aus dem üblichen Zug auszusteigen - gönnst aber anscheinend Deinen Lesern von ePost und Internet nicht ganz, dass auch die damit glücklich werden könnten, wenn sie Deine Erfolge als Ansporn für weiterreichende Experimente nehmen. Versteh ich nicht. Versteh Dich nicht!
 
Und Dein blabla am Ende zeigt mir, dass Du auch keinen gesteigerten Wert auf tiefere Beschäftigung mit dem Thema legst. Soll ich Dir einfach Recht geben? Hat dann Deine Seele Ruh?
 

basisreligion:

Inzwischen verstehe ich gar nichts mehr. Ich bin nun einmal ein Mensch, der eine möglichst straffe Denkkette sucht, wo ich jeden Schritt nachvollziehen kann. Und was Du da bringst, dass kommt mir immer spanischer vor... Ich möchte das den Lesern überlassen, Dir hier zu folgen.

Im Hinterkopf habe ich allerdings nun erst recht die Kernfrage, die immer noch unbeantwortet ist: Bis heute sind Wissenschaftler auf der vergeblichen Suche nach einer Form des Sozialismus, dessen Umsetzung nicht ein unterdrückendes, diktatorisches Regime zur Folge hatte....

Kritiker:

Ich kann mir schon denken, wo die Denkkette unterbrochen wurde. Ich habe seit Beginn unserer Brieffreundschaft bestimmt schon mehrere Dutzend Links zu lesenswerten Texten in meine kurzen Nachrichten eingebaut, darunter nicht wenige Links zu eigenen Webseiten. Es war mir einfach zu mühsam, einen jeden im Internet verfügbaren Text so zurechtzukürzen, dass er dadurch noch besser wird. Das kennst Du ja vom eigenen Buch mit mehr als einem Vorwort auch.
 
Ich habe Dich ja auch nie unter Zeitdruck gesetzt, sondern erwarte von an einem Thema interessierten Leuten, dass diese sich mit Vergnügen hin und wieder auf solche empfohlenen Seiten begeben, denn das ist im Vergleich zum Selbersuchen schon eine gewaltige Zeitersparnis (es sei denn, man misstraut dem Empfehlenden in Kompetenz und Ehrlichkeit). Von einem gewissen Grundvertrauen ausgehend wundere ich mich nun über die fehlenden Kettenglieder. Falls Dir die bisherigen Links fehlen, dann sende ich Dir gern noch einmal alle meinen Nachrichten mit diesen Links. Vorlesen oder Abschreiben der Texte muss ich leider verweigern, denn die Zeit dafür ist einfach nicht da.
 
Deine Kernfrage ist schon die Antwort. Es spielt schon eine Rolle, wen man mit der Forschung beauftragt. Es waren auch hochangesehene Wissenschaftler, die:
-  auf flacher Erde und darum kreisender Sonne bestanden haben,
- die technische Möglichkeit von Flugzeugen ausschlossen,
- über Darwins Affenabstammung gelacht haben usw.
Und wer nur nach Sozialismus sucht, was wird der wohl finden? Das Himmelreich auf Erden? Das ist wie mit dem Mann, der den Schlüssel unter der Straßenlaterne sucht, weil es da viel heller ist als im Hausschatten, wo er das Ding verloren hat.
 
Unsere nicht gerade tiefgründige Sozialismusdebatte ist aber schon zu weit von unserem eigentlichen Thema weg. Das gehört nicht mehr auf meine Webseite. Dort habe ich den Sozialismus nämlich schon oft genug begraben. Siehe Liste:
 
 
Wenn Du meinst, ich hätte ein gutes Haar zuviel am Sozialismus übrig gelassen, dann kannst Du ja gern noch weiter auf den Leichnam dieser zentralistischen Zukunftsvision einprügeln. Dazu würde ich dann sicher auch einen Link setzen. Dem Patienten Zinswirtschaft geht es übrigens auch nicht mehr ganz so gut. http://www.filmstarts.de/kritiken/100084-Deutschland-09.html --> (Der „Patient Deutschland“, der in „Krankes Haus“ von Wolfgang Becker (Good Bye, Lenin! ) von Doktor Rot und Doktor Schwarz auf ganz unterschiedliche Weise wieder aufgepäppelt werden soll.)
 
http://www.psverlag.de/artikel/filme.html hat noch mehr Kurzlehrfilme. Das Wochenende wär schon mal gerettet, nicht wahr?

basisreligion:

Und immer noch ist die Kernfrage unbeantwortet:  Bis heute sind Wissenschaftler auf der vergeblichen Suche nach einer Form des Sozialismus, dessen Umsetzung nicht ein unterdrückendes, diktatorisches Regime zur Folge hatte... Das hat nichts mit hochangesehenen Wissenschaftlern zu tun, mir geht es schlicht um mein Leben!

Ich habe mich über das Modell Mondragón von Eroski orientiert. Kling gut, klar. Doch was soll ich deswegen an meinem Konzept ändern? Mein Konzept des historischen Jesus ist doch unabhängig von irgendwelchen wirtschafltichen Bedingungen...

Auch die Menschen unter anderen wirtschaftlichen Bedingungen haben doch ein Recht, von der Leib- und Geistfeindlichkeit befreit zu werden...

Kritiker:

das war nicht mein Thema, auch wenn ich die Unabhängigkeit Deines Konzepts von der Wirtschaftsverfassung bestreite. Lass mal Dein Buch, wie es ist - außer vielleicht die Vorworte nach hinten verlegen. Ich verweise doch - egal, wie Du mir eine prinzipielle Gegnerschaft unterschieben willst - zustimmend nur auf Deine Grafik http://basisreligion.reliprojekt.de/schema5.gif von Kapitalismus+"Religion"+gemeinsamen Betrug, die ich eben auf http://www.basisglaube.de/ noch einmal fand. Kurz vor der Alte-Weiber-Moral-Grafik suchen!

Menschen haben überhaut ein Recht auf Freiheit. Insofern ist Dein Buch ein unverzichtbares Kapitel in meinem persönlichen Durchblickkonzept. Die anderen Kapitel habe ich ja nun oft genug kurz angerissen und auch Links zum geplanten Inhalt gesendet. Nach erneutem Überfliegen von http://www.basisglaube.de/ bin ich der Meinung, Du willst eigentlich nur Zuarbeit provozieren, nicht aber wirklich zum Zinsrechtfertiger werden. Dann wärst Du nämlich selbst Teil des Betrugssystems laut eigener Grafik http://basisreligion.reliprojekt.de/schema5.gif (und zwar der Block oben links). Also überlegst Du Dir mögliche Gegenargumente und testest einfach meine Meinung dazu aus. Durchschaut?
 

basisteligion:

Ich habe doch nur darauf hingewiesen, dass es laut schema5 nicht weiter geht, eine Sackgasse....

Daher dann das Schema 6.

Ich unterschiebe Dir keine Gegnerschaft, nein, nie und nimmer. Nur meine ich, dass Du mit Deinem Karren auf dem Weg nach Kambodscha bist - und ich mag mich vor Deinen Karren spannen lassen.

Es gibt ja nicht nur eine einzige Grube, in die man fallen kann.

Und ich will weder die Zinsen rechtfertigen, noch die Nichtzinsen. Weder das eine noch das andere tut zu meinem Ziel etwas zur Sache.

Und wenn Du meinst, es tut etwas zur Sache, dann hast Du eben das Konzept vom materiellen Überbau von Marx im Kopf, das zuerst geändert werden muss. Ja, und damit bist Du eben Marxjünger.

Wir drehen uns längst im Kreis....

Kommentar eines Lesers aus Österreich:

 

            die Amerikaner habe faule Kredite vergeben und an uns Europäer weiterverkauft.

            Deswegen ist das kapitalistische System insgesamt nicht schlecht.

            Das war eine der wesentlichen Ursachen.

            Das System ist eben störanfällig.

            Es ermöglicht aber mehr persönliche Freiheit und Selbstbestimmung.

 

            Ohne Geld würde die Weltwirtschaft sicher nicht mehr funktionieren.

            So ein Schwachsinn, Tauschwirtschaft für die ganze Welt.

            Das mag in kleinen Systemen funktionieren.

Damit agiert Tauschwirtschaft wie ein Zusammenschluss Gleichgesinnter am Markt.

 

Das Problem, welches wir heute haben, ist sehr vielschichtig.

Märkte sind teilweise gesättigt und nun muss das System wieder neu adaptiert werden.

Was sollen die Menschen mit der Freizeit anfangen?

1400 Arbeitsstunden pro Jahr bei 8760 Stunden.

Es könnte eine große Chance darin liegen.

Aber was macht die Mehrzahl der Menschen ?

Die Menschen müssen lernfähiger werden.

 

Ethik sollte deshalb in den Vordergrund treten.

Sonst werden die Menschen nie anders.

 

Geld ist sekundär.

Natürlich geht es auch um die gerechte Verteilung von Ressourcen. Denn die Großen werden reicher und die Kleinen sterben aus.

 

Also müssen wir wieder mehr zusammenhalten.

Das wäre dann gut so.

Ich kenne die Roten und die Schwarzen.

Für Deinen Freund: Michael Du bist glaubwürdiger.

 

Kritiker:

Ich habe Dir nie aufgetragen, die Zinsen in Dein Buch als Thema zu integrieren. Lass ruhig noch etwas für andere Leute übrig! Mit Deiner Seite zu unserer Diskussion hast Du jedoch - gegen Dein eigenes Buch - den Zinsen das Händchen gehalten. Oder provoziert, um Gegenargumente in angeforderten kleinen Häppchen serviert zu bekommen. In beiden Fällen scheinst Du Dir das gern etwas zu einfach zu machen. Nur meine ich, dass Du mit Deinem Karren auf dem vom Zinssystem mathematisch vorprogrammierten Weg nach Kambodscha bist, denn beim Crash kommen immer wieder Tributsammler zum Zug, die das Rauben oder Schutzgeldfordern dann manchmal auch Sozialismus nennen. Ein Grund zum Kassieren fremder Leistung ist ja immer da. Im Überbau natürlich. Deswegen sehe ich mir den auch kaum noch an. Marxistisches oder sonstwie ideologisch verquarztes Sprachverstümmeln behindert klares Denken - und soll es ja wohl auch. Nicht mit mir.

Ich erinnere an all die bisher gegebenen Linkempfehlungen.

basisreligion:

Auch ich wiederhole mich: Und immer noch ist die Kernfrage unbeantwortet:  Bis heute sind Wissenschaftler auf der vergeblichen Suche nach einer Form des Sozialismus, dessen Umsetzung nicht ein unterdrückendes, diktatorisches Regime zur Folge hatte...

Kritiker:

 
Gegen deren Suche habe ich nichts. Es deutet aber für mich nichts darauf hin, dass deren Suche irgendwie relevant für eine nahe Weltverbesserung sein wird. Insofern ist das dauernd wiederholte Zitat für mich keine Kernfrage, sondern eher eine zwanghafte Fixierung auf - ja auf was eigentlich? Auch egal. Ich kann trotzdem gut schlafen. Meine Kernfragen halte ich für wesentlich kerniger und beantworte sie inzwischen auch recht umfangreich. www.psverlag.de/artikel/zinsen und www.psverlag.de/artikel  beschäftigt sich kritisch mit allen möglichen Manipulationen der Massen.
 
In Deinem Buch kommst Du wirklich besser rüber als im Sumpf der Zinsen. Ich denke, dass es daran liegen wird, dass im Buch Deine Kernfragen behandelt werden. In das Zinsthema hast Du noch nicht einmal ansatzweise hineingeschnuppert. Kannst Du aber irgendwann nachholen, wenn Du wirklich willst.

basisreligion:

Zwanghafte Fixierung auf was eigentlich? Na auf die beispielsweise zwei Millionen Tote, die Ende der 70er Jahre auch so ein steinzeitmarxistisches Experiment ohne Geld und ohne Zinsen in Kambodscha  gekostet hat, ein Viertel der Bevölkerung. Umgebracht oft mit Spitzhacken. Aber davon weißt Du ja natürlich nichts, weil Ihr vor der Wende ja vom Neuen Deutschland usw. nur über die Greueltaten Pinochets informiert wurdet, über die Opfer der steinzeitmarxistischen Experimente wurde verständlicherweise geschwiegen. Klar. Also sind die auch noch nicht in Deinem Spatzenhirm angekommen, um es einmal krass zu sagen. Denn die Worte "zwanghafte Fixierung" sind schon etwas unverschämt, als ob einer, der an Greueltaten erinnert, die die, die dieselben Experimente im Kopf haben, lieber verdrängen, weil sie nicht in ihr Weltbild passen, krank ist...

Ich habe nicht nur reingschnuppert, ich habe am Anfang 8 Punkte dagegen gebracht, auf keinen von ihnen kannst Du auch nur einigermaßen sachlich antworten, nur immer beleidigen, als ob alle anderen doof wären, die Deinen Schwachsinn nicht verstehen....

Kritiker:

Da hat man Dir über das Bildungsniveau in der DDR und die Informationsverknappung darin mächtig einen Bären aufgebunden. Ich habe (wie fast alle DDR-Kinder) seit Kindheit bis Ende der führenden Rolle einer amtlichen Meinung stets zwei Nachrichtensendungen gesehen: 19.30 Uhr die aktuelle Kamera und 20.00 Uhr die Tagesschau bzw. hin und wieder (zur Sicherheit, dachte ich damals) HEUTE. Ob Du auch so gründlich wie ich immer hübsch beide Seiten zu einem Thema gehört hast? Am Rhein? Allein technisch war das wohl ein Problem für Dich. Kann ich also zumindest verstehen, Deine eingeschränkte Quellenlage.
 
Und heute: Es gibt nur noch eine offizielle Version - unterteilt in primitive und schlauere Sendungen. Mir reicht das nicht. Und ich bin auch immun gegen die von zwei verfeindeten Lagern erfolgenden Hirnwäscheversuche geworden, als ich sah, wie schon mal ein System 1989 hochmütig scheiterte und nun das zweite gerade ebenso arrogant abschmiert. Manch Alt-Bundesbürger ist da noch nicht ganz so weit. Noch ist ja Zeit. Das wird schon.
 
Diese Fehlinformationen über Landsleute jenseits einer innerdeutschen Grenze münden gewollt in Überheblichkeit und pauschalen Vorurteilen. Das war ja auch der Sinn vom Ganzen. Teile und herrsche! Einiges Volk stört da nur. Aber die Fehlinformationen führen im Einzelfall auch mal zu falschen Schlüssen und Schusselfehlern in der Konstruktion privater Weltbilder. Was auch immer Du Dir davon versprichst, einen Mörder zu verniedlichen, einen anderen Mörder aber zu verteufeln - Du schadest damit vor allem Dir selbst und Deiner Glaubwürdigkeit. Aber das ist Deine freie Entscheidung

basisreligion:

Na, dann könntest Du ja endlich das Problem lösen: Bis heute sind Wissenschaftler auf der vergeblichen Suche nach einer Form des Sozialismus, dessen Umsetzung nicht ein unterdrückendes, diktatorisches Regime zur Folge hatte...

Und auf die acht Punkte solltest Du endlich auch mal eingehen, wo Du doch so eine tolle Quellenlage hast...

Und noch drei Mails vom Kritiker:

 
das ist offenbar eher Dein persönliches Problem. Vielleicht schreibst Du bald ein Buch drüber, wie man den armen Sozialismus-Reformern endlich helfen könnte? Ich jedenfalls hatte lange genug Sozialismus in Theorie und Praxis um mich. Mein Vertrauen in derartige Forschung ist verpufft. Aus Erfahrung klug!
 

*****

auch Du passt leider am falschen Ende auf.

Aus reiner Kommunismuspanik bleibst Du lieber in der gewohnten Hölle, worin Du Dir eine erträgliche Ecke gefunden hast. Kann ich - besonders nach Lesen Deines Buches - gut verstehen, denn den Mechanismus hast Du in der bunten Grafik gut erklärt. Solange Du Dich im Paradies angekommen fühlst, kann Dir niemand eine gesellschaftliche Alternative schmackhaft machen. Diese menschliche Eigenart werfe ich Dir nicht vor. Ich hoffe aber immer noch auf Deinen scharfen Verstand, der Dich doch auch andere Sachen durchschauen lässt. Rosarote Brillen gab es übrigens auch im Sozialismus der DDR. Und bei den "alten Weibern", die auch nichts falsch gemacht haben wollen.
 

*****

 

Wozu willst Du denn den geistigen Überbau ändern, wenn nicht zur Veränderung der materiellen Gerechtigkeit im System? Der Staatskapitalismus der DDR war von der materiellen Basis her und auch hinsichtlich gewerkschaftlicher Mitbestimmung noch weiter vom Kommunismus entfernt als ein Arbeitsplatz bei Siemens oder VW. Wo haben unsere hauptberuflichen Marxisten denn mal so gehandelt wie gepredigt? Der geistige Überbau ist - wenn man ihn erst einmal vom Teppich der Realität abgehebelt hat - extrem leicht missbrauchbar, und das gilt nicht nur für Jugendsekten. Für den lieben Frieden und zu Ehren von Demokratie und Menschenwürde ist heute auch eine internationale Folterkammer Guantanamo mit Filialen rund um den Globus möglich.

 
Aber mir ist dieses geschickt zurechtgelegte Vokabular von Basis und Überbau einfach zu stumpfsinnig. Wenn man etwas verschleiern will, packt man es in eine hochkomplizierte Theorie ein und verkauft es als Wissenschaft. Man könnte auch sagen: Der Ratschluss des Herrn ist unergründlich. Gemeint ist doch jedesmal: Das begreift Ihr Idioten sowieso nicht. Also denkt gar nicht erst nach!
 
Die Einheit von Wort und Tat ist gefragt, nicht die möglichst schlau klingende Rechtfertigung für gewisse Ungereimtheiten. Wer dreimal lügt ... - die natürliche Konsequenz aus solcher Erkenntnis würde doch schon reichen, um die schlimmsten Ideologen als Witzfiguren erkennbar zu machen. Die Herrscher haben immer vor den einfachsten Wahrheiten am meisten Angst. Basis und Überbau sind nur ein Beispiel für die deswegen betriebene Hirnvernebelungsmaschine. Auf wessen Seite der Karl Marx wirklich stand, ist mir noch immer nicht ganz klar. Immerhin wurde seine Arbeit am Kapital in drei Bänden von einem global aktiven Textilfabrikanten F. Engels finanziert. Engels schrieb ein Buch über den Ursprung der Familie, die er als Außenstehender ohne erkennbaren Hang zur Ehe analysierte, erkannte vertuschend die Vaterschaft zu einem unehelichen Kind der Marxschen Haushaltshilfe Helene Demuth (mit Karl Marx) an, welches daraufhin in eine Londoner Pflegefamilie musste. Engels lebte nach Verkauf seiner Geschäftsanteile an den Fabriken nicht mehr direkt vom Produktionserlös. Hat er nur sein Vermögen scheibchenweise mit Marx und der kommunistischen Idee verbraten oder hat er Zinsen kassiert. Falls letzteres zuträfe, würde das erklären, weshalb Karl Marx im Kapital die Rolle des Geldes selbst und des Zinses als Ausbeutungsfaktor ganz konsequent ausklammerte. Ein Zinsgegner ist also nicht Marxist. Ein Zinsfreund hat da schon größere Schnittmengen.

Zinsen sind nicht im Einzelfall missbrauchbar, sondern ein Nicht-Missbrauch von Zinsen scheint nur beim sturen vorsätzlichen Ausblenden der volkswirtschaftlichen Gesamtwirkung (Zinswirtschaft = Schneeballsystem) glaubhaft. Mit solcher Oberflächlichkeit könnten wir auch jeden Teufel zum Heiligen erklären, weil List und Tücke, Gift und Galle, Mord und Totschlag, Lug und Trug auch nur "missbraucht" worden sein könnte. Lies mal Machiavelli oder die Zions-Protokolle! Das erinnert mich an den von Dir vorgeschlagenen Abwurf entführter chilenischer gewählter demokratischer Volksvertreter über dem Dschungel Südostasiens. Wer darf eigentlich eine chilenische Regierung wählen: Der US-Präsident, Du oder doch das chilenische Volk? Wie nennst Du eigentlich Deine Weltanschauung?

Natürlich setzt Handlung erst einmal Einsicht in die Notwendigkeit voraus. Solange Du Dir keine Zinseszinskurve über 100 Jahre aufmalen kannst oder willst, wirst Du immun sein gegen Beispiele, Theorien und noch so gut gemeinten Freundesrat. Solange Dein geistiger Überbau die Zinsen für eine angenehme Konstruktion Deiner Altersversorgung hält und jede Nebenwirkung geschickt aus dem eigenen Fokus rückt, wirst Du auch die materiellen Lebensgrundlagen-Unterschiede zwischen Arm und Reich (ähnlich wie die Leute, die vor dem Samariter an dem Überfall-Opfer in dem Gleichnis in der Bibel vorübereilten) nicht zum Anlass nehmen, selbst aktiv einzugreifen.

Du siehst als Außenstehender die Sexualität und nun auch den Marxismus also besser als ein Bewohner derartiger Wälder? Aber wer von uns beiden hat dann den nach dieser Theorie besseren Überblick über die Zinswirtschaft? Auch wieder Du? Als eingeborener Zinsknecht? Vielleicht haben auch die satten Ureinwohner des Schlaraffenlandes ja manchmal ein die Sicht behinderndes Brett vor dem Kopf? Ein satter Bauch studiert nicht gern, macht keine Futtersuchbewegungen. Never touch a running system! Und das stürzt eben nie gleichzeitig bei allen Leute ab. Wer zuerst Aua brüllt, der schaut eben auch zuerst hin, was ihn da getroffen hat. Andere wachen später auf. Und erst, wenn genügend Leute gleichzeitig hochmotiviert etwas ändern wollen, bewegt sich diese Welt. Das habe ich 1989 selbst miterlebt und (in bescheidenem Ausmaß als isolierter Student im Praktikum) mitbewegt.

Die Menschheit hat fast ewige Zeiten überlebt, in denen das Geld nicht einmal erfunden war und das Zählen spätstens bei zehn Fingern endete. Dennoch gab es einen Markt und eine Marktwirtschaft dank Arbeitsteilung. Das ist schon mal ein dritter Weg, der durch Einführung von mathematischen Kenntnissen und einem bequemen ´Tauschmittel allein nicht zwangsläufig ins Chaos führt. Und schon gar nicht in die Steinzeit. Ich jedenfalls fühle mich in der Lage, Industriewaren, Hochschulwissen, ja auch digitale Güter und sogar mein Dach überm Kopf fair mit anderen zu teilen. Das lernt man in einer großen Familie auch heute noch - bei Strafe des kollektiven Untergangs für Egoismus. Wer ist mein Nächster? Das Urchristentum hat den Geltungsbereich vom eigenen Körper und eigenen Stamm aus ja eindeutig erweitert.

Das aber tun die beiden anderen Wege, welche mit Gewaltherrschaft ein Unrechtssystem (egal, ob über Tribut oder Zinsen plus Markt- und Währungsmanipulation) errichten und darin eine Ungleichverteilung des erarbeiteten Wohlstandes bis hin zum Überlaufen des Fasses der menschlichen Gier bewirken. Aus Angst vor dem unbekannten (daher natürlich rabenschwarz dunklen) 3. Weg siehst Du Dich genötigt, zwischen beiden Übeln das kleinere auszuwählen. Das duftet nach einer gründlichen Hirnwäsche, nach Kult. Tanz ums goldene Kalb? Was für Ausreden haben all die alten Mütterlein, die ihren Töchtern das weibliche Sklaventum beibringen? Was für Ausreden haben all die Don Juans für die Fortsetzung ihrer Masche? Und woran erinnert mich jetzt Deine verbissene Abwehr mit "was nicht sein darf, nicht sein kann"? Du passt wirklich immer noch am falschen Ende auf! Aber Du kannst es natürlich - wie ein Alkoholiker seine nächste Flasche - ganz hervorragend begründen. Zinsen machen süchtig. Auch dieser Stoff sorgt für Umprogrammierung des eigenen Sozialverhaltens. Zinssüchtige sind eine Art Spielernatur, die Geldzugewinn über das Wohlergehen von Familie und Freundeskreis stellen und auch zu Recht und Anstand ihre eigenen Theorien aufstellen. Das Steuerhinterziehen von Postchef Zumwinkel und die Bordellbesuche des VW-Gewerkschaftskapitäns Hartz zeigt, wie hochausgebildete Leute allmählich ihre soziale Kompetenz verlieren können. Sie werden zu arroganten Scheusalen, die es irgendwann so sehr übertreiben, dass sie ihren eigenen Untergang herbeiführen.Wieviel sie auch heimlich irgendwo gebunkert haben mögen - sie können sich damit kaum noch ungescholten irgendwo sehen lassen. Nicht nur die Revolution frisst Ihre Kinder. Reichtum schafft das auch.

Scheinheilige Begründungen für das Recht auf Zinsen kenne ich Hunderte. Und damit bist Du nicht der Einzige, denn die Medien quellen über von ähnlichen Postulaten. Wir werden sehen, ob Dein Glaube an ein ewiges Wachstum stark genug sein wird, um uns die heile Welt des Kapitalismus zu erhalten. Ohne ewiges Wachstum lassen sich nämlich keine Zinsen bedienen. Ohne mit der Zinskurve ansteigendes Wachstum fallen die Zinsen - und damit laut "Experten" bzw. Mietmäulern das Motiv der Reichen, dem Markt noch Geld zu überlassen. Ja, und was ohne Geld im Markt los ist, kann Dir heute jeder Sender Abend für Abend erklären und so Dein Steuergeld in die große Staatskasse bitten. Wir Ossis sind solche Solidaritätsapelle ja schon gewohnt. Hast Du eine Ahnung, wieviele Selbständige man mit 500 Mrd. Euro Bürgschaft kreditwürdig machen könnte? Was glaubst Du: Würden diese Produzenten und Dienstleister dann weniger Investitionen, Arbeitsplätze, Steuern und Wohlstand erzeugen als wenn man diese Bürgschaft den Bankieren hinterherwirft, die gerade eben eine Weltwirtschaft in einer Spekulationsblase verheizt haben? Ahnst Du überhaupt, wieviel von den neuen Staatsbürgschaften am Ende in Mittelstandskrediten ankommt?

Ich bin jetzt mal Hellseher: Die derzeit laufende Taktik der Geopolitik zielt auf die Schnürung immer größerer Rettungspakete ab. Erst ging es um einzelne Banken, dann um ganze Branchen und Staaten, am Ende wird wohl die UNO und wer weiß welche letzte Instanz (die Kirchen?) ein allerletztes Hemd zur Rettung der Zinswirtschaft geben - und dann? Die Massen stehen schon in Unterhosen da. Die Staaten machen sich gerade frei, weil ja sonst niemand mehr etwas geben könnte. Abgesehen von den paar Leuten, die sich eine Neidkampagne streng verbitten. Und irgendwann ist alles Geld da, wohin es das Geld schon immer zog, seit es Zinsen gibt - auf dem größten Haufen. Dort empfinden es aber selbst die reichesten Reichen als fehl am Platze, denn es soll ja "arbeiten". Soll also uns verführen, weiter unsere Arbeitsanteile abzuliefern. Irgendwann muss es also wieder unter die Leute. Aber doch nicht als Geschenk! Um das Geben auf Kredit irgendwie glaubwürdig zu gestalten, muss ein Neuanfang ein wenig vorbereitet werden. Jetzt, wo Geld zwar in Mengen wie noch nie auf der Welt herumliegt, fehlt es wie alle 3-4 Generationen mal wieder sehr auf dem Markt, dem echten. Der Spekulationsbereich, wo mit Geldwetten ein Kreislauf ohne Warentausch strudelt, zählt nicht zum Markt, sondern zu dessen Entartung. Weil es wegen der in den Spekulationsstrudel abgesaugten Finanzen so sehr für Umlaufmittelkredite, Investitionen, Kultur und Bezahlung von Löhnen fehlt, ist sein Preis in Waren gemessen enorm hoch. Geld hat Kaufkraft wie noch nie, obwohl mehr davon existiert als je zuvor. Das ist ein Widerspruch gegen das postulierte Markt-Grundgesetz von Angebot und Nachfrage, aber Realität. Nun kann man mit einer Handvoll Kleingeld der Stadt Leipzig die kommunalen Wohnungsbaugesellschaft, Dresden die Straßenbahn, Eberswalde die Stadtwerke und Köln das Abwasserkanalsystem abkaufen, ja sogar nach Verbot vom Cross-Border-Leasing durch die USA im Jahr 2004 den Verkäufer des städtischen Tafelsilbers noch einmal in die Tasche greifen. Die CBL-Gebühren für internationale Sachversicherungen und die Verträge mit den beteiligten Banken (Gebühren, Ausfallrisiken) laufen ja weiter. CBL ist aber nur eine Spielart der Plünderung der Nationalstaaten und Kommunen.
 
Heute verkaufen die kleineren Spekulanten panisch gehortete Vermögen, um nicht sofort im Strudel der Finanzmarktkrise unterzugehen, sobald eine versicherte Geldwette in die Hose geht. Und von diesen Wetten platzen heute Unmengen. Das drückt locker ein paar Wochen lang den Ölpreis nach unten. Sobald all die zu kleinen Fische (Staaten wie Banken und Oligarchen) genügend geschüttelt worden sind und sich von liebgewordenen Aktienpaketen, Rohstoff-Anrechten und Immobilien getrennt haben, wird der dann herrschende Monopolist über diese billig aufgekauften Bestände sein nun mögliches Preisdiktatrecht auch wahrnehmen. Ein Monopolist, der sich sein Geld sogar selbst drucken darf (die privaten Eigentümer der FED), ist da natürlich sehr im Vorteil. Der höhere Preis wird von irgendwem bezahlt werden müssen. Je tiefer ein Mensch auf der sozialen Leiter steht, um so weniger Chancen hat er, überhöhte Preise einfach an seine Kunden, Arbeitgeber oder Nachbarn weiterzureichen. Am Ende zwingt die Zinswirtschaft eben doch junge Mädchen in die Prostitution, zerschlägt Familienglück und Kinderwunsch, Bildungschancen und ganze Volkswirtschaften. Sobald der Aufruhr der enteigneten Massen nicht mehr beherrschbar ist, wird ein Krieg entfesselt. Die Vorbereitungen laufen längst. Politisch werden wir an härtere Gangarten der Diplomatie gewöhnt, akzeptieren inzwischen auch Kampfeinsätze gegen UNO-Beschlüsse und deutsche Beteiligung an Anfriffskriegen. Die Jugend lernt mit PC-Spielen, die irgendwer als Auftragswerk herstellte, auf jeden sich auf dem Monitor zeigenden Menschen zu schießen und den Sinn der Szenarios und Missionen gar nicht erst zu hinterfragen. Einfach ballern! So einfach ist das Soldatenleben.
 
Der Todeskampf eines kapitalistigen Zyklus kam ja nun oft genug in genau dieser Kombination vor. Warum sollte es ausgerechnet diesmal anders sein? Es wird sich auch diesmal wieder ein Räuberhauptmann finden, der rechtzeitig vor einem Neuaufbau als abschreckendes Beispiel tätig wird und dabei noch die Grundlagen schafft für die nächste Runde Monopoly.

basisreligion:

Anmerkung: Fettschrift von mir. Ja so ist es (ich zitiere): Man packt man es in eine hochkomplizierte Theorie ein und verkauft es als Wissenschaft...

****

Ich gebe auf, wer an meinen scharfen Verstand appeliert, der will mir suggerieren, dass er selbst aber einen hätte... Danke! Ich habe Wichtigeres zu tun! Und wenn ich jetzt meinen Mietern den Wasserverbrauch und die Müllabfuhr der letzten 3 Jahre abrechne. Schluss der Debatte!

Immerhin: Ein Freund hat mich auf eine Website aufmerksam gemacht, auf der es um interessante Anregungen geht für eine Alternative aus dem Geist heraus::

http://www.christian-felber.at/mehr.php 

Immerhin, ich hoffe, dass ich lernfähig bin.

Ich wurde im Sommer 2010 auf einige Websiten aufmerksam gemacht, die allerdings das Thema nicht bei den Zinsen anpacken, sondern bei einer höheren Wirtschaftskraft und auch beim Wohlstand der einzelnen Menschen. Ja, wie haben die im früheren Mittelater diese großartigen Kathedralen gebaut? Wie haben die die finanziert? Sie hatten wohl ein anderes Geldsystem.... Und dann: Es kann ja nicht richtig sein, wenn es bei 97 % oder gar 98 % des Geldes, das den Erdball umkreist, gar nicht mehr um Warenbewegungen geht, sondern nur noch um Spekulation. Und die, die dieses Spiel beherrschen, sind nur wenige... Die Welt also in den Händen weniger? 

Hier einige Webseiten zu diesen Themen und wie man hier etwas ändern kann:

Überblick, was so alles möglich ist: http://www.br-online.de/content/cms/Universalseite/2009/09/04/cumulus/BR-online-Publikation-ab-05-2009--130576-20090904124932.pdf

"Die wahre Bedeutung von Geld" - Ganzheitliche Thesen von Bernard Lietaer, einem etablierten Banker, zum Thema Geld: http://www.holis.de/wiso/dwbvg.php

"Zeittauschsysteme - komplementäre Wärungen" ("wie kann man dieses Weltwährungsssystem unterwandern?":  http://www.sauwald.at/sauwald_alt/webadmin/download/downloads/TIMEsozialPressemappe.pdf