ZORN. Es kommen schon mal Fragen aus dem Internet zu meiner Person. Natürlich versuche ich die, so gut ich kann, zu beantworten. Und warum sollte ich meine Antwort eigentlich nicht in die Website stellen?

Nein ich war nie verheiratet und so richtig eine Frau hatte ich auch nie...

Zunächst ist gewiss alles so gewesen, weil ich sehr streng religiös war und irgendwann hatte ich´s dann begriffen, was hinter der ganzen christlichen Moral steckt oder stecken könnte.... Doch leider musste ich auch sehr schnell begreifen, dass die, die diese Moral normalerweise predigen, sie entweder gar nicht haben (sie predigen also Wasser und trinken selbst Wein) oder überhaupt keine Ahnung haben, was natürlich auch möglich ist. Denn ihre gepredigte Moral kann normalerweise gar nicht gelebt werden, weil sie den meisten Menschen einfach nicht zugänglich ist, weil sie sie nicht verstehen. Die Folge ist, dass auch sehr gutwillige Menschen mehr oder weniger in die tragischsten Beziehungskisten hineinrutschen und sich schließlich unlösbar verstricken (um sie auch hier so zu nennen) und an dem für sie möglichen Lebensglück vorbeigehen und auch andere in diese negative Entwicklung, die oft auf einen  regelrechten Teufelskreis hinausläuft, mit hineinziehen. Das alles müsste jedoch nicht sein! Sowohl die Männer suchen doch die richtigen Frauen und die Frauen die richtigen Männer - und die ganzen Probleme kommen doch daher, weil niemand so recht weiß, wie man das anstellt und vor allem, weil sich niemand für die entsprechende Pädagogik verantwortlich sieht, damit das gelingt. Die „Verantwortlichen" von den Religionen bis hin zu den vielen Sozialarbeitern profitieren doch im Endeffekt alle viel mehr von den Schwierigkeiten der Leute, weil sie damit beschäftigt sind, Menschen zu betreuen, die allein nicht mehr zurecht kommen, bis hin zu den Verlagen, die nicht nur darüber die entsprechende Literatur drucken, sondern auch überhaupt von den unerfüllten Träumen der Menschen leben, bis zu weiß Gott noch welchen Geschäften überhaupt. Und so etwas macht einen einfach zornig!

So ziemlich am Anfang stand das Gespräch 2 - autobiografisch mit einem Freund.

Nein, ganz der Anfang war das nicht, denn ich habe eine zwei Jahre jüngere Schwester und der hatte ich schon immer erzählt, wie meine Kameraden so über Mädchen denken und dass sie ja nichts in Bezug auf Sex von denen glauben sollte, denn die lügen zunächst einmal immer und machen hinterher dann nur ihre Witze, die ich ihr natürlich auch gleich alle weiter erzählte. Besonders krass war dann das, was ich beim Bund erlebte, also da waren alle Mädchen sowieso nur Schlampen oder wie die eben sonst dort  genannt wurden, einfach schrecklich, irgendwie scheinen die Mädels für die Männer nur Gegenstände zu sein und gar keine Seele zu haben. (Aber die Mädels scheinen sich auch gar nicht bewusst zu sein, dass sie selbst eine haben - und dabei denke ich noch nicht einmal an eine unsterbliche Seele.) Und dann erzähle mir einmal ein Mädchen von ihren sehr enttäuschenden Erfahrungen - und die deckten sich haargenau mit dem, was mir im Gespräch 2 erzählt worden war, hier allerdings von der weiblichen Seite. Und irgendwie fand ich das alles überhaupt nicht in Ordnung - das widersprach nicht nur meinem religiösen Gefühl für Sünde und Schuld, sondern auch meinem menschlichen: Hier wird doch mit Menschen Schindluder getrieben, hier wird die Liebe missbraucht, um zum Sex zu kommen, und die Probleme, die man damit einem Menschen bringt, jucken überhaupt nicht! Zwar wird das alles als Kavaliersdelikt angesehen, doch es ist weiß Gott nicht nur eine Belanglosigkeit! Und auf der anderen Seite sind die Mädels doch gar nicht so doof, dass die das nicht richtig merken und sich also verweigern könnten, wenn man es ihnen nur richtig beibrächte - wie ich das eben früher bei meiner Schwester gemacht hatte. Doch eine vernünftige Moral beibringen, das tut man nicht - und zum Verrecken nicht, als ob da eine Mafia herrscht und darüber wacht, dass sich ja nichts in Richtung wirklicher Moral ändert. Also - und hier kam wieder mein religiöses Gefühl ins Spiel - ich war gefordert. Wer einen Missstand sieht, muss auch etwas tun, damit sich etwas ändert – und wer das nicht tut, ist ansonsten noch schlechter etwa als die Leute, die nichts gegen Hitler getan haben, denn die konnten sich ja immerhin noch darauf berufen, dass es lebensgefährlich war, etwas zu tun.

 

Zorn auf die für wirkliche Moral kontraproduktive Moralisiererei.

Und recht bald kam ich dabei zu der Erkenntnis, dass diese ganze (Sexual-)Scham immer nur eine Scheinmoral ist, die insbesondere die Mädchen in falscher Sicherheit wiegt und schließlich nur arrogant macht - und auf keinen Fall etwas hilft, jedenfalls schon gar nicht vor dem Reinfallen schützt! Ist also das Gegenteil richtig? Ja, unter Umständen vermutlich schon - nur man muss es richtig anstellen! Jedenfalls besser etwas Riskantes mit Intelligenz angehen als etwas vermeintlich Sicheres mit Langeweile machen, denn das geht auf alle Fälle immer schief! (Schließlich funktioniert ein Benzinmotor auch nur, weil man ihn mit etwas Riskantem betreibt, kann man nicht auch das Benzin für brisante Molotowcocktails missbrauchen? Doch von den Hunderte Millionen Autofahrern tut das niemand, weil sie einfach gelernt haben, diesen Sprit für etwas Besseres zu gebrauchen! Und warum sollten wir nicht auch in anderen Bereichen in vergleichbarer Weise moralisch und also lernfähig sein?)

Nur leider denken die anderen immer noch in diesen langweiligen Bahnen und haben einen Horror vor dem Risiko! Irgendwann ergibt sich dann doch so eine Erfahrung wie im Gespräch 9 - und es ist wahnsinnig! Ja, so geht´s ganz offensichtlich wirklich! Nur: man versuche einmal, andere für so etwas zu motivieren, die halten einen einfach für ver-rückt...
Und es geht nicht im Grunde gar nicht um Erfahrungen, es ist viel mehr ein spannender (und gleichzeitig gar nicht mal unmoralischer) Weg zum Richtigen oder zur Richtigen! Denn es ist immerhin etwas, wobei man sich zusammen nimmt und den anderen respektiert (völlig anders als im Gespräch 2) - wo also soll dabei das Problem sein? Und vor allem, wenn das möglich ist, kann man auch miteinander etwas unternehmen, und sich wirklich kennen lernen....

Es gibt also ein Konzept. Doch die (Frauen und) Mädchen lehnen das ab aus irgendwelchen mackigen Gründen, anders kann ich das nicht sehen.

Den „richtigen Sex“ finden sie aber nicht schlimm, auch nicht, wenn er mit einem Idioten stattfindet, der sie im Grunde wie eine Geliebte oder eine Prostituierte oder noch darunter behandelt.. Nein, "das war ja Liebe", und wenn sie eben nicht gelungen ist, "dann war das Schicksal". "Das ist nun einmal so". Doch ich kontere: "Das war nicht Schicksal, das war Dummheit und Verklemmtheit (oder Leibfeindlichkeit) weil sie das Akzeptable und eigentlich Normale (nämlich etwa die Erlebnisse einer Phase der Ästhetik) abgelehnt und darüber auch noch die Nase gerümpft hatten..." Und jetzt kommen sie an, und meinen, als Lebenspartner sei man doch ganz gut... Ja, jetzt auf einmal, ach so, und warum nicht schon früher?

Was würdest Du sagen, lieber Surfer? Ich jedenfalls sage: Nein danke! Dafür bin ich mir zu schade, so brutal das klingen mag. Doch es bleibt ein Zorn, aber nicht auf "diejenigen", die da erst einmal die falschen Partner genommen hatten! Denn das hatte ja seine Ursachen, die man nun einmal nicht ihnen selbst anlasten kann. Was hatte man nur diesen Menschen, die so dämlich handeln, einmal beigebracht, dass sie eben so dämlich wurden? Und da ich ein anständiger Mensch bleiben möchte, versuche ich etwas zu tun, daher meine Website - irgendwie muss man doch etwas machen!

Dazu kommen noch die Erfahrungen mit meiner „Pflegetochter“, um sie einmal so zu bezeichnen (denn eine Adoption war bisher <noch> nicht möglich).

Gleich im ersten Sommer ihres Europaaufenthalts waren wir am Meer in Frankreich und natürlich wie viele andere dort immer "ohne", einfach so und "nichts mehr", klar, ich kann ja hier nicht etwas schreiben und mich dann in der Praxis doch anders verhalten. Und es war schon toll, wie sie da aus sich herausging und ihre Freiheit genoss, jawohl, Befreiung von vieltausendjähriger Frauenunterdrückung. Nach den Ferien, so erzählte mir das Mädchen, diskutierten sie zufällig im Deutschunterricht über vorehelichen Sex, und alle waren dafür:  "Wenn man sich liebt und man muss doch wissen, mit wem man zusammen ist usw.". Da sei es aus ihr herausgeplatzt, dass die alle doch recht dumm seien, "dieses Komplizierte und Folgenschwere machten sie und vor dem Harmlosen, was nur Spaß macht, wie dem unschuldigen Nacktsein am Strand, hätten sie Schiss..." Die Kollegin merkte sofort, dass hinter dem Mädchen offensichtlich eine bewusste pädagogische Idee stand und sie und das Mädchen diskutierten gegen die ganze Klasse, wie sie mir stolz in ihrem damals noch sehr fehlerhaften Deutsch erzählte. Leider spottete die nachher über „meine Tochter“, weil sie angeblich hinterwäldlerisch sei! Ich habe sie dann natürlich getröstet, dass die alle nur neidisch sind, weil sie so doof sind und das selbst nicht können und schließlich gilt auch immer noch "Wer zuletzt lacht, lacht am besten..."! Doch auch hier wieder der Zorn: Wer hatte diesen jungen Menschen nur den Schrott in ihre Köpfe gebracht?

 

Mein Zorn trifft also nicht die jungen Leute, denn die wissen es ja nicht besser!

Er trifft aber die, die etwas tun könnten und nichts tun! Vor allem die in der Kirche (oder besser Amtskirche) reden ja immer von Nachfolge Jesu, und wenn sie die wörtlich nähmen, dann müssten sie schon etwas tun. Es ist ausdrückliche Anordnung Jesu, dass nur der groß im Himmelreich ist, der die Menschen die Gebote so lehrt, dass sie sie auch halten können. Doch Fehlanzeige! Und hier wird schließlich mit der Liebe Schindluder getrieben, das alles ist erst recht gleichgültig. Stattdessen tut man nichts oder zumindest nichts Effektives, obwohl das ja ginge, oder flüchtet sich in mehr oder weniger leeren Aktionismus. Es ist ja nichts dagegen einzuwenden, wenn schon Kinder etwa dazu angeleitet werden, Nächstenliebe zu üben und für Menschen in der Dritten Welt sammeln zu gehen, doch sollte man nicht erst einmal den Kindern wirkliches christliches Leben beibringen und wie sie selbst die Liebe in ihrem Leben erreichen können, die Jesus so am Herzen lag? Alles andere ist doch auch Missbrauch der jungen Leute!

Und so fühle ich mich völlig im Recht, wenn ich die Worte Verarschung und Mafia gebrauche! Es geht eben hier nicht um irgendeinen Zorn, sondern um heiligen Zorn! (Wörterbuch von basisreligion und basisdrama)