ZWÄNGE im psychologischen Sinn sind wie Ängste verstandesmäßig kaum oder nicht zu erklärende seelische Steuerungen, die uns Menschen bei unserer Entfaltung behindern und nur zu oft wie Süchte wirken. So gibt es die Zwänge zu arbeiten (auch dann noch, wenn man schon genug Geld zusammengescheffelt hat), immer stets alles in bester Ordnung zu haben (selbst wenn alles schon längst ordentlich genug ist), immer neue Kleider zu kaufen (selbst wenn man schon genug und eigentlich auch geeignete hat), sich dauernd zu waschen (selbst wenn man wirklich sauber genug ist), sich in allem bis ins Letzte abzusichern (solche Menschen brauchen für alles Mögliche und Unmögliche Versicherungen und selbst für kürzeste Reisen allergrößtes Gepäck), über andere herzuziehen, alle möglichen Prozesse anzufangen, Geld auszugeben und und und. Nach italienischen Untersuchungen sind von solchen Zwängen angeblich gläubige Menschen mit strengen moralischen Grundsätzen häufiger betroffen als nicht so strenge Gläubige - siehe unter Neurosen und unter Trauma.

Zwänge sind ein Zeichen von Verdrängungen. Es gehört zu guter Menschenkenntnis, Zwänge bei sich und anderen Menschen zu erkennen. Wie auch bei den Ängsten sollte man keinesfalls mit einem Menschen engere Beziehungen anstreben, dessen Zwänge man nicht akzeptiert. Wenn sich die Zwänge nicht ganz eindeutig aufarbeiten lassen, besteht höchste Gefahr, daß sie sich im Laufe des weiteren Lebens verschlimmern. Und dann ist es für eine Trennung nur zu oft zu spät oder die Trennung ist nur unter großen seelischen und materiellen Schwierigkeiten möglich. Siehe auch Gruppenzwang.  

Eine besondere Art von Zwängen sind Wiederholungszwänge. Durch eine Handlung oder ein Erlebnis werden Hormone stimuliert, die dann sozusagen nach erneuter Stimulation (Erregung) "rufen".

Eine Art Zwang ist auch der Leistungsstreß - und gerade der sexuelle! Was man angeblich nicht alles machen muß....

(Wörterbuch von basisreligion und basisdrama)